Der Vergangenheit dunkle Zeiten: Die wahre Geschichte eines Adoptivkindes

Der Vergangenheit dunkle Zeiten: Die wahre Geschichte eines Adoptivkindes
Preis: 15,99 €
Autor:
Genre: Belletristik
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781627843690
In dieser autobiografischen Erzählung begleiten Sie Rike durch die schwierigen Situationen ihres Lebens. Schon im Babyalter von der Mutter verlassen, verbrachte Rike ihr erstes Lebensjahr in einem Kinderheim. Zur Adoption freigegeben erlebte sie in den folgenden Jahren bei ihren Adoptiveltern statt Liebe und Geborgenheit eine brachiale Erziehung, sowie Demütigungen und Schuldzuweisungen. Als sie mit zwölf Jahren die Wahrheit über ihre Herkunft erfuhr, brach ihre Welt endgültig zusammen. Ungerechtigkeiten und Traumatische Erlebnisse bestimmten ihre Jugend, sodass sie mit 18 Jahren die Flucht ergriff und nach weiteren 3 Jahren endlich das Haus der Adoptiveltern verließ. Doch statt nun Ruhe zu finden, wurde sie mit neuen Schicksalsschlägen konfrontier.
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Leseprobe

. ….Am darauffolgenden Morgen verließ uns Mutter. Sie ging, wie sie dachte, in ein schöneres, sorgenfreieres und glanzvolleres Leben. Gewissenlos und ohne sich noch einmal umzudrehen schloss sie die Tür hinter sich zu, drehte den Schlüssel im Schloss herum, legte diesen unter den Fußabstreifer und verschwand. Sie ließ uns, ihre Kinder, kalt und hartherzig, ihrem Schicksal überlassen, hinter sich. Leon fing gegen Abend an zu weinen. Er fror, hatte Hunger und fühlte sich verdammt einsam. Wo war Mutter? Warum kam sie nicht? Er liebte sie doch so sehr! Doch alles Weinen half nichts. Niemand kam! Leon versuchte verzweifelt, die Tür zu öffnen. Er wollte zur Bäuerin ins Haupthaus laufen und sie um Essen bitten. Doch so sehr er sich auch bemühte, es half nichts, die Tür war und blieb verschlossen. Das Feuer im Ofen war schon kurz nachdem Mutter gegangen war erloschen. Die Außentemperaturen dieser Wintertage betrugen weit über zehn Grad minus. Unser Zimmerchen wurde kälter und kälter. Ich selbst konnte vor lauter Schwäche, Hunger und Kälte nicht mehr schreien oder weinen, sondern nur noch vor mich hin wimmern. Leon legte sich hoffend, dass Mutter vielleicht des Nachts zurückkam, zu mir ins Bettchen. So konnten wir uns gegenseitig, in dieser eisigen Januarnacht, etwas wärmen. Ein gleißender Sonnenstrahl stahl sich am nächsten Morgen in unser Stübchen und schmolz mit seinem warmen Lichtstrahl kleine Löcher in die zugefrorene, mit Eisblumen verzierte Fensterscheibe. Blinzelnd blicke Leon in das grelle Sonnenlicht und entdeckte dabei die wunderschönen Eisblumen. Schlaftrunken kletterte er aus unserem Bettchen, um diese aus der Nähe betrachten zu können. Er presste sein Gesicht an die zugefrorene Fensterscheibe und blickte durch das kleine, geschmolzene Eisblumenloch hinaus in den Hof. Doch dort draußen jedoch herrschte Totenstille. Nichts und niemand war zu sehen. Leon wurde in diesem Moment wieder bewusst, dass wir alleine und eingesperrt waren. Beide empfanden wir mächtigen Hunger und Durst, doch keiner war da, der uns etwas geben konnte. Leon schrie, heulte und stampfte mit den Füßen an die Tür, doch niemand hörte ihn. Entmutigt gab er nach einiger Zeit auf. Verzweifelt fing er an, unser Zimmerchen nach etwas Essbarem zu durchsuchen. Das Einzige, was er fand, war ein – Würfel Rama. Bewaffnet mit einem Glas Leitungswasser und dem Rama-Würfel schlüpfte er zitternd vor Kälte wieder unter meine Bettdecke. Leon schleckte fast die Hälfte des Würfels hungrig in sich hinein. Anschließend schmierte er auch mir jede Menge davon in den Mund. Danach tranken wir Wasser. Unser Bettzeug war mittlerweile von Rama und Wasser gezeichnet. Aber egal, Hauptsache war: Wir hatten etwas zu essen und zu trinken. Nach langen, endlos wirkenden Stunden hörten wir ein Geräusch. Es wurde ein Schlüssel im Schloss gedreht. Wer kam da? War es Mutter? Nein! Die Bäuerin kam, um kurz mal nach uns zu sehen. Sie erschrak zutiefst, als sie uns in dem eiskalten Zimmer vorfand. Sie war der festen Überzeugung gewesen, die von Mutter besagte Freundin würde sich um uns kümmern und uns versorgen. Mit Entsetzen erkannte sie, dass wir den ganzen vergangenen Tag sowie die darauffolgende Nacht frierend und hungrig in unserem kalten Zimmer, alleine und eingesperrt verbracht hatten…..

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Seitenaufrufe: 61 mal Aufgerufen Am 23. Februar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Adoption, Drogen, Eltern, Erziehung, Heim, Jugendamt, Kinder, Schuld
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