Die Seele des Bösen – Flucht in die Freiheit

Die Seele des Bösen – Flucht in die Freiheit
Preis: 3,99 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739395975
Mitten in den Weihnachtsurlaub von FBI-Agentin Sadie platzt die Bitte eines Kollegen: In seiner Obhut befindet sich die vierzehnjährige Liberty, die aus einer polygamen Mormonensekte geflohen ist. Das FBI erhofft sich, das Mädchen als Belastungszeugin gegen die Sekte einsetzen und aufgrund ihrer Aussagen ermitteln zu können, doch Liberty hat Angst und weigert sich, mit ihnen zu sprechen. Behutsam nähert Sadie sich dem verschreckten Mädchen, das bislang keinerlei Kontakt zur Außenwelt hatte und sich allmählich zurechtfinden muss. Nach und nach erfährt Sadie von schrecklichen Praktiken, die sie sich kaum vorzustellen wagte. Darüber verliert sie fast aus den Augen, welche Probleme ihren Mann Matt quälen …
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Waterford

Beim Verlassen der Küche wäre Sadie beinahe mit Joanna zusammengeprallt, die sich beeilte, über die Treppe nach oben zu kommen. Die beiden grinsten einander an, bevor Joanna sich abwandte und nach oben lief. Michelle weinte herzzerreißend laut, das war trotz Weihnachtsmusik und dem allgemeinen Stimmengewirr im Wohnzimmer noch gut zu hören.
Sadie ging am Esstisch vorbei zum Sofa und setzte sich neben Matt, der es sich mit einer Dose Bier bei Gary gemütlich gemacht hatte. Unter dem Weihnachtsbaum fuhr Ben Wettrennen mit seinen neuen Spielzeugautos.
Tessa, die gerade von der Toilette zurückkehrte, durchquerte das Wohnzimmer und ließ sich schwungvoll neben Sadie auf das Sofa fallen. Sie stöhnte theatralisch und strich sich über den Bauch.
„Schon wieder überfressen“, stellte sie nüchtern fest.
„Trotzdem bist du dürr“, sagte Gary, nachdem er sie mit einem Seitenblick bedacht hatte.
„Wir waren eben nie füreinander bestimmt.“ Tessa grinste ihn breit an, woraufhin Gary lauthals lachte. Matt verzog kurz die Lippen zu einem Lächeln und nahm dann noch einen Schluck Bier. Nachdem er die Dose wieder weggestellt hatte, verlor sein Blick sich im Nichts.
Bens Rennauto kollidierte mit Sadies Turnschuh. Betroffen blickte er zu ihr auf und sie nutzte die günstige Gelegenheit, sich ihren Neffen zu schnappen.
„Komm her, du“, sagte sie und hob ihn auf ihren Schoß. Mit seinem schönsten und breitesten Milchzahnlächeln grinste Ben seine Patentante an, die seine Nase mit ihrer anstupste und dann begann, ihn ohne Ankündigung durchzukitzeln. Lautes Kreischen übertönte alle anderen Geräusche im Wohnzimmer.
„Wer wird hier geschlachtet?“, fragte Norman, während er aus der Küche kam und sich den anderen gegenüber in seinen Sessel setzte. Inzwischen war seine Haarpracht wieder deutlich dichter, er wirkte gesünder. Wenn alles so blieb, hatte er den Krebs besiegt.
„Schlachten ist eine gute Idee“, sagte Sadie, drehte Ben auf den Bauch und winkelte sein linkes Bein an. Der Kleine begann zu johlen und zu quieken, als sie vorgab, seine Wade anknabbern zu wollen. In diesem Moment erschienen Sandra und Joanna wieder im Wohnzimmer, die beide nach ihren Kindern geschaut hatten. Michelle und Nicolas schliefen oben – zumindest war das der Plan.
Sandra setzte sich lächelnd neben Gary auf das kleinere Sofa und beobachtete, wie Sadie Ben bis zur Atemlosigkeit lachen und schreien ließ. Schließlich ließ sie Gnade walten und strich ihm über den Kopf. Joanna gesellte sich zu Sandra und lächelte Sadie zu.
„Schläft die Kleine wieder?“, fragte Norman.
„So gut wie“, erwiderte Joanna. „Ist wahrscheinlich die fremde Umgebung.“
„Das ist Nicolas ja völlig egal, der schläft überall wie ein Stein“, sagte Gary zufrieden und bedachte Ben mit einem skeptischen Blick. „Anders als der kleine Rabauke hier …“
„Sei nicht so hart zu meinem Neffen“, nahm Sadie Ben in Schutz.
„Du bist seine Patin, du bist voreingenommen“, sagte Gary nicht ganz ernst gemeint. Im Augenwinkel beobachtete Sadie Joanna, die jedoch nicht darauf reagierte. Das musste sie auch nicht, denn sie war Patentante von Nicolas – so wie Matt sein Patenonkel war.
Ben rutschte von Sadies Schoß und lief hinüber zu seiner Mutter. Sadie entging nicht, mit welch liebevollem Blick Norman seinen Enkel dabei beobachtete.
„So ein süßer Fratz“, murmelte auch Tessa.
Sadie nickte zustimmend. Sie hatte eine Schwäche für ihren Neffen – und er umgekehrt für sie. Schon an Thanksgiving hatte sie festgestellt, dass sie ihn plötzlich mit anderen Augen sah.
„Was macht das Studium?“, erkundigte Norman sich bei Tessa.
„Sagen wir so: Es ist zum Glück nicht mehr lang“, erwiderte sie und lachte.
„Du kannst stolz auf dich sein.“
„Danke.“ Sie errötete.
„Doch, im Ernst. Ich weiß, wie schwierig das ist. Ich habe auch erst spät und neben dem Beruf studiert“, sagte Norman.
„Ja, das hat Sadie mal erzählt.“
Während die anderen sich über die verschiedensten Dinge unterhielten, stand Sadie auf und ging an Rusty vorbei nach draußen auf die Veranda. Im Wohnzimmer war es ihr deutlich zu warm. Sie schob die Tür hinter sich wieder zu, verschränkte die Arme vor der Brust und atmete tief durch. Draußen war es angenehm frisch, der dunkle Garten lag still vor ihr. Unwillkürlich musste sie an ihre Katzen denken, die jetzt zu Hause waren und von den Nachbarn versorgt wurden. Sie hätte sich ein Leben ohne die beiden gar nicht vorstellen können. Sie gehörten einfach dazu.

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Seitenaufrufe: 3 mal Aufgerufen Am 21. Januar 2018 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Depression, FBI, Mormonen, Polygamie, Profiler, Psychothriller, Sekte, Spannung, SWAT
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