Der Kristall des Schattens

Der Kristall des Schattens
Preis: 4,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Eines Nachts wird die Statue zerschlagen, die eine Kopie des Kristalls der Könige trägt - ohne daß jemand etwas gesehen hätte. Agarin ist gewarnt, kann aber nicht verhindern, daß kurz darauf ein namenloses Ungetüm seine Familie scheinbar grundlos raubt und spurlos mit ihr verschwindet. Die verzweifelte Suche bleibt erfolglos, bis Ragnar, König eines fremden Volkes, ihnen zu Hilfe kommt. Er macht Agarin klar, daß es für seine Familie nur Hoffnung gibt, wenn er ihm in die Ferne folgt - und lernt, die Magie des Kristalls zu beherrschen...
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Der Boden unter seinen Füßen fühlte sich noch immer schwankend an. Das Wasser war nicht sein Element, und dementsprechend erleichtert war er, endlich wieder festen Boden betreten zu haben. Rauchschlieren zogen ihm entgegen, als er die massive Tür in die dämmrige Welt der Schankstube öffnete und aufstieß, als habe sie kein Gewicht. Die Temperatur war im Gebäude gleich der Außentemperatur, aber der Rauch, der Alkohol und der Schweiß der heimkehrenden Fischer und Hafenarbeiter mischten sich zu einer eigenartigen Schwüle. Seine unter vorstehenden, buschigen Augenbrauen liegenden schwarzen Augen musterten die Szenerie eingehend und interessiert.

Bärtige, bäuchige Männer säumten die Theke. Schwielige Hände erhoben große, tönerne Krüge, Pfeifenrauch kräuselte sich in den letzten Sonnenstrahlen, die in den Raum hineinfielen. Aus einer hinteren Ecke wallte schallendes Gelächter in den Raum. Junge Burschen lümmelten sich um einen großen Tisch und warfen der Bedienung eindeutige Blicke zu. Er konnte ihre Lüsternheit förmlich in ihrem Atem spüren. Andere verzehrten heißhungrig und ohne Sinn für gute Manieren die deftige Kost, die ihnen serviert wurde. Erst jetzt wurde ihm der zusätzlich scharfe Fischgeruch bewußt.

Noch immer ratlos im Eingangsbereich stehend, ließ er weiter seine Blicke schweifen, bis ihm ein freier Hocker an der Theke ins Auge fiel. Sein Sinn stand vor allem nach zwei Dingen: einem Bier, um die Braukunst der Menschen zu prüfen, und vor allem nach einem interessanten Gespräch. Letzteres war sicher nirgends besser zu finden als in einer solch belebten Pöbelspelunke, wie er sie hier im Hafen Karallions entdeckt hatte.

Sich nur schwerlich an den menschlichen Gang gewöhnend, schlenderte er absichtlich schlenkernd hinüber und ließ sich auf den Hocker sinken. Zwischen seinen Brauen gruben sich Furchen in die ledrige, sonnengegerbte Haut. Einzig an seinem strengen Körpergeruch hatte er nichts ändern müssen, denn nach der langen Reise konnte er nur aufdringlich riechen. Auch seine schwarzen Augen waren ihm ureigen, nicht so jedoch das kantige Kinn, die hohen Wangenknochen und die vollen Lippen. Der derben bäuerlichen Art angemessen trug er ein zerschlissenes, verschmutztes kariertes Leinenhemd und eine Lederhose, in der er unnatürlich stark schwitzte. Er war das Tragen solcher Kleidung nicht gewohnt.

„Was wünscht Ihr?“ erkundigte sich das Mädchen hinter der Theke sogleich. Flüchtig musterte Rhazul sie, um zu ergründen, was die Burschen so begierig an ihr begafft hatten. Er entdeckte jedoch an ihr nichts von besonderem Interesse, genau wie er es erwartet hatte.

„Einen Krug Bier“, sagte er, dann nahm er seinen Nachbarn interessiert in Augenschein. Dieser erwiderte seinen Blick nach einem kurzen Moment und nickte ihm freundlich zu.

„Stammt nicht von hier, was?“ fragte er.

„Nein. Ich komme aus Rimonas. War eine lange Reise hierher!“ erwiderte Rhazul und starrte an die gegenüberliegende Wand.

„So, aus Rimonas. Ja, seit einigen Jahren hört man so etwas wieder öfter.“

Rhazul wandte sich wieder dem neben ihm sitzenden, dunkelhaarigen Mann zu. Und schon war er auf etwas gestoßen, das er noch nicht wußte.

„Ja, so ist das“, sagte er geflissentlich. „Wurde auch langsam Zeit, nicht?“

„Ja, da sagt Ihr was! Daß man uns hier einfach vergessen würde! Aber so einer seid Ihr nicht, oder? Ihr seid ja hier! Habt den weiten Weg über die neue Darlinodstraße hinter Euch gebracht. Was führt Euch her?“

Rhazul überlegte kurz. Er wußte, daß Elinas durch das Sichelgebirge von seinem Nachbarn Rimonas getrennt war, aber was hatte den Weltenwald so wuchern lassen, daß es erst jetzt eine neue Straße dort hindurch gab?

„Ich bin Bauer und Händler. Ich habe beschlossen, hier neues Saatgut und Vieh zu erstehen.“

„Ein Bauer in Rimonas? Ihr stammt wohl aus einer fruchtbaren Gegend!“

„Sicher. Sagt, wißt Ihr wohl, ob man in der Hauptstadt in solchen Belangen fündig wird?“

„In Megelion? Das glaube ich kaum. Die Hauptstadt ist die Stadt des Königs. Dort gibt es wenig bäuerliches Treiben. Aber es gibt viele andere sehenswerte Dinge!“

„So?“ Rhazul lauschte auf. Seine Täuschung schien aufzugehen. „Welche wären das?“

„Oh, den Palast natürlich, und die Mahnmale des letzten Krieges. Eure Unterstützung hat unser Volk und unseren König zum Sieg geführt! Er ist ein tapferer Bursche. Habt Ihr je von ihm gehört?“

„Nicht direkt.“

„Er ist jünger als ich! Seit kurzem zählt er siebenundzwanzig Sommer, aber er ist seinem Alter unangemessen unerschrocken, tapfer und weise. In seinen Adern fließt das reinste königliche Blut. Er führt Elinas zurück ins Licht!“

„Das war ja nicht so selbstverständlich“, mutmaßte Rhazul.

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Seitenaufrufe: 57 mal Aufgerufen Am 14. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Dramatik, Freundschaft, High Fantasy, Kampf, Liebe, Magie, Reise, Spannung, Trilogie
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