Die Jägerin – Blutrausch (Band 2)

Die Jägerin – Blutrausch (Band 2)
Preis: 3,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781491287897
Die mystisch-verrückte Welt der Jägerin mit all ihren schrecklichen Geschöpfen der Nacht ist nicht der richtige Ort für ein Kind, um darin sicher und behütet aufzuwachsen. Doch Ada will nur eines: ihre Tochter, die ihr nach der Geburt aus den Armen gerissen wurde. Kann sie den Verlust, der sie an den Rand der Verzweiflung bringt, überwinden und ihre Aufgabe als Beschützerin der Menschen weiterhin erfüllen? ,,Die Jägerin - Blutrausch” ist der zweite Teil der Fantasy-Romance-Reihe, der sich mit dem Verlieren und Wiederfinden, dem Schmerz und der Heilung, mit Liebe und Trauer und Verständnis beschäftigt.
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Leseprobe

Glücklich, zufrieden und vor allem BE-friedigt lag ich auf der Decke im Gras meines Gartens und blinzelte mit einem schmutzigen Grinsen im Gesicht in die Sonne. Was für ein Vormittag! Es war wirklich herrlich gewesen, und ich konnte gar nicht mehr aufhören daran zu denken, welche furchtbaren „Sünden” der Pater und ich begangen hatten. Als ich meine Augen schloss, tauchten Bilder vom Pater vor mir auf, und ich musste erneut lächeln. Genüsslich streckte ich mich und berührte mit meinen Fingerspitzen die Grashalme am Kopfende der Decke. Sie waren noch etwas feucht und kühl, da der Boden sich noch nicht sehr von der Frühlingssonne erwärmt hatte. Plötzlich ertönte ein merkwürdiges Rascheln neben mir. Erschrocken zog ich meine Arme wieder ein und lauschte angestrengt.

Da.

Da war es schon wieder.

Unverkennbar.

Es klang wie Herbstlaub, durch das man läuft, oder wie Papier, das man zusammenknüllt. Also, ich wusste ja, dass ich jegliches Zeitgefühl in Pater Michaels Schlafzimmer verloren hatte, aber das bereits Herbst war, bezweifelte ich stark. So gut war es nun auch wieder nicht gewesen.

Ich schlug die Augen auf und blinzelte in die Sonne. Die Blätter der Kastanienbäume bewegten sich nicht. Es war völlig windstill. Also konnte es auch nicht vom Wind verursacht worden sein.

Es raschelte erneut.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich etwas bewegte. Eine Gänsehaut überzog meinen ganzen Körper. Langsam drehte ich den Kopf zur Seite, und als ich die Ursache für das Geraschel entdeckte, hielt ich den Atem an. Denn am Gartenjasmin waren nun nicht nur die weißen Knospen zu sehen, die der Mai sprießen ließ. Sämtliche Blätter waren ebenfalls weiß, und vor mir sah ich einen einzigen weißen Ball von einem Strauch. Ich zog scharf den Atem ein und drehte mich auf die Seite. Ich stützte mich auf den Ellenbogen. Staunend starrte ich den Strauch an. Wie war so etwas möglich?

Ich stand von meiner Decke auf und lief zögerlich zu dem Jasmin hinüber. Meine Hand streckte sich nach ihm aus und wollte die wundersamen Blätter berühren. Aber kurz bevor auch nur eine Fingerspitze sie erreichte, zog ich meinen Arm zurück, als hätte ich mich verbrannt, denn wieder hatte ich dieses Rascheln gehört. Die Blätter fingen an zu wackeln, und entsetzt sah ich zu, wie sie alle zu Boden rieselten. Eine innere Alarmglocke fing an zu schrillen und sagte mir, dass es vielleicht doch nicht so klug war, die Pflanze anzufassen. Unwillkürlich schlang ich meine Arme um mich selbst. Auf einmal war mir eiskalt geworden, und ich fühlte mich gar nicht mehr wohl an diesem sonst so schönen Ort. Und es wurde auch nicht besser, als ich ein erneutes Rascheln vernahm und zusehen konnte, wie die Blätter, die gerade eben noch im Gras gelegen hatten, sich plötzlich wieder an den Zweigen des Strauchs befanden. Was hatte dieses seltsame Schauspiel nur zu bedeuten? Aber vielleicht…?

Ich wirbelte herum und rannte zu Pater Michael ins Büro. Ungeschickt, wie ich manchmal sein konnte, stolperte ich über die letzte Treppenstufe und fiel nahezu in das Zimmer. Im allerletzten Moment konnte ich meinen Sturz abfangen, aber nur weil ich die Rückenlehne von Pater Michaels Stuhl packte und mich daran festklammerte wie eine Wahnsinnige.

„Herrgott noch mal, Ada! Was soll denn das?”, entfuhr es ihm verärgert, und er fasste sich ans Herz. Mein Gezerre an seinem Stuhl hatte ihm einen kräftigen Schrecken eingejagt.

„Tut mir leid. Aber da…da…da”, stotterte ich aufgeregt und deutete nach draußen in den Garten.

„Was ist denn da?”, fragte mich der Pater ungeduldig und sah mich mit finsterer Miene an.

„Ein Strauch”, antwortete ich immer noch außer Atem.

Seine Augenbrauen flohen erst bis zu seiner Stirn hinauf und klebten dann an seinem Haaransatz, so verwundert war er über meine beeindruckende Feststellung. „Ich weiß, dass da ein Strauch ist, Ada. Da sind viele Sträucher”, entgegnete er mir unnötigerweise. Was für ein Blitzmerker! Ich wusste doch am besten, wie mein Garten aussah!

„Ein Strauch mit weißen Blättern!”, brachte ich mühsam hervor. Mein Herz schlug mir immer noch bis zum Hals vor Aufregung. Doch den Pater schien meine Information gar nicht weiter zu interessieren. Er glotzte mich mit seinen schwarzen Augen einfach nur an und sagte nichts. Bis mir auffiel, dass er nicht atmete. Ohne etwas zu sagen, erhob er sich von seinem Stuhl und ging zur Tür, die zum Garten führte. Langsam wanderte sein Blick über das Grün, und schließlich fand er das biologische Wunder: den weißen Strauch. „Mhh,” machte Pater Michael und kratzte sich nachdenklich am Kinn.

Ich sah zu ihm auf. Ich wusste, das seine „Mhhs” nichts Gutes zu bedeuten hatten.

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Seitenaufrufe: 38 mal Aufgerufen Am 11. Januar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy Romance, Jugendbuch, Liebesroman, Mystery, Paranormal, Romantasy, Vampirroman
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