Die Grenze aus Glas – Am Anfang war das Schweigen

Die Grenze aus Glas – Am Anfang war das Schweigen
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.webbstar.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781530737253
Gary findet auf der Suche nach seinem Freund Berti einen Toten auf dem Gelände einer vermeintlich stillgelegten Chemiefabrik. Offensichtlich wird dort ein als Schädlingsbekämpfungsmittel getarntes Nervengift hergestellt. Doch wer lässt es produzieren? Aus welchem Grund wird es gerade dort hergestellt, aber woanders eingesetzt und zu welchem Zweck wird es überhaupt eingesetzt? Eine abenteuerliche Irrfahrt quer über den Globus beginnt mit der Suche nach den Ursachen. Unterstützt vom Journalisten Theo Konrad reisen Gary und Berti um die halbe Welt und entdecken im Urwald Südamerikas Ungeheuerliches. Nur mit der Hilfe des entflohenen Pepe bekommen sie die Antworten auf ihre Fragen. Pepe war Kurierfahrer in einem Gefangenenlager. Das Lager ist eine Haftanstalt für weltweit aktive Kapitalverbrecher. Delinquenten aus allen Ländern treffen hier aufeinander und werden für die Dauer von maximal einem Monat inhaftiert und anschließend ermordet. Das Lager wird von einem Konglomerat der Industrie finanziert, ist allen beteiligten Regierungen bekannt und existiert in dieser Form schon sehr lange. (Die Grenze aus Glas - Teil 2) Eine abgeschlossene Story!
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Leseprobe

Kapitel 9 – Die bolivianische Spinne

Gary schob die Gegenstände zur Seite, die auf dem Küchentisch standen und breitete eine Weltkarte aus. Dann zeichnete er die schon bekannten Orte ein. Theo schaute von vorne auf die Weltkarte und die beiden anderen von den Seiten. Theo schlug vor, die eingezeichneten Orte miteinander zu verbinden. vielleicht ergäbe sich aus diesen Linien ein Muster, und somit eine Bestätigung – zumindest aber eine Vermutung. Also zog er eine lange Linie von Plymouth nach Orlando, und wieder von Plymouth nach Porto, Palma, und von dort nach Caracas.

Bertis Blickwinkel ließ kein nennenswertes Muster erkennen, keine Figur, und kein Hinweis auf einen besonderen Ort. Er saß zu Theos rechter Seite. Theo drehte die Karte nach rechts, und sah ebenso wenig wie schon Berti zuvor. Dann drehte er die Karte nach links. Jetzt ergaben die Linien einen sichtbar großen Buchstaben. Theo tippte mit dem Finger darauf, und stierte auf ein großes ›M‹. Welche Bedeutung sollte jedoch ein ›M‹ haben? Multi, Massaker, Mord, Macht, Madonna, Magie, Mahnmal, Majestät, Makel, und Malteser.

Alle bedeutungsvollen Worte mit einem ›M‹ am Anfang wurden genannt, aber keines davon wies eine Besonderheit vor, die auf einen speziellen Ort oder eine anderen Außergewöhnlichkeit hinweisen könnte. Theo schlug vor Wut und Verzweiflung mit der Faust auf den Tisch, und machte ein zorniges Gesicht. Die Blicke der anderen richteten sich erneut zu Boden, an die Zimmerdecke oder sie blickten gegenseitig in fragende Gesichter. Berti stand auf und ging auf und ab. Das animierte die beiden anderen dem nach zu tun, und nun wanderten drei nachdenklich gestimmte Personen durch die Küche, um die Stühle herum und schauten ab und zu auf die Karte mit dem eingezeichneten ›M‹. Mal verschränkten sie die Arme vor der Brust, mal schlugen sie sie auf dem Rücken ineinander, mal schauten sie auf den Boden und mal blickten sie mit erwartungsvollen Blicken an die Zimmerdecke. Ratlosigkeit war die gemeinsame Parole. Plötzlich ging Gary entschlossen an den Tisch, nahm sich den Stift und zeichnete eine Verlängerungslinie von Caracas nach Süden ein. Ein fast gerader Strich. Die anderen beiden waren mittlerweile auf Garys Aktion aufmerksam geworden und verfolgten sein Tun aufmerksam.

„Wenn hier noch eine Linie nach Süden verliefe, könnte es sich um die ›bolivianische Spinne‹ handeln“, sagte Gary überzeugend.

„Was soll das sein, diese ›bolivianische Spinne‹? Eine Guerillataktik aus dem Koreakrieg?“, fuhr es aus Theo heraus.

„Es ist eine Variante von aufeinanderfolgenden Schachzügen eines Spielers. Sie wird mit einer großen Rochade abgeschlossen, und erzeugt insgesamt dieses Muster. Zuerst lassen sich die Beine der Spinne erkennen, und wenn noch eine Linie nach Süden abginge, die durch die große Rochade entsteht, wären wir alle glücklich – jedenfalls geografisch betrachtet“, sagte Gary wiederum sehr überzeugend. Ungläubige Blicke wechselten von der Karte in Garys Gesicht hin und her. Die allgemeine Skepsis war auch für Gary zu spüren. Hier standen ihm keine Untergebenen gegenüber, die seinen Ausführungen blind vertrauend Folge zu leisten haben.

„Im Jahre 1908 wurde diese Spielfolge zum erstenmal bei einem Turnier in Sucre angewandt. Und Sucre ist eine Stadt in Bolivien“, brummelte Gary vor sich hin.

Gary glaubte sich in einer merkwürdigen Situation zu befinden und legte ein weiteres Argument nach wie ein Holzscheit in die Restflamme eines Ofens, der auszugehen droht. Berti und Theo standen sehr nachdenklich da. Dass sie aufgrund Garys Äußerung Luftsprünge oder Salti zu vollführen beabsichtigten, war niemandes Gedanken und niemandes Absicht.

„Es macht sich immer wieder bezahlt auch das Kleingedruckte zu lesen“, murmelte er weiter.

Theo zog den von Gary gezeichneten Strich von Caracas nach Süden mit dem Finger nach, stützte sein Kinn in die Hand und kippte seinen Kopf langsam und ohne die Augen von der Karte zu nehmen von einer Seite zur anderen. Berti und Gary beugten sich – auf ihre Hände gestützt über die Karte und schauten erwartungsvoll zu Theo.

„Nehmen wir einmal an du hättest die Nuss geknackt“, sagte Theo, und blickte kurz zu Gary, „dann befände sich der Zielort irgendwo dort auf dieser Linie, die jetzt von Caracas südlich abgeht, womöglich sogar in Bolivien. Kann man das so sagen?“ Theo sah die beiden anderen in seinen Augenwinkeln zustimmend nicken.

„Wir können jetzt einen Ort nach dem anderen aufsuchen und nach irgendwelchen Spuren forschen, aber ich halte es für wenig sinnvoll“, sagte Gary und holte sich ein bestätigendes Kopfnicken bei seinen Zuhörern per Augenkontakt ab.

Wonach sollten die Drei suchen? Welche Spuren würden sie verfolgen? Eine Ware wird kreuz und quer durch die Gegend gesendet, um möglichst alle Spuren der tatsächlichen Herkunft zu verwischen. Das ist jedem der Drei bekannt und dazu muss niemand die Strecke nachvollziehen. Die unterschiedlichen Orte auf einer Karte einzuzeichnen ist völlig ausreichend.

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Seitenaufrufe: 97 mal Aufgerufen Am 23. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: chemiewaffen, gaskammer, häftlinge, lager, Medien, Mord, presse, urwald
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