Die böse Hälfte

Die böse Hälfte
Preis: 11,95 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Krimi & Thriller
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783845911434
Entscheide, ob deine Tochter oder deine Vorgesetzte getötet werden soll! Als eines Tages der Büroangestellte Johannes einen Brief erhält, der ihn vor die Wahl stellt, ob nun seine Vorgesetzte oder seine kleine Tochter ermordet werden soll, hält er dies anfangs für einen schlechten Scherz. Jedoch stellt sich schnell heraus, dass ein geisteskranker Mörder sein Spiel mit ihm treibt. Und dieser Albtraum will nicht enden.
Leseprobe online lesen
Leseprobe herunterladen
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

KAPITEL 1

Das Rathaus stank. Von außen betrachtet, besaß es durchaus verschiedene Merkmale einer Kathedrale mit spitzen Giebeln im gotischen Stil. Die grauen Mauern zeigten sich an manchen Stellen efeuüberwuchert und liefen in zierlichen Türmen und verwinkelten, asymmetrischen Erkern aus. Umsäumt war das ganze Gebäude von einem schwarzen Gitterzaun mit Speerspitzen. Im Vorgarten ragte eine Reihe erhabener Kiefern in regennassem Geäst auf. Die Fenster des Gebäudes riefen mehr die Assoziation von Schießscharten einer mittelalterlichen Trutzburg hervor. Ein Schotterweg führte bis an eine Freitreppe, die in einer automatischen Glastür mündete, welche sich unter einem mit robusten Stützpfeilern ausgestatteten Vordach befand. Betrat man das Foyer, zeigten sich dem Betrachter klaustrophobisch enge Gänge, die sich mit abgewetztem Linoleum arg vernachlässigt zeigten und denen irgendwie das Tageslicht abhanden gekommen war. Und über allem lag ein süßlichschwerer Geruch, der jeder Beschreibung spottete. Das gesamte Jahr, in dem Johannes in diesem Gebäude arbeitete, rätselte er schon über diesen Geruch und die Mixtur mutete an, wie eine Mischung aus billigem Rasierwasser, Krankenhaus, chemischen Reinigungsmitteln und altem Schweiß. Obgleich nahezu jedem öffentlichen Gebäude eine gewisse Note Mief anhaftet, wunderte sich Johannes jeden Morgen erneut über seine Unfähigkeit sich daran zu gewöhnen. Paradoxerweise schien jedoch niemand der anderen Bediensteten sich daran zu stören. Zumindest wurde nie in Johannes’ Beisein davon gesprochen, geschweige denn etwas dagegen unternommen. In Johannes’ engem Büro war es nicht viel besser. Die besondere Penetranz mit der das Aroma auch hier durchschlug, versetzte ihn immer wieder aufs Neue in Erstaunen. In diesem Raum jedoch gesellte sich ein unverwüstlicher Zigarettengeruch wie ein Dieb auf leisen Sohlen hinzu, der sich an Wänden und Decke festgebissen hatte und welcher dem Potpourri an Gerüchen noch die Krone aufsetzte. Als man Johannes vor etwas mehr als einem Jahr das Büro zugewiesen hatte, waren die Wände noch gelb gewesen. Damals war Johannes noch tapfer genug, die geschmacklosen Jugendstilbilder von der Wand zu nehmen, welche sein Vorgänger dort hängen gelassen hatte, sodass unter dem Rahmen sorgfältig abgezeichnet eine weiße Tapete zum Vorschein kam. Johannes erzählte man damals, dass das Zimmer vor ihm jemandem über ein Jahrzehnt gehörte, der am Tag zwei Päckchen Zigaretten geraucht hatte – dazu noch filterlose – und schließlich einem Herzinfarkt erlegen sei, weil die Herzkranzgefäße dicht waren. Um wenigstens den Schein von Anstand zu wahren, ließ die Hausverwaltung die Tapete mit weißer Farbe überstreichen und entsorgte zudem gratis die nikotingelben Vorhänge, welche seit einigen Jahren die Konfrontation mit einer Waschmaschine konsequent vermieden hatten. …

Bewertung: 5.0 von 5 (2 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 36 mal Aufgerufen Am 27. Mai 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: edward lee, gothic, Horror, Mystery, Serienkiller, Serienmörder
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.