Die gestohlenen Kristalle Geysirenlands

Die gestohlenen Kristalle Geysirenlands
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: www.birgitguertler.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783743148871
In Island werden Häuser und Straßen so errichtet, dass Feen, Elfen und Trolle nicht gestört werden. Aber gibt es diese Wesen wirklich? Lebt tatsächlich ein Stamm namens Huldufólk unsichtbar unter den Menschen? Eric hat keine Ahnung von all dem, denn er lebt isoliert von der Außenwelt bei seinem Onkel, bis ihm eines Tages ein Rabe berichtet, dass dort seine Heimat sei und nur er die Welten retten kann. Zusammen mit zwei Gnomen macht sich Eric auf in ein gefährliches Abenteuer.
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Leseprobe

Eric klopfte das Herz, als sie den steilen Hang herunterliefen. Grasbüschel wuchsen inmitten der grauen Basaltbrocken. Je tiefer sie gelangten, desto dicker überwucherte olivgrünes Moos den unebenen Untergrund. Es fühlte sich an wie ein weicher Teppich.

Am Fuß des Bergs huschten kleine Wesen aufgeschreckt zwischen den Steinen umher und versteckten sich in den Mulden.

Elana und Bo gingen voran. Sie gaben den anderen Zeichen stehenzubleiben, worauf sie sich die Gnome einer Ansammlung zusammengewürfelter Steine näherten. Bei genauerem Hinsehen erkannte man Unterschlupfe, die daraus gebaut waren.

Eric erschrak. Überall lugten kleine Trolle aus dem Moos. Es schien, als ob sie die ungebetenen Gäste schon lange bemerkt hatten und ringsherum auf sie lauerten. Einer von ihnen hockte nah bei Eric. Höchstens vier Schritte entfernt. Er reckte den Kopf aus dem Moos, spähte mit lila funkelnden Augen umher und erhob sich aus seinem Schlupfloch. Er maß höchstens einen halben Meter. So groß wie ein mittelgroßer Hund. Als der Troll Eric ansah, fauchte er und entblößte spitze Zähne. Das hellbraune Fell auf seinem Rücken sträubte sich wie bei einem Wolf. Auch das Gesicht erinnerte an einen Hund. Die untere Partie des Gesichts war leicht nach vorn gezogen, die Ohren lagen oben am Kopf und richteten sich nach den Geräuschen aus, doch die Trolle liefen aufrecht. Kleine muskelbepackte Körper. Eric war sich unsicher, ob sie eine Chance gegen so viele hatten und hoffte, dass sie ihnen nicht feindlich gesinnt waren.

„Hallo!“ Elana stand vor den Behausungen.

Eric bewunderte ihre selbstbewusste Ausstrahlung in dieser gefährlich wirkenden Situation.

„Hallo!“, rief sie energischer.

„Was gibts hier herumzuschreien“, fauchte eine Stimme, woraufhin einer der Trolle aus der Behausung hervortrat. Er hatte einen langen geflochtenen Zopf, der ihm bis zum Hintern reichte. Seine lila Augen blickten listig zu allen Seiten, er legte den Kopf schief und sah zu Elana hoch.

„Wir brauchen Wasser und etwas gegen entzündete Wunden.“

Eric empfand Elana unhöflich. Warum bat sie nicht freundlich darum? Doch dem Troll schien der harte Tonfall keineswegs zu stören.

„Was schert uns das? Wenn ihr hier weiter wollt, müsst ihr Wegzoll zahlen.“

Elana winkte ab. „Pah, oben am Berg hat man eine viel bessere Aussicht. Wir wollen nur Wasser und Medizin. Wir haben Tauschwaren dabei.“ Elana öffnete ihre Umhängetasche einen Spalt und blickte hinein, verschloss sie aber sofort wieder.

Die Trolle wurden plötzlich nervös. Viele näherten sich Elana, blieben aber auf Abstand, als Bo die Arme in die Hüften stemmte und seine grünen Augen zum Leuchten brachte.

„Tauschwaren also“, säuselte der Troll und verengte die Augen zu dünnen Strichen. „Wasser ist kostbar. Medizin ist teuer.“ Der Troll ging auf Steine zu, die einen Kreis bildeten, und winkte die Gnome zu sich.

Auch Eric begab sich zu dem Steinkreis und nahm mit den anderen auf den Brocken Platz. Eric fühlte sich unbehaglich. Die Trolle hatten sie zu Dutzenden umzingelt. Sie wirkten scheu und angriffslustig zugleich. Sie zischten und fauchten durch die nadelspitzen Zähne, kratzten sich durch das Fell, das ihre Körper dünn bedeckte.

„Was bietet ihr an?“ Der Troll stand in der Mitte des Kreises und blickte von einem zum anderen.

„Wir wollen erst sehen, was ihr habt. Von unsichtbaren Gütern war nämlich keine Rede.“ Elana stand auf und zog ein Stück ihrer Glasperlenkette hervor, ließ sie aber wieder hineingleiten und fixierte den verhandelnden Troll fordernd.

Dieser blickte sich suchend um, bis er einer Gruppe abseits stehender Trolle Befehle erteilte.

„Los schafft drei Krüge Wasser her und von dem heilenden Balsam!“

Die kleine Gruppe setzte sich sofort in Bewegung und verschwand unter dem moosbedeckten Boden.

„Wie ist dein Name, Gnommädchen?“ Die lila funkelnden Augen ruhten auf Elana und seine Nüstern schnüffelten in ihre Richtung.

„Elana“, antwortete sie grimmig.

„Mikusch. Was ist in der Tasche? Billige Glasperlen haben wir zu genüge.“

„Erst die Ware“, brummte Elana.

Der Troll grinste breit. „Du bist nach meinem Geschmack. Wenn du bleibst, kannst du haben, was immer du möchtest.“

Elana lächelte das erste Mal, doch sie gab ihm keine Antwort. Eric beobachtete, wie sich einige der Trolle heimlich näherten. Wenn er sie ansah, verharrten sie reglos und blickten unschuldig in den Himmel oder zu Boden. Sie führten eindeutig etwas im Schilde, er warnte Runi flüsternd, der neben ihm saß.

Die Gruppe Trolle kam zurück. In den Händen hielten sie drei steinerne Krüge, in denen glasklares Wasser glitzerte und einer von ihnen trug eine hölzerne Dose.

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Seitenaufrufe: 94 mal Aufgerufen Am 29. März 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: ab 10 Jahre, Abenteuer, Fantasy, Island, Kindergeschichte, Märchen, Vorlesegeschichte
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