Die Stockwell Pferde

Die Stockwell Pferde
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Erotik, Horror & Mystery
Webseite: http://laenquis.wixsite.com/books
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783739691411
Ein kleine Dorf an der deutschen Nordseeküste, hier scheint die Welt in Ordnung zu sein. Die Einwohner sind nordisch gelassen und abgehärtet gegen die weltlichen Einflüsse. Doch das Schicksal der Stockwell-Pferde fegt wie ein Schatten durch die Straßen. Auch wenn der Mythus nur noch für die Touristen aufrecht erhalten wird, steckt hinter jeder Legende etwas Wahres. Melanie war als Kind fasziniert von der Stockwell-Geschichte. Bis sie älter wurde und erkannte, dass es zwar mit Elen Stockwell und seine Pferde ein schreckliches Ende nahm, der Rest der Erzählungen aber nur Erfunden wurde. Als ihr Leben aus den Fugen gerät, wird sie von ihrem treuen Freund Ikarus eines besseren belehrt.
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Leseprobe

Ein grelles Wiehern riss Melanie aus ihren Gedanken. Sofort richtete sie sich auf. Ihre Augen suchten nach Ikarus. Er tänzelte nervös im Wasser und seine Blicke strahlten Angst aus. Melanie brauchte nur zwei Sätze, bis sie Ikarus erreichte. Sie sah sofort was los war. Ikarus Huf war zwischen zwei Steine gerutscht und steckte fest und allein kam er nicht mehr heraus. Er zog mit aller Kraft an seinem Bein, doch es half nichts.

  Melanie schnappte sich die herumwirbelnden Zügel und sprach sanft mit ihrem Freund, dabei streichelte sie immer wieder seine Nüstern.

  »Ganz ruhig mein Freund, das bekommen wir schon hin. Du darfst nur nicht herumzappeln, sonst kann ich dir auch nicht helfen.«

  Es wirkte. Ikarus wurde ruhiger, blickte aber immer noch nervös umher und zuckte hier und da. Melanie griff Ikarus hinter den Ohren in den Nacken. So hat der Schimmel gelernt, seinen Kopf zu senken und damit auch seinen Adrenalinspiegel. Er schnaubte, hielt aber seine Ohren ruhig. Nun konnte Melanie sich das Dilemma genauer anschauen.

  Zwei große Steine lagen nebeneinander, dazwischen war die Fessel von Ikarus. Die Strömung muss die Steine zusammengerollt haben als Ikarus da stand. Melanie griff ins Wasser, um einen Stein beiseitezuschieben. Ein kleines Stück würde reichen, sodass ihr Freund sich befreien konnte. Sie schaffte es nicht. So sehr sie sich auch anstrengte, die Steine bewegten sich kein Millimeter. Ikarus konnte nur zuschauen, wie sein Reiter sich mehr und mehr nass machte.

  »Ikarus, ich schaffe das nicht allein.« Sie versuchte, nicht panisch zu werden, damit Ikarus ihre Verzweiflung nicht spüren konnte – was nicht ganz gelang. Seine Ohren begannen wieder zu zucken. Sie nahm seinen mächtigen Kopf in den Arm, streichelte ihn von den Ohren bis zu den Nüstern abwärts und meinte: »Da vorn ist die Landstraße. Ich werde dorthin gehen und Hilfe holen. Um diese Zeit erwische ich bestimmt das eine oder andere Auto. Keine Angst mein Freund, ich komme wieder. Ich lasse dich nicht im Stich.«

  Als ob das Pferd sie verstanden hätte, nickte es dreimal mit dem Kopf.

  Melanie rannte los. Zur Straße war es wirklich nicht allzu weit. Allerdings verirrte sich vor der Touristensaison kaum ein Auto auf diese Nebenstraße. Dafür war die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie jemanden aus dem Ort antreffen würde, und der würde ihr bestimmt helfen.

  Die Straße führte auf dem Hinterdeich entlang, also etwas erhöht. Schnell stieg Melanie den Deich hinauf – schaute nach links und rechts, konnte aber kein Fahrzeug erkennen. Sie blinzelte in die Ferne, ob sie da nicht eine Spiegelung gesehen hatte? Tatsächlich, da kam etwas schnell näher, sogleich nahm sie auch das Motorgeräusch wahr. Melanie ergriff ihre Chance, sprang auf die Straße und wedelte mit dem Armen. Reflexartig schrie sie auch noch »Anhalten«, obwohl sie wusste, dass der Fahrzeugführer die Worte nicht verstehen konnte.

  Das Fahrzeug kam näher, wurde aber keineswegs langsamer dabei. Melanie schrie noch lauter und rannte auf das Fahrzeug zu. Alles, damit sie rechtzeitig gesehen werden konnte. Der Wagen behielt seine Geschwindigkeit bei, allerdings blieb er dabei nicht immer in der Spur. Das Auto schwankte hin und her und fuhr mehr in der Mitte der Straße als auf der rechten Fahrbahn. Es war nicht mehr weit von Melanie entfernt, die nicht aufhörte, zu winken und zu rufen. Fast zu spät merkte sie, dass das Auto genau auf sie zufuhr und so gar nicht bremsen wollte. Im letzten Moment sprang Melanie zur Seite und rollte sich dabei den Deich herunter. Das Auto fuhr unbeirrt auf der Straße weiter, als ob Melanie Luft gewesen wäre.

  »Was war das denn? Oh, Mann, das war verdammt knapp.« Melanie richtete sich auf. In der Ferne sah sie noch, wie der Sportwagen weiterfuhr. Schnell stieg sie wieder den Deich hinauf. Ein weiteres Fahrzeug war nicht zu sehen. Sie entschied sich, Richtung Dorf zu laufen, bis eventuell noch ein Auto kam.

  Es dauerte sehr lange, bis wieder ein Auto die Straße entlangfuhr. Nach Melanies Einschätzung waren schon Stunden vergangen. Im Auto sah sie Hauke, der stämmige, gutmütige Jachthafen-Wart, genau der Richtige für diese Arbeit. Ihn brachte nichts aus der Ruhe und er behandelte jeden gleich, egal wie groß seine Jacht war oder mit wie viel Geld derjenige herum wedelte. Natürlich war er sofort bereit Melanie zu helfen.

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Seitenaufrufe: 32 mal Aufgerufen Am 14. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Deich, Erotik, Frau, Legenden, Mann, Mystik, Nordsee, Pferde, reiten, Strand
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