Der Nachtfuchs

Der Nachtfuchs
Preis: 8,99 €
Autor:
Genre: Kinder & Jugend
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781514670163
„Wenn du jetzt nicht gleich reinkommst, holt dich der Nachtfuchs!“ Dieser Ausruf seiner Oma beschert dem kleinen Sam schlaflose Nächte. Was mag es mit dem geheimnisvollen Nachtfuchs wohl auf sich haben? Das findet er schneller heraus, als ihm lieb ist - denn plötzlich steht der alte Fuchs leibhaftig vor ihm. Zum Glück ist der aber gar nicht so böse, wie Sam ihn sich vorgestellt hat. Und er gewinnt sogar dessen Freundschaft. Doch die nächtliche Begegnung hat ihren Preis: Nun muss er dem Nachtfuchs folgen, mitten hinein in den dunklen Wald, wo die Schatten ihr Unwesen treiben und gruselige Wesen hausen. Mit ein wenig Hilfe des schlauen Fuchses, einer ständig nörgelnden Kröte und drei streitlustigen, kämpferischen Winzlingen muss er einige Abenteuer bestehen. Doch schafft Sam es auch, wieder nach Hause zurückzukehren?
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1.Kapitel

Der Nachtfuchs und die blauen Wunder

Am allerliebsten spielten Sam und seine Freunde draußen auf der Wiese am Rand des Waldes. Manchmal kletterten sie auch auf dem kleinen Abhang herum, der den Wald von der Siedlung trennte, in denen die Kinder mit ihren Familien lebten. So war es auch an diesem wunderschönen Sommertag. Die Schule war endlich vorbei und die Kinder konnten sich den spaßigen Dingen des Lebens widmen. Sie bespritzten sich gegenseitig mit ihren Wasserpistolen, bauten an ihren Lagern und spielten Fußball. Doch wie die anderen tollen Tage ging auch dieser viel zu schnell zu Ende.

Sams Oma hatte bereits dreimal laut und vernehmlich seinen Namen gerufen. Das bedeutete, dass das Abendessen auf dem Tisch stand und er ins Haus musste. Und dann war auch schon bald Schlafenszeit, denn es wurde langsam dunkel. Aber darauf hatte Sam so gar keine Lust. Immer wenn es am lustigsten war, sollte er ins Haus. Das war gemein. Am besten, er tat einfach so, als hätte er nichts gehört, dadurch konnte er vielleicht noch ein paar Minuten gewinnen.

Sam beschloss, noch schnell die Sitzbank in seinem Lager zu befestigen. Sicherheitshalber machte er dabei ordentlich Krach, das übertönte das lästige Rufen der Oma ein wenig.

Doch plötzlich stand sie direkt hinter ihm, stemmte die Hände in die Hüften und drohte: „Wenn du jetzt nicht gleich reinkommst, holt dich der Nachtfuchs!“

Au weia! Das klang ja gefährlich. Der Nachtfuchs! Das war sicher ein übler Geselle. Sam stellten sich die Nackenhaare auf und er trabte ins Haus, nicht ohne noch einen ängstlichen Blick hinüber zum Wald zu werfen.

In dieser Nacht träumte Sam schreckliche Dinge vom Nachtfuchs. Der starrte ihn aus dem Wald heraus finster an und wartete nur darauf, sich den armen Sam zu schnappen. Der Nachtfuchs hatte ein struppiges rotes Fell und schmale gelbe Augen, die ihn aus dem Dickicht heraus anfunkelten. Erschrocken wachte Sam auf und flüchtete sich schlotternd zu seinen Eltern ins Bett.

Am nächsten Tag fragte Sam seine Mama nach dem Nachtfuchs. Die verdrehte die Augen, das machte sie immer, wenn sie sich über etwas ärgerte. Und über die Oma ärgerte sie sich schon manchmal, vor allem wenn sie Sam so gruselige Sachen erzählte. Als Sam noch kleiner war, hatte seine Oma behauptet, im Keller lebe eine riesige Feuerschlange, deshalb dürfe er nicht hinuntergehen. Das fand Sam schade, denn es hatte ihm großen Spaß gemacht, auf der steilen Kellertreppe herumzuturnen. Doch jetzt traute er sich nicht mehr, denn er konnte die Feuerschlange dort unten in der Tiefe atmen hören. Später hatte ihm seine Oma versichert, dass die Feuerschlange jetzt in einen anderen Keller umgezogen sei und Sam hinunter gehen dürfe. Doch obwohl er im Keller tatsächlich keine Spur von der Feuerschlange finden konnte, wurde Sam das Gefühl nicht los, dass er noch immer ihren schaurigen Atem hörte, wann immer er an dem großen Heizkessel vorbei kam, der das Haus mit Wärme versorgte.

„Hat dir die Oma vom Nachtfuchs erzählt?“, fragte Sams Mutter und zog dabei die Augenbrauen hoch.

Sam nickte. „Gibt es den Nachtfuchs wirklich?“

Die Mama dachte nach. Dann sagte sie: „Du musst den Nachtfuchs nicht fürchten, denn er kommt erst aus dem Wald, wenn es dunkel wird. Und da liegst du ja schon längst im Bett. Es kann dir also gar nichts passieren.“

„Kann er denn nicht zu uns rein?“, fragte Sam ängstlich.

Die Mama lachte und nahm ihn in den Arm: „Nein, mein Schatz. Der Nachtfuchs ist draußen. Er kommt nie rein, da hat er gar keine Lust drauf. Er ist ein Fuchs – und Füchse mögen den Wald und keine Wohnungen.“

Das beruhigte Sam ein wenig und in dieser Nacht konnte er wieder friedlich schlafen, ohne vom Nachtfuchs zu träumen.

Doch schon einige Tage später kam Sam der Nachtfuchs erneut in den Sinn. Er lag schon im Bett, doch dann bekam er Durst und stand noch einmal auf. Da sah er seine Mama und seine Tante Lotta draußen auf der Terrasse sitzen. Und dabei war es draußen schon dunkelste Nacht. Schnell lief er zur Terrassentür und rief besorgt: „Mama, Tante Lotta, kommt schnell rein, sonst holt euch der Nachtfuchs!“

Doch die beiden lachten nur.

„Ach, Sam mein Süßer, uns kann der Nachtfuchs doch schon lange nichts mehr anhaben“, kicherte Tante Lotta und zog Sam auf ihren Schoß.

„Wieso nicht?“, wollte er wissen, wobei er besorgt in den Garten spähte.

„Weil wir schon längst erwachsen sind und draußen sein dürfen, wenn es dunkel ist“, antwortete Tante Lotta.

„Genau“, sagte seine Mama, „aber Kinder gehören um diese Zeit ins Bett.“

„Habt ihr denn keine Angst vorm Nachtfuchs gehabt, als ihr noch klein wart?“, wollte Sam wissen. Er wollte nicht gleich wieder ins Bett geschickt werden.

„Doch, früher hatte ich auch Angst vorm Nachtfuchs – im Gegensatz zu deiner Tante Lotta“, sagte seine Mama.

„Wieso hast du denn keine Angst vorm Nachtfuchs gehabt, Tante Lotta?“

Sam wollte auch keine Angst mehr haben und nachts auf der Terrasse sitzen, ohne dass ihm dabei die Knie schlotterten.

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Seitenaufrufe: 61 mal Aufgerufen Am 31. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Angst, Fuchs, Geist, Kinderbuch, Nacht, Tiere, Uhu
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