Die Päpstin von Mailand. Die Geschichte der Vilemiten

Die Päpstin von Mailand. Die Geschichte der Vilemiten
Preis: 6,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: http://homepage.univie.ac.at/christine.neumeyer/Autorenhomepage
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783845905303
Die böhmische Königstochter und Nonne Vilemina flieht aus der Heimat, denn sie trägt ein Kind unter dem Herzen. Erst in einem Mailänder Kloster findet sie Unterschlupf. Mit ihrer freigeistigen Lehre zieht sie bald Adelige, Geistliche, Handwerker und Bauern in ihren Bann. Im Sterben legt sie ihrer Nachfolgerin Mayfreda eine schwere Bürde auf. Sie soll den verschollenen Sohn aufspüren, denn er allein sei dafür bestimmt, die frohe Botschaft zu verkünden. Doch Mayfreda wehrt sich gegen den ungeliebten Auftrag, während ein erbitterter Kampf zwischen der Mailänder Inquisition und den Anhängern Vileminas beginnt … Erzählt nach einer wahren Begebenheit: Originale Prozessakten der Mailänder Inquisition von 1300 wurden im 16. Jahrhundert durch Zufall von einem Mönch entdeckt.
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Leseprobe

Der junge Signore Visconti nickte. Er kam nicht zu Wort, allein, was hätte es genutzt? Der Erzbischof duldete keinen Widerspruch, von niemandem. So war es immer schon gewesen. Zum Schluss verließ der junge Mann mit gesenktem Haupt die Kammer des Oheims, der ihm abgewinkt und ihn weggeschickt hatte, als er am Ende etwas erwidern wollte. Er wünsche sich auszuruhen, am nächsten Morgen würde er den Neffen mit dem ersten Hahnenschrei wecken. Matteo solle sich bereithalten, er habe vor, ihm die Stadt von einer besonderen Seite zu zeigen, die er sicher noch nicht kennengelernt habe. Matteo schlurfte mit hängendem Kopf den Gang entlang, wollte zu seiner Frau, sie zur Rede stellen, fragen, weshalb sie ohne seine Erlaubnis mit dem Erzbischof über persönliche Dinge gesprochen hatte.

Plötzlich hörte er hinter sich fremd klingende Stimmen. Matteo drückte sich in den Schatten zurück. Im zuckenden Licht einer brennenden Kerze sah er zwei Maiden die Treppen hochkommen, hinterher schlich der Diener in gebückter Haltung. Sie bemerkten ihn nicht, sodass er beobachten konnte, wie der alte Mann in der schwarzen Livree die merkwürdige Gesellschaft bis zur Kammer des Erzbischofs führte. Dort blieben sie stehen und der Diener klopfte an die Tür. Verwundert rückte Matteo näher. Welch unpassende Garderobe, welch auffallend hell geschminkte Gesichter! Das Haar trugen die Damen schlampig hochgesteckt. Einzelne Strähnen fielen hinab bis auf die Brüste, die kaum von den dünnen Kleidern verdeckt wurden. Zu seinem Erstaunen wurde die Tür unverzüglich geöffnet und die jungen Frauen verschwanden kichernd im Zimmer. Der Diener schloss ab und zog sich schleichend zurück. Matteo wartete einen Moment. Dann trat er heran. Als er schrilles Kichern vernahm, staunte er noch vielmehr. Kurz sah er sich um, prüfte, ob ihn niemand beobachtete, kniete nieder und drückte sein rechtes Auge an das Schlüsselloch. Das Bett mit dem Himmeldach stand an der Wand gegenüber. Eines der Mädchen kauerte auf den Knien davor. Das mittlerweile offene Haar breitete sich wie ein Schleier über ihren nackten Rücken aus. Matteo schluckte. Sein Oheim saß mit gespreizten Beinen auf der Matratze. Graue Locken überwucherten seine Brust bis hinab zu seinem mächtigen Bauch. Mit klopfendem Herzen suchte Matteo nach der zweiten Frau. Zuerst konnte er sie nirgends entdecken, bis sie hinter dem Erzbischof auftauchte und sich über dessen Haupt stellte. Auch sie war völlig nackt. Sein Onkel warf lachend den Kopf in den Nacken, streckte die Zunge und stieß sie zwischen die Schenkel der Maid. Matteo fuhr zurück. Blitzschnell stand er auf und stolperte irritiert weiter bis zur Kammer seiner Gemahlin. Er wusste nicht recht, was er denken sollte. Seine Wangen glühten, sein Herz schlug heftig. Sein Oheim, der Erzbischof, empfing tatsächlich Huren im Palazzo! Taumelnd trat er ein und bemerkte, dass Bonacossa bereits zu Bett gegangen war. Mit hastigen Fingern öffnete er seine Unterhose, die Bruche, und legte sich zu ihr. Mit seinem erregten Körper schmiegte er sich an ihre Wärme. Wie lange war es her? Sie ließ ihn leise seufzend gewähren, und schob das Hemd hoch bis zu ihren Hüften. Das Bettgestell quietschte. Als er sich nach wenigen Minuten von ihr löste, wendete sie sich ab und schlief auf der Stelle ein. Dabei hätte er gerne wenigstens ein paar Worte mit ihr gewechselt.

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Seitenaufrufe: 42 mal Aufgerufen Am 6. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Inquisition, Leidenschaft, Liebe, Mailand, Mittelalter, Päpstin, Sekte, Verrat, Vilemiten
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