Die Tiefe einer Seele

Die Tiefe einer Seele
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: http://kate-dokota.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781495932021
James Anthony Prescott glaubt nach einem Schicksalsschlag seinen Weg gefunden zu haben, obwohl es nicht der ist, der ihm von jeher bestimmt schien. Doch dann taucht wie aus dem Nichts ein Mädchen in seinem Leben auf, Amelie. James ist von der ersten Minute an von ihr fasziniert, nicht ahnend, welch dunkles Geheimnis die junge Frau vor ihm verbirgt. Wird er ihr helfen können? Und wird sie ihm im Gegenzug aus dem eisernen Kokon befreien können, der ihn umgibt?
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Kapitel 3

13. Mai 2013 – Siebeneichen

»Wie meinen, bitte?« Die komplette Verwirrung stand dem sonst ach so welt- und redegewandten James Anthony Prescott geradezu ins Gesicht geschrieben. Diese junge Dame hier, die er gerade zugegebenermaßen über den Haufen gefahren hatte, schien, nun ja, sehr speziell zu sein, um es mal vorsichtig auszudrücken. Eben jene junge Dame, die ihn nun ihrerseits verwundert anschaute.

»Wie meinen, bitte?« äffte sie seine Worte nach und versuchte nicht einmal, den spöttischen Unterton in ihrer Stimme zu kaschieren. »Aus was für einem Jahrhundert sind Sie denn rausgeplumpst, Mann?« fügte sie an und vergaß dabei sogar, ihr schmerzendes Knie zu reiben.

»Ich bin durchaus in diesem Jahrhundert zuhause, junges Fräulein«, erwiderte James bissig. »Ich frage mich nur, was Sie da eben zu mir gesagt haben, ich habe es nicht verstanden, Entschuldigung.«

»Äääh, junges Fräulein?« wiederholte sein Gegenüber erneut, diesmal eine Spur lauter und schon mehr als belustigt. »Wenn ich tippen müsste, dann würde ich vermutlich auf das 19. oder auf die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts setzen. Kompliment, dafür haben Sie sich gut gehalten!« Das Opfer dieser unverschämten Verhöhnung hätte den Frechdachs am liebsten übers Knie gelegt, aber das verbot ihm seine gute Erziehung. Stattdessen hob er warnend seinen Zeigefinger, was die Kleine kurz kichern ließ.

»Sie ….Sie sind kein Deutscher, oder?«

James schüttelte den Kopf. »Nein, ich bin Amerikaner«, bestätigte er. »Deutsch ist nicht meine Muttersprache, Entschuldigung.«

Die Belustigung verschwand wieder aus dem Antlitz der bleichen Rothaarigen. »Herrje, jetzt hören Sie auf, sich ständig zu entschuldigen«, fauchte sie ihn mit blitzenden Augen an. »Das nervt! Aber wenn Sie das schon unbedingt tun müssen, dann dafür, dass Sie gerade bei Rot über die Ampel gefahren sind und mich und mein Fahrrad auf die Motorhaube genommen haben.«

James hob abwehrend die Hand. »Moment mal, Miss!«, unterbrach er das Mädchen verstimmt. »Ich hatte sicherlich nicht Rot, das würde ich zur Not sogar beschwören. Kann es nicht viel eher sein, dass Sie bei dem Regen nicht mehr richtig gucken konnten und einfach so losgefahren sind?«

Das wütende Blitzen in den grünen Augen der Radfahrerin, die, einer nassen Katze ähnlich, auf dem Grünstreifen an der Straße kauerte, verdoppelte sich in Windeseile. »Siiiiiiie!«, wetterte sie los. »Ich werde Ihnen gleich mal zeigen, wer hier nicht richtig gucken kann, Sie Vollpfosten, verdammt!«

Da! Schon wieder dieses Wort!

Irritiert schaute James die Kleine aus seinen tiefbraunen Augen an und zuckte mit den Schultern, was die junge Frau nur noch mehr aufbrachte.

»O.K.! Sie haben keine Ahnung, was ein Vollpfosten ist? Wissen Sie was, ich gebe Ihnen darauf sogar eine wissenschaftlich fundierte Antwort!«

Der von Minute zu Minute mehr verstörte Mann schaute stirnrunzelnd und immer noch bei ihr am Boden hockend zu, wie die Rothaarige in die Tasche ihres Anoraks griff und ein Smartphone hervorzog. Hektisch fuhr sie über den Touchscreen, der den Regentropfen und den feuchten Fingern seiner Besitzerin zunächst trotzte, sich dann aber doch gefügig zeigte. Hämisch grinsend präsentierte die junge Frau ihm das Ergebnis ihrer Recherche:

»Die Bezeichnung Vollpfosten charakterisiert einen Menschen, bevorzugt männlich, der über beschränkte intellektuelle Fähigkeiten verfügt. Den also bezüglich der Intelligenz nichts von einem aufragenden Stück Holz unterscheidet«, las sie triumphierend vor und steckte das Handy überaus zufrieden zurück in ihre Tasche. »Das Wort wurde übrigens in diesem Jahr mit in den Duden aufgenommen«, fuhr sie etwas besänftigt fort. »Sie sollten es also unbedingt Ihrem deutschen Vokabular hinzufügen, denn ich fürchte, wenn Sie sich weiter so aufführen, wird es Ihnen in meinem Lande wohlmöglich nicht das letzte Mal begegnet sein. Und jetzt helfen Sie mir endlich auf, es ist hier unten nämlich ziemlich nass und ungemütlich.«

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Seitenaufrufe: 109 mal Aufgerufen Am 31. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Bewegend, Gefühl, Liebesgeschichte, Liebesroman, mitreißend, Romantik, spannend
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