Der Rosenmagier I – Verschwörung im Wolkenschloss

Der Rosenmagier I – Verschwörung im Wolkenschloss
Preis: 19,90 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.cantate-net.de/rosenmagier.htm
Erscheinungsjahr: 2011
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783942802475
In längst vergangenen Zeiten verfügten alle Bewohner Merviliens über magische Kräfte, die ihnen der mächtige Schutzgeist des Landes, der Rosenmagier, verliehen hatte. Heute besitzen nur noch wenige Menschen die Begabung ihrer Vorfahren und es obliegt den Angehörigen des Rosoboziom-Ordens, das alte Wissen lebendig zu erhalten. Doch der junge Novize Pirino, der gegen seinen Willen von den Priestern im Wolkenschloss festgehalten wird, kommt einer Verschwörung gegen den Rosenmagier auf die Spur und gerät in tödliche Gefahr.
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Leseprobe

Es war ein anstrengender Aufstieg. Stufe um Stufe kletterte Pirino hinter seinem Vater her und geriet dabei gehörig außer Atem. Als sie endlich durch eine kreisrunde Öffnung im Boden das Wolkenschloss betraten, wusste er kaum, wohin er zuerst schauen sollte.

Sie standen in der prächtigsten Halle, die er je gesehen hatte. Der Fußboden und die zwölf schlanken Säulen, welche den Raum umstanden, waren aus strahlendweißem Marmor und mit Mosaiken verziert, die in allen Regenbogenfarben glitzerten. Aus einem Brunnen, der wie eine Rose geformt war, stieg ein Wasserstrahl auf und fiel leise plätschernd in ein breites goldenes Becken zurück. Die Wände waren mit kostbar bestickten Teppichen behängt. An freien Stellen schimmerte rote Seide.

„Oh, Vater“, flüsterte Pirino, als er seine Sprache wiedergefunden hatte. „Es ist wunderbar. Dass es so etwas Schönes geben kann …“ Kunstvoll gearbeitete Lampen tauchten den Saal in warmes Licht. An jeder der vier Wände entdeckte er eine mit Schnitzereien verzierte Tür. „Darf ich mir alles ansehen? Das ganze Schloss?“

Ohne die Zustimmung seines Vaters abzuwarten drehte er sich nach rechts.

Die Tür, auf die er zulief, schwang geräuschlos auf. Zwei Männer betraten die Halle.

Pirino musste sich das Lachen verkneifen.

Obwohl beide in vornehme silberne Gewänder gekleidet waren, sahen sie reichlich komisch aus.

Der eine war hochgewachsen und dürr. Er hatte eine lange spitze Nase und vorstehende Zähne, was ihm Ähnlichkeit mit einem Wiesel verlieh. Der andere war klein und fett. Auf seinem Vollmondgesicht, aus dem die Augen hervorquollen, lag ein dümmlicher Ausdruck.

„Ah“, grunzte er. „Stadtrichter Romerto, wenn ich … äh … nicht irre.“ Romerto nickte.

„Wie dem auch sei“, sagte der Wieselgesichtige, wobei er etwas mit der Zunge anstieß. „Ihr werdet bereits erwartet. Folgt mir.“ Er wies zu der Tür, durch die er und der Fette gerade gekommen waren.

Als sie den breiten Gang betraten, blickte Pirino sich neugierig um.. Auch hier gab es verzierte Säulen und herrliche Statuen.

Dann ging es eine Marmortreppe hinauf, deren Stufen so spiegelblank und glatt waren, dass er fast darauf ausrutschte.

Die Männer führten sie durch einen Saal, dessen Fußboden schöne Einlegearbeiten zeigte. Durch das große Fenster entdeckte er eine der Terrassen, die er von der Stadt aus so oft bewundert hatte. Am liebsten wäre er sofort hingerannt, um ein wenig dort draußen herum zu streifen.

„Ein Jammer, dass Danilo und die anderen Jungen nicht hier sind“, rief er begeistert. „Na, die werden Augen machen, wenn ich ihnen alles erzähle. Hier könnte man herrlich Nachlaufen und Verstecken spielen …“

Der Hagere drehte sich halb zu ihm um und musterte ihn geringschätzig. Das ärgerte ihn so, dass er ihm verstohlen die Zunge herausstreckte. Unglücklicherweise schaute in diesem Moment der Fette über die Schulter zurück. Er stieß das Wieselgesicht an und flüsterte ihm etwas zu. Im Laufen sahen sie sich beide um und bedachten den Jungen mit finsteren Blicken.

Pirino spähte schuldbewusst zu seinem Vater, doch dieser hatte nichts bemerkt.

Schließlich öffnete der Dicke eine hohe Tür aus poliertem dunklem Holz.

Sie betraten einen weiteren Saal, der trotz seiner Wandgemälde und kunstvollen Kerzenleuchtern, düster wirkte.

Im Kamin brannte ein niedriges Feuer. Davor, in einem mit dunklem Leder bezogenen Sessel, saß ein massiger Mann in einer gleißend goldenen Robe. Sein graues Haar war straff zurückgekämmt. In der rechten Hand hielt er einen gedrehten goldenen Stab mit einem funkelnden roten Kristall an der Spitze.

„Stadtrichter Romerto und … äh … sein Sohn“, meldete der Dicke, bevor er und das Wieselgesicht den Raum durchschritten und rechts und links neben dem Sessel Aufstellung nahmen.

Pirino sah sich unbefangen um. „Was tun wir hier? Wer ist das, Vater?“

Wieder erhielt er keine Antwort.

Das Gesicht des Stadtrichters war aschfahl. Er schwankte.

„Oberpriester Valbredo“, sagte er und seine Stimme war kaum lauter als ein Flüstern. „Hier ist mein Sohn Pirino, den ich heute in Eure Obhut gebe, damit er künftig dem ehrwürdigen Rosoboziom-Orden als Novize dient.“

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Seitenaufrufe: 235 mal Aufgerufen Am 7. Mai 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Fantasy, Freundschaft, Jugendroman, Mammutwald, Orden, Priester, Rosenmagier, Verschwörung, Wolkenschloss
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