Die Schwestern Marchand – das Gerstenberg – Haus 1806

Die Schwestern Marchand – das Gerstenberg – Haus 1806
Preis: 14,90 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: http://charlotte-schroeter.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783943380286
Nach der Französischen Revolution reist die Familie Marchand ziellos durch Europa. 1806 kommt sie in der westfälischen Hellwegstadt Geseke an. Dort beziehen die Marchands das geheimnisumwitterte ,,Gerstenberg- Haus“. Und schon bald geschehen dort unheimliche Dinge, die ein Familienmitglied in den Wahnsinn zu treiben drohen. Sind die Geister der Gerstenbergs noch nicht zur Ruhe gekommen? Ein ergreifendes Familienschicksal in Geseke und Hövelhof Anfang des 19. Jahrhunderts.
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Leseprobe

Geseke, 1806

Wer einen Besuch in der Hellwegstadt Geseke plante, oder auch nur auf der Durchreise war, passierte unweigerlich den ,,Posthof“. Jede Kutsche, jeder Postillion pflegte vor der langen gepflegten Auffahrt des weit von der Straße zurückliegenden Herrenhauses zu halten, einen Blick auf den vornehmen Gasthof zu werfen, oder in der Weinhandlung einzukehren, um sich für die weitere Reise zu stärken. Das erste, das Reisende von der Hellwegstadt zu sehen bekamen, waren die verfallenen Festungsanlagen. Die dicken Mauern waren eingefallen und von Efeu überwuchert, zunächst ein romantischer Anblick, aber hinter dieser Fassade wurde deutlich, zu was das ehemals stolze Geseke sich inzwischen entwickelt hatte: Einer kleinen Ackerstadt, noch immer hoch verschuldet durch den 30- Jährigen Krieg, erschüttert durch den neuen Geist der Revolution- die ärmste Stadt des Herzogtum Westfalens. Geseke bestand im Jahr 1806 aus 447 Häusern. Die meisten Bürger waren Landwirte, oder bewirtschafteten neben ihrem Beruf ein kleines Stück Land, um ihr Überleben zu sichern. Von den Geseker Bauern war fast jeder einem oder sogar mehreren Grundherren verpflichtet, sie zahlten Pacht und entrichteten naturelle Abgaben.

Seit 1802 herrschte Ludwig X., Herzog von Hessen- Darmstadt, über Westfalen. Er hatte das Herzogtum beim Reichsdeputationshauptschluss zum Außgleich für die verlorenen linksrheinischen Gebiete von Napoleon erhalten. Die meisten Geseker hatten die Besetzung begrüßt und gehofft, mit einem Untergebenen Napoleons würden die Grundsätze der Französischen Revolution von 1789, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, endlich auch in Westfalen Einzug halten. Stattdessen war Ludwig bestrebt, den Juden mehr Freiheiten zu gewähren, so wurde auch der Handel in Geseke überwiegend von Juden dominiert, somit hatten die überwiegend katholischen Bürger kaum eine Möglichkeit, sich wirtschaftlich zu etablieren.

Die Loyalität zu Frankreich schien Geseke vor dem Ruin zu retten: Zahlreiche Reisende passierten die Stadt, hielten sich oft mehrere Tage hier auf und bewunderten die nun verfallenen Festungsmauern, die eins den Tollen Christian abgehalten hatten. Die einzige Möglichkeit, angemessen abzusteigen, bot der Posthof, der dank einem umfangreichen Privatkapital vor dem Verfall bewahrt werden konnte. Die Urzelle des Anwesens bestand aus einem an die 400 Jahre alten Bruchsteinhaus, das später durch verschiedene Fachwerkbauten erweitert wurde. Eine besondere Sehenswürdigkeit stellte die Scheune des Anwesens da, die eines der ältesten Gebäude in Geseke war.

Hatte man dem zu hunderten Fässern im tiefen, großen Keller des Hauses lagernden Weines zu ausgiebig zugesprochen, bot sich den Reisenden die Gelegenheit im ,,Posthof“ zu übernachten. 20 Pferde und mehrere Kutschen fanden Platz in den eigenen Stallungen, denn zum Herrenhaus gehörte auch eine Landwirtschaft mit drei Pferden.

Der Besitzer des Posthofes, Dr. med. Reen hatte das Anwesen zu seinem Vergnügen erworben. Seit vielen Jahren war er als praktischer Arzt in Geseke und Umgebung tätig und brachte von Haus aus die finanziellen Umstände mit, einen ausschweifenden Lebenswandel zu führen. Im Alter tauschte er das schmucke Giebelhaus am Marktplatz, das er seit Jahren mit seiner Frau Elisabeth bewohnte, gegen das stattliche Anwesen des Posthofes, den er selbst bewirtschaftete. Erfahrene Landwirte standen Reen zur Seite und führten ihn in die Kenntnisse der Landwirtschaft ein. Verspürte er Lust dazu, erhob sich Reen schon in der Früh von seinem Lager, um die Kühe zu melken und die Hühner zu füttern. War er dazu zu bequem, besorgten seine angestellten Mägde und Knechte die Arbeit.

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Seitenaufrufe: 38 mal Aufgerufen Am 12. Januar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Empire, Geseke, Historisch, Intrigen, Napoleon, Romantik
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