Die Ehre meiner Seele

Die Ehre meiner Seele
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Webseite: http://author-bridgetsabeth.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783734511875
Doppelband: Sara Böhmer ist die Stieftochter von Baron Carl Königshofer von Eichstätt. Sie wird von Stephan Krüger zum Ball eingeladen. Noch auf der Kutschenfahrt offenbart sich Stephan, dass er ihre jüngere Schwester Alma liebt. Aber diese Liebe stößt auf große Ablehnung. Stephan verschwindet in derselben Nacht spurlos. Als Sara ihren Freund, Thomas Heine, aufsucht, trifft sie in dessen Wohnung auf Alma. Bestürzt erkennt sie, dass die beiden die Nacht gemeinsam verbracht haben. Sara ist zutiefst enttäuscht, da sie selbst Gefühle für Thomas hat. Dennoch vereinbaren die Geschwister Stillschweigen. Als Alma bekennt, dass sie schwanger ist, wirbelt es das Leben der Familie völlig durcheinander. In einer Winternacht wird ein Mädchen geboren. Doch plötzlich stellt sich die Frage, wer ist der Vater? Wie viel kann eine Liebe verzeihen, und wer verbirgt welches Geheimnis?
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Wo Stephan bleibt? Das Orchester hatte eine Polka angestimmt. Ich wiegte mich im Takt der Musik und verfolgte das Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumente. Der Dirigent stand auf einem Podest. Die Streicher saßen im Halbrund direkt vor dem Maestro. Dahinter befanden sich die Holzbläser mit Flöte, Klarinette, Oboe und Fagott. Es folgten die Blechbläser mit Trompete, Posaune, Tuba und Hörner. Pauken rundeten das Ensemble ab.

Rasch fanden sich Tanzpaare auf dem Parkett ein, unter ihnen Freifrau Helene und ihr Gemahl Freiherr Otto von Wolbrand. Unterdessen hatte ich mein Glas Champagner geleert. Auch die beschwingenden Töne schafften es nicht, die aufsteigende Ruhelosigkeit in mir zurückzudrängen. Ich saß mit meiner Mutter alleine am Tisch.

»Mach dir keine Sorgen. Stephan ist mit Sicherheit in ein Gespräch unter Männern vertieft und lässt dich deshalb warten. Aber hier sind noch andere adrette Anwärter.« Teresa deutete nach links und ich erkannte Oscar Schaller, den Inhaber einer Porzellanfabrik.

»Schade, dass Otto und Helene nur eine Tochter haben.« Sie seufzte und ich wusste, dass sie insgeheim bedauerte, die freundschaftliche Beziehung unserer beiden Familien nicht noch enger vereinen zu können.

»Mutter«, tadelte ich sie. »Ich verspüre keine Lust zum Heiraten.«

»Was ist mit Stephan?«

»Ausgeschlossen. Zudem würde ich Alma damit vor den Kopf stoßen.«

»Mag sein. Ich denke ohnehin, dass deine Schwester besser beraten ist, einen anderen Partner zu wählen.«

»Als ob sie darüber entscheiden könnte. Dabei wirkt Vater weniger abgeneigt als du.«

»Stephan Krüger? Niemals!« Obwohl sie ihre Stimme senkte, war die Schärfe darin unüberhörbar. »Sein Vater ist nicht integer!«

»Und Stephan muss deshalb büßen? Auch Alma? Beide haben tiefe Gefühle füreinander«, sprach ich gedämpft. Bei unserem brisanten Thema wollten wir beide keine ungebetenen Lauscher.

»Woher willst du das wissen?«

»Er hat es mir gegenüber zugegeben. Und Almas Gesicht war unmissverständlich, als Stephan mich abholte.«

»Dennoch diskutiere ich nicht mir dir darüber!«

»Carl hat dich gewählt, obwohl deine Abstammung keineswegs adelig ist.«

»Es reicht!«

»Entschuldige, wenn ich dir zu nahe getreten bin. Aber hast du nicht selbst unter einer Zwangsehe gelitten? Sind dir Gerede und Ansehen wichtiger als die Gefühle deiner Tochter?« Ich erhob mich.

»Sprich nicht über Dinge, die du nicht verstehst. Außerdem halten Carl und ich uns an das vorgeschriebene Prozedere! Und nun, geh! Halte besser Ausschau nach Stephan. Dabei kannst du ihm gleich seine Torheiten aus dem Kopf treiben. Alma bleibt für ihn unerreichbar. Darauf gebe ich dir mein Wort!«

Sprachlos raffte ich mein Kleid und eilte suchend durch den Ballsaal. Aufgewühlt drängte ich an lachenden Gästen und Tanzenden vorbei. Wie sollte ich Stephan erklären, dass seine Zweifel sich bewahrheiteten? Es gab für ihn keinerlei Aussicht auf Almas Hand.

Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und versuchte, über die Menschenmenge hinwegzublicken. Dort, der Dunkelhaarige? Nein, er ist es nicht …

Auf dem Balkon überraschte ich ein Pärchen, das Küsse austauschte, und ich machte rasch kehrt. Auch die von mir befragten Ballbesucher hatten Stephan nicht gesehen. Schließlich wagte ich mich zum Abort. Dort wartete ich minutenlang umsonst. Plötzlich trat ein älterer Herr heran und raunte mir zu: »Du gefällst mir, was verlangst du als Lohn für deine Dienste?«

Ich floh, verfolgt von seinem Lachen. All der Prunk und die festliche Musik rückten in den Hintergrund. Die Lust an einem geselligen Abend war mir gründlich vergangen. Ich nahm den Pelzumhang an mich, hinterließ bei einem Diener eine Mitteilung für meine Eltern, in der stand, dass ich mich bereits zurückgezogen hätte. Immerhin wollte ich nicht selbst in den Mittelpunkt einer Suche rücken.

Ich schritt hinaus in die Sommernacht. Kühler Wind umfing mich und Wolken verdeckten die Sterne am Firmament. Ich fröstelte in meinem lilafarbenen Kleid, zog den Chinchilla-Pelz fester um mich und wartete auf eine Kutsche. Die Türangeln quietschten und ich drehte den Kopf, um zu sehen, wer da ins Freie trat.

Stephans Vater. Er wankte bedenklich. Dennoch lief ich auf ihn zu. »Herr Krüger, habt Ihr eine Ahnung, wo Stephan sich befindet? Ist er schon unterwegs nach Hause? Ich kann ihn nirgends entdecken!«

Zuerst blinzelte der alte Mann irritiert, doch dann brach er in schallendes Gelächter aus. »Stephan, der arme Stephan …« Sein Lachen ging in ein Husten über, gegen das er ankämpfte. »Unser kleiner … armer Stephan … verloren …«

Er war mir unheimlich. Der Dunst von Alkohol wehte mir entgegen und ich wich zurück. Noch nie hatte ich ihn derart besoffen erlebt. Seine beeinträchtigte Körperkoordination ließ ihn einen ungewollten Umweg machen und er torkelte in Schlangenlinien auf mich zu. Ich wollte mit ihm auf keinen Fall länger alleine sein.

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Seitenaufrufe: 30 mal Aufgerufen Am 23. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: 19. Jahrhundert, Amerika, Bayern, Intrige, Liebe, Luitpold, Mongolismus, Mord, Oceanic
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