Die Akte Aljona

Die Akte Aljona
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Krimi & Thriller
Webseite: www.autorib.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Ein grausam verstümmelter Mann taucht plötzlich halb nackt auf einer Landstraße bei Görlitz auf und behauptet Stalin wäre für die furchtbaren Misshandlungen an seinem Körper verantwortlich. In Moskau wird ein Junkie vergiftet, in der Schweiz verschwindet eine junge Mutter mit ihrem kleinen Kind spurlos und ein angesehener deutscher Bioinformatiker gerät in Bedrängnis. Was haben diese Ereignisse im November 2014 mit einem geheimen Forschungsprojekt der Nazis zu tun? Paul Berens wird von dunklen Mächten quer durch Russland, halb Europa bis nach Pakistan gehetzt. Es geht um viel mehr, als er sich je hätte vorstellen können … Dies ist der dritte Thriller aus der Feder von Ilona Bulazel, den man nicht mehr aus der Hand legen kann! Bereits erschienen: »Operation Castus« und »world: reset – Nach den Aschentagen«.
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Leseprobe

Moskau, Russland – Oktober 2011, 23.00 Uhr

Ungeduldig blickte er auf seine Armbanduhr mit dem kaputten Glas. Er war unruhig und gereizt. Den letzten kläglichen Rest Kokain hatte er schon gestern verbraucht. Aber das spielte keine Rolle mehr, denn heute war der Tag, an dem er das Geschäft seines Lebens machen würde. Dann wäre bald alles wieder so wie früher. Das große Haus, die Autos, die jungen hübschen Frauen auf den Partys, alles würde zu ihm zurückkommen.

Die letzten Monate waren unerfreulich gewesen. Nach den lächerlichen Korruptionsvorwürfen hatte er gehen müssen. Das Geld hatte kaum für die ersten Wochen gereicht, sein Drogenkonsum nahm seither drastisch zu und jetzt war er kurz davor auf der Straße zu landen. Aber er war ein Kämpfer, aufgeben kam für ihn nicht infrage. Und dann hatte er diese Idee gehabt.

Er erinnerte sich an einige verstaubte Kartons, die unbeachtet in den dunklen Kellerarchiven seines ehemaligen Arbeitgebers standen. Längst vergessene kleine Zeitbomben, die ihr Ticken eingestellt hatten und selig vor sich hin schlummerten, bis sie eines Tages wieder jemand aktivieren würde. Innerhalb kürzester Zeit klopfte er den Markt ab. Das konnte er gut, er hatte immer schon gewusst, wie das Prinzip von Angebot und Nachfrage funktionierte. Der Deal war schnell eingefädelt und ein Wachmann, der ihm noch einen Gefallen schuldete, hatte sich als äußerst nützlich erwiesen.

Dieser staubige Karton, den er nun fest umschlungen hielt, war sein Rückfahrtticket in eine bessere Welt.

Endlich tauchte die schwarze Limousine in der verlassenen Nebenstraße auf. Zur Sicherheit prägte er sich das Kennzeichen ein. Vielleicht kann man diese Geschäftsbeziehung noch eine Weile fortbestehen lassen?, dachte er hinterhältig.

Der Wagen hielt jetzt direkt neben ihm. Die Scheibe fuhr automatisch herunter und er reichte den kleinen Karton hindurch. Gierig starrten seine rot geäderten Augen auf den dicken Umschlag, den ihm lange Finger in einem teuren Lederhandschuh entgegenstreckten. Als er die Beigabe, die oben auf dem Kuvert lag, erkannte, war es um seine Beherrschung geschehen.

»Nur ein kleiner Bonus für Ihre guten Dienste!«, sagte eine Stimme aus dem Inneren des Fahrzeuges, »bitte, genieren Sie sich nicht, wir sind doch immerhin Geschäftspartner …«

Der Gedanke war zu verlockend – und was würde es schaden? Hektisch tauchte er das angebotene Röhrchen in das weiße Pulver und spürte kurz darauf das verheißungsvolle Kribbeln in der Nase. Mit einem Seufzer hob er den Kopf und blickte in den Wagen. Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Es war eine Mischung aus Ungläubigkeit und Wut, mit der er auf die schwarze Limousine starrte. Eine Sekunde später lief ihm das Blut aus Nase und Mund, während er verzweifelt nach Luft schnappte. Mit einer Hand fasste er nach dem Türgriff der Limousine, aber er konnte ihn nicht mehr greifen. Seine Beine rutschten unter ihm weg und er fiel auf den matschigen Brei aus Zigarettenkippen, Hundekot und Müll, der hier überall auf der nassen Straße verteilt lag. Ein letztes Keuchen quälte sich aus seiner Kehle, dann war es vorbei.

Die Tür des Wagens öffnete sich, der Fahrer stieg aus, griff nach dem Umschlag, murmelte etwas von »Rattengift für die Ratten« und schlüpfte wieder in die Limousine.

Während der Wagen ohne Eile zurück zur Hauptstraße fuhr, wurde der Karton geöffnet. Behandschuhte Finger strichen sanft über das oberste Dokument und die Person auf der Rückbank flüsterte liebevoll: »Aljona!«

Drei Jahre später … / Ostdeutschland zwischen Hoyerswerda und Görlitz – 11. November 2014

Die Landstraße war an diesem trüben Novembermorgen nur wenig befahren. Wie ein feines Netz verteilte sich der Nieselregen auf der geteerten Fahrbahn. Die umliegenden Felder lagen unter einer dünnen Frostschicht. Hier und da lugten noch einige helle Getreidestoppel aus der dunklen Erde, während der für diese Jahreszeit typische Morgennebel gemächlich über den Boden waberte. Eine Gruppe Raben hatte sich auf dem Dach einer alten Scheune versammelt und unterbrach gelegentlich die Stille mit durchdringendem Gekrächze.

Der Mann schien allein. Wie in Trance bewegte er sich auf der zweispurigen Fahrbahn. Seine nackten Füße waren seltsam nach innen verbogen, die Hände gefaltet wie zu einem stillen Gebet, wobei jedoch seine Finger die ganze Zeit hektisch zuckten. Mit schlurfenden Schritten quälte er sich vorwärts. Sein Blick war leer und doch schienen die Augen ein unsichtbares Ziel zu fixieren. Wieder setzte er umständlich einen Fuß vor den anderen. Trotz der Kälte war der Mann lediglich mit einem OP-Hemd bekleidet …

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Seitenaufrufe: 125 mal Aufgerufen Am 6. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Entführung, Experimente, Genetik, Kalter Krieg, Nazis, Russland, Thriller, Verschwörung
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