Der Orden – Buch 1

Der Orden – Buch 1
Preis: 5,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Humor
Webseite: www.ac-donaubauer.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783950405859
Ein tollpatschiger Schritt, der falsche Ast, um sich daran festzuhalten und ein Schlag auf den Kopf, der sie ohnmächtig zurücklässt - durch nicht mehr als das wird Eryns Leben auf den Kopf gestellt. Sie findet sich plötzlich in der Hauptstadt wieder - als Gefangene des Königs. Sie ist fest entschlossen, ihre magischen Fähigkeiten geheim zu halten in einem Königreich, wo Magier immer nur Männer waren solange die Erinnerung zurückreicht. Das funktioniert allerdings nicht. Der Orden, dem alle Magier unterstehen, und der König haben ihre eigenen Pläne mit ihr und kümmern sich nicht im mindesten darum, dass sie einfach nur zu dem Frieden und der Ruhe ihres Berufes als Heilerin zurückkehren will. Und dann ist da noch Enric, der dank seiner beachtlichen Kräfte einen hohen Rang im Orden bekleidet und der ihren Kampf als amüsante Abwechslung zu betrachten scheint.
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Eryn

Die Luft war eisig und es schien, dass der Winter mit viel Schnee seinen Einzug halten würde. Es war erst der Beginn dieser Jahreszeit, allerdings war sie bereits jetzt wesentlich rauer als die letzten Jahre, an die sie sich erinnern konnte.

Eryn beobachtete ihren Atem, der in blassen Wolken vor ihrem Gesicht kondensierte. Dann hob sie ihren Blick zum sternenübersäten Himmel über sich. Er war ein unvergleichlicher Anblick in solch einer klaren, wolkenlosen Nacht. Trotzdem freute sie sich auf ihre Rückkehr nach Hause zu einem gemütlichen Feuer und einem warmen Getränk. Sie hasste diese Kälte seit sie denken konnte. Ihre bevorzugte Jahreszeit waren die heißen Sommermonate, ganz gleich wie sehr sie die Arbeit in der Hitze erschöpfte. Der Sommer fühlte sich auf jeden Fall wesentlich besser an als diese klirrende Kälte.

Sie presste ihre Tasche mit den Wurzeln fest an sich und eilte durch die dunkle Hauptstraße des kleinen Dorfes. Sie hätte schon vor Einbruch der Dunkelheit zuhause sein sollen, aber die Wurzeln waren dieses Jahr schwer zu finden. Vermutlich hatten sich die Dorfbewohner ebenfalls auf die Suche danach gemacht, um sie auf den Märkten zu verkaufen.

Ihr Vater würde sie bereits ungeduldig erwarten und jede Minute – oder jede zweite – einen Blick aus dem Fenster werfen. Er wurde es nicht müde, ihr zu erklären, wie gefährlich es für ein fünfzehnjähriges Mädchen war, allein in der Dunkelheit unterwegs zu sein. Eryn unterdrückte jedes Mal ein Seufzen, wenn er eine weitere seiner Tiraden darüber startete, welche zahllosen Gefahren hinter jeder Ecke lauerten. Ihre späte Rückkehr würde ihr eine weitere einbringen, daran bestand kein Zweifel.

Nur noch vorbei an zwei weiteren Häusern, und sie würde den schmalen Pfad erreichen, der zu dem abgeschieden gelegenen kleinen Haus führte, das sie mit Treban, ihrem Vater, bewohnte.

Treban war der Dorfheiler, und zwar ein ausgezeichneter. Sein guter Ruf war weit verbreitet. Die Kranken und Verletzten kamen von weit her, um sich von ihm helfen zu lassen – kaum jemals vergebens. Er war ungemein stolz auf seine Arbeit und hatte noch niemals jemanden fortgeschickt, auch wenn der- oder diejenige nicht in der Lage war, ihn zu bezahlen.

Diejenigen jedoch, die er behandelte, waren stets bestrebt, einen Weg zu finden um ihn zu entschädigen – auch wenn es längere Zeit dauerte. Es war nicht klug, auf jemanden wie ihren Vater einen schlechten Eindruck zu machen. Es bestand immerhin die Möglichkeit, dass man seine Dienste eines Tages wieder benötigte. Zuweilen trafen Pakete mit Dankesbriefen ein, die seine Großzügigkeit priesen. Ihr Vater führte keine Aufzeichnungen darüber, wer ihn bezahlt hatte und wer nicht. Es kümmerte ihn schlicht und einfach nicht.

Heilen war für ihn nicht einfach nur ein Mittel, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern dazu, den Menschen zu dienen und zu helfen. Er war überzeugt, dass sie das Gleiche für ihn tun würden. Manche belächelten seine Selbstlosigkeit als naiv. Seine Einstellung hielt ihn aber nicht davon ab, die Menschen so zu sehen, wie sie wirklich waren. Er wollte nur einfach nicht so sein wie sie. Er war ein Mann, der das Beste glauben wollte, sich aber der menschlichen Natur sehr wohl in ihren schlimmsten Ausprägungen bewusst war.

Und Eryn wusste, dass er genau aus diesem Grund immer wieder seiner Tochter verständlich zu machen versuchte, wie wichtig es war, dass sie auf sich aufpasste.

Irgendwo hinter einem der Häuser hörte sie einen Zweig brechen, nur eines der vielen Geräusche, die das Landleben mit sich brachte. Sie sagte sich, dass es sich wohl um ein kleines Tier handelte oder um jemanden, der ein paar Scheite Holz zum Kochen ins Haus holte.

Kein Grund nervös zu werden, beruhigte sie sich und verfluchte ihren Vater dafür, dass er sie dazu brachte, in jedem Schatten eine Gefahr und in jedem Geräusch ein böses Vorzeichen zu sehen.

Das nächste Geräusch war näher, gleich hinter ihr.

Sie schluckte, holte tief Luft, drehte sich um und seufzte erleichtert auf, als sie Krion, den Sohn des Bäckers, erkannte. Er war ein paar Jahre älter als sie, ein hochgewachsener, gutaussehender junger Mann. Er hatte stets ein Lächeln und ein Zwinkern für Eryn übrig, wenn sie in das Geschäft seines Vaters kam, um Brot zu kaufen.

Schon vor einer Weile hatte er begonnen, mit ihr zu flirten, und Eryn fühlte sich überaus geschmeichelt. Manche der anderen Mädchen ihres Alters und ältere hatten schon versucht, seinen Blick auf sich zu ziehen, und Eryn war sehr erfreut, dass er gerade sie ausgewählt hatte. Zumindest hoffte sie, dass sie die Einzige war, mit der er flirtete… Sie wäre am Boden zerstört, wenn sie jemals herausfände, dass er mit allen Mädchen so umging, sobald er ein paar ungestörte Momente mit ihnen verbrachte.

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Seitenaufrufe: 31 mal Aufgerufen Am 26. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Freundschaft, Gefangenschaft, Heilen, Humor, Magie, Orden, Schwertkampf
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