Die Macht der Clans II – LiebesTod

Die Macht der Clans II – LiebesTod
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Romantik, Science-Fiction
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781520179490
Der Kampf gegen die Clans geht weiter. Bei dem Versuch, einen ihrer Freunde vor der Hinrichtung zu retten, gerät Larissa in die Gefangenschaft von Lord Batiste. Der Clanführer will die Herrschaft über ganz Terra an sich reißen und schreckt vor keiner Grausamkeit zurück. Um ihre Freunde zu schützen, gibt es nur einen Weg: Larissa muss denjenigen verraten, den sie liebt … Teil II setzt die spannende Geschichte des ersten Teils nahtlos fort und hält nicht nur für die Leserinnen und Leser Überraschungen bereit ...
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Prolog

12.Januar 328 nach Besiedelung: Mondstation Atlantis 2

Sitz des Großherrschers Alarith Zerros 22:37 Uhr

Die schlanke, in Schwarz gekleidete Gestalt stand bewegungslos in der Mitte des großen Saales. Seine Ausbilder hatten ihn Selbstbeherrschung gelehrt, woran er sich noch immer hielt. So ließ er sich seine Gefühle nicht anmerken. Es war keine bewusste Entscheidung, sondern ein Verhalten, das im Laufe der Jahre zu einer Gewohnheit geworden war, die er einfach nicht ablegen konnte. Nur ein Muskel unterhalb seines rechten Auges zuckte leicht. Ein kaum merkliches Zeichen des Zorns, der in ihm tobte.

Um seine Handgelenke wie auch um seine Fußknöchel spannten sich massive metallene Fesseln. Dennoch hätte er es gewagt, den Mann der mit ihm sprach, anzugreifen. Was den Schwarzgekleideten davon abhielt, war nicht das halbe Dutzend Wachen, die in diesem Raum postiert waren.

Es war noch keine zwei Wochen her, da hörten sie auf seine Befehle. Nun genossen sie es, ihn in Ketten zu sehen. Belauerten ihn, Straßenkötern gleich, die die Schwächen ihrer Beute witterten, bereit, ihn zu zerfleischen. Sie fürchteten ihn immer noch und das mit Recht. Er zweifelte nicht daran, sie besiegen zu können, wenn auch auf Kosten seines Lebens.

Selbst in der undurchdringlichen Finsternis, die außerhalb des blendenden Lichtkreises herrschte, war er in der Lage, genau zu bestimmen, wo sich die Wachen aufhielten. Das leise Rascheln ihrer Kleidung verriet sie. Sie fühlten sich zu sicher, um in der absoluten Bewegungslosigkeit zu verharren, die ihnen antrainiert worden war. Selbst das Geräusch ihres Atems, kaum lauter als ein Hauch, würde ihm ausreichen, um sie aufzuspüren und zu eliminieren. Was ihn daran hinderte, war schlichte Neugier. Alarith Zerros hielt sich nicht umsonst seit Jahrzehnten auf seinem Platz als Großherrscher. Nicht immer schienen seine Handlungen sinnvoll, aber er tat niemals etwas ohne Grund.

Doch auch die Furcht lauerte in dem Gefangenen. Kalt brannte sie in seinem Inneren, paarte sich mit Wut. Es drängte ihn, sie herauszuschreien, dem Verlangen nachgegeben, auf etwas einzuschlagen. Vorzugsweise auf das Gesicht des Mannes, der gerade mit ihm sprach. Er schloss die Augen und zwang sich, gleichmäßig zu atmen, um seine Beherrschung zu erhalten. Verdammt wollte er sein, ließe er zu, dass Zerros ihn brach.

Als ihm die Richter die einzelnen Anklagepunkte vorlasen, hätte er beinahe gelacht. Hochverrat? Jahrelang hatte er genau das gefürchtet und nun, wo er sich in Sicherheit glaubte, klagten sie ihn an. Seine Hinrichtung würde im Morgengrauen stattfinden und alles zerstören, was er sich über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Nicht etwa, weil er gescheitert war, sondern aus der Laune eines greisen Mannes heraus, den nur der pure Trotz davon abhielt, endlich zu sterben, um den Platz auf dem Thron frei zu machen. Auch wenn das nichts geändert hätte. Der Gefangene zweifelte daran, dass irgendein Mensch, der seinen Arsch auf den Weltenthron pflanzte, anders war als sein Vorgänger. Das einfache Volk interessierte die Herrschenden wenig, solange es ihnen selbst gut ging.

»Es ist von dringender Notwendigkeit für ganz Terra«, wiederholte der Großherrscher und riss den Schwarzgekleideten damit aus seinen Grübeleien.

Die Wachen mochten nachlässig sein, Zerros war es nicht. Nicht einmal anhand der Stimme konnte der Gefangene erkennen, wo sich der Großherrscher aufhielt. Die Worte hallten, elektronisch verzerrt, durch den Raum, schienen synchron aus verschiedenen Richtungen zu kommen. Zerros mochte alt sein, aber er war kein solcher Narr, seinem Gefangenen ohne entsprechenden Schutz gegenüberzutreten.

Der Schwarzgekleidete wusste um seinen eigenen Ruf. Er galt im Vergleich zu den anderen Kriegern als schneller, härter, rücksichtsloser. Sein Aufstieg in die Führungsriege war innerhalb kürzester Zeit erfolgt. Viele munkelten, er hätte einen Gönner. Jemanden, der ihn die Karriereleiter hinaufschob. Was für ein Schwachsinn. Alles was er erreicht hatte, verdankte er seinem eisernen Willen. Niemals verlor er sein Ziel aus den Augen. Dennoch kam er gerade von seiner eigenen Gerichtsverhandlung, die kaum mehr als eine Farce gewesen war.

»Wichtig für Terra oder für Euch und Euren verfluchten Rat?«, antwortete er verspätet auf die Aussage des Großherrschers.

»Für Terra und den Rat. Aber in erster Linie für das Volk. Der alte Clanführer war listig und durchtrieben, während sein Sohn grausam und skrupellos ist. Sollte er noch mächtiger werden, könnte er in der Lage sein, selbst dem Rat gefährlich zu werden. Wenn dies geschieht, wird er eine Schreckensherrschaft auf Terra errichten, die du dir nicht einmal vorstellen kannst.«

»Ich kann mir nichts vorstellen, was schlimmer sein könnte als Ihr und Euer verdammter Rat.«

»Ich verstehe deinen Zorn. Du fühlst dich ungerecht behandelt und damit hast du sogar Recht. Es ist mir nicht leicht gefallen, deine Verhaftung zu veranlassen, aber ich musste tun, was getan werden musste.«

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Seitenaufrufe: 20 mal Aufgerufen Am 5. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Dystopie, Emotionen, Gefangenschaft, Liebe, Rebellion, Sci-Fi, Science Fiction, Spannung
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