Die Erben der Verbannten

Die Erben der Verbannten
Preis: 0,99 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: http://anja-fahrner.de
Erhältlich: Als E-Book
Cira lebt in einer grauen, durch eine unüberwindliche Mauer geteilten Stadt unter einer Glaskuppel. Das Zentrum ihres Daseins ist der Konsumtempel „Sorgloses Glück“, eine virtuelle Wohlfühlwelt. Als sie einen geflüchteten Werkarbeiter von jenseits der Mauer vor dem Zugriff der Wachmänner beschützt, erfährt sie erstmals echte Gefühle. Ihre Illusionswelt des Glücks zerbricht. Sie macht sich auf die Suche nach dem wahren Leben und dem dunklen Geheimnis der emotionslosen Stadt.
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Leseprobe

Cira lief zum Platz Sehnsucht. Einsam lagen die Straßen vor ihr und still. Nur die Sterne gossen ihr bleiches Licht durch die Glaskuppel über die grauen Fassaden bis tief hinab in die Häuserschluchten.

Schritte erschollen, hektisch und laut.

„Halt! Sofort stehenbleiben!“, schnarrte eine befehlsgewohnte Stimme.

Cira lauschte den Schritten, die dem Befehl nicht gehorchen wollten. Sie kamen rasend näher. Instinktiv drückte sie sich in den Schatten eines Gebäudes direkt neben einem dunklen Eingang, einem der Zugänge zu den Wohneinheiten. Eine hochgewachsene Gestalt tauchte aus dem kühlen Dunst der Straße auf, wurde rasch größer. Es war ein Mann, in einen altmodischen Mantel gehüllt, der wie eine Fahne hinter ihm herwehte. Keuchend rannte er auf Cira zu, nahm Blickkontakt zu ihr auf, flehte mit seinen Augen um Hilfe. Seine Miene, nein sein Wesen wirkte sonderbar lebendig, ganz anders als die Personen, denen sie sonst begegnet war. Er musste von jenseits der Mauer stammen, von jenem Ort, den sie noch nie gesehen hatte, einem schäbigen Ort mit geschmackloser Kleidung und schmutzigen Menschen. Ohne weiter darüber nachzudenken, deutete sie in den Gang neben sich. Der Mann verstand, huschte an ihr vorbei in die Dunkelheit. Cira stellte sich vor den Eingang und beobachtete, wie er den Mantel über seinem Kopf zusammenschlug und sich am Ende des Flurs dicht auf den Boden kauerte, so dass er fast mit dem Untergrund verschmolz.

„Er ist hier entlang“, erscholl eine Stimme in der Nähe.

Tritte klappten über hartes Pflaster, Tritte von zahlreichen Stiefeln.

Warum deckst du einen Unbekannten?, begehrte Ciras Verstand auf. Du musst völlig verrückt sein. Ihr Herz begann zu rasen, schien ihr rauschend das Blut in den Kopf pumpen zu wollen. Sie zwang sich zur Ruhe. Auch der Fremde hinter ihr war bemüht, seinen Atem unter Kontrolle zu bekommen. Zitternd holte sie ihren Handspiegel und ihren Lippenstift aus der Tasche und zog sich die Lippen nach.

Ein Pulk Personen hastete mit erhobenen Waffen um die Ecke.

Das Rot unter ihren fahrigen Fingern verwischte zu einem unsauberen Strich, als Cira die bewaffneten Wachmänner erblickte; in blaue, gepanzerten Westen gekleidet mit Helmen, die nur das Gesicht freiließen. Sie verzögerten ihre Schritte vor ihr, blickten aufmerksam umher. „Du da.“ Einer der Wachen ließ seine Waffe sinken und wandte sich ihr zu, ein bulliger Typ mit Bauchansatz. „Hast du einen Mann vorbeilaufen sehen? Einen dieser dreckigen Werksarbeiter?“

Cira wischte mit ihrem Zeigefinger den Fehlstrich fort, rieb betont langsam die Lippen aneinander und warf einen prüfenden Blick in ihren Handspiegel. „Nein. Hier war keiner.“ Die Lüge schien ihre Stimme zerquetschen zu wollen, aber sie hoffte, ihren inneren Aufruhr hinter ihrer Fassade verbergen zu können. Diese Kerle da vor ihr, die sie mit kalten Augen musterten, würden keinerlei Skrupel besitzen, Störenfriede wie den Fremden hinter ihr, einfach über den Haufen zu schießen.

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Seitenaufrufe: 112 mal Aufgerufen Am 9. November 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Alkatar-Universum, Cyberpunk, Kurzgeschichte, Science Fiction
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