Der Journalist – Der Todesbaum

Der Journalist – Der Todesbaum
Preis: 11,50 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.hansjuergen-woelfinger.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783732363889
Nach dem Tod seiner geliebten Tante fliegt der freie Journalist der New York Post Frank Neumann von New York in seine Heimatstadt München. Dort lernt er den Arzt Dr. Baumgartner kennen. Dieser berichtet ihm von seiner Jugendzeit in einem Dorf bei Rosenheim. Gemeinsam mit seinen Blutsbrüdern hatte er eine Zeit der Freundschaft, des Schreckens und auch etwas Romantik durchlebt. Welche Rolle er spielte und wie die Erlebnisse bis in die Gegenwart greifen, bleibt bis zum Schluss verborgen und der Leser muss gespannt auf die unvor-hersehbare Lösung warten. Fünf Jugendliche erleben eine zum Teil brutale Jugendzeit. Kindesmisshandlung war und ist in Deutschland noch immer ein alltägliches Phänomen. Wie auch damals in diesem Dorf der fünf Freunde. Zweites Buch der Trilogie „Der Journalist“ - Wieder eine Erzählung, die unter die Haut geht. Dieses Buch ist allen bekannten und unbekannten Opfern körperlicher und sexueller Gewalt gewidmet.
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Leseprobe

Hansjürgen Wölfinger

Der Journalist – Der Todesbaum

Roman

Die Erinnerungen

nagen an meiner Seele.

Hansjürgen Wölfinger

Dieses Buch ist allen bekannten

und unbekannten Opfern körperlicher

und sexueller Gewalt gewidmet.

1

Eigentlich wollte ich nur die Beerdigung meiner Tante regeln, um anschließend zurückzukehren. Doch jetzt sind schon drei Wochen vergangen. Die Beerdigung machte mir noch lange zu schaffen. Dann blieb die Frage noch offen, was mache ich mit dem Haus. Sollte ich es behalten oder verkaufen. Jetzt wohnte ich erst einmal in meinem alten Zimmer und überlegte mir, was ich wohl machen sollte. Jetzt ist es schon Oktober und ich komme nicht aus der Gedankenmühle heraus und auch nicht so richtig in Fahrt.

Im Augenblick fühle ich mich als den traurigsten und ärmsten Menschen auf der ganzen weiten Welt. Niemandem ist etwas Schlimmeres widerfahren als mir. Warum ist das Schicksal so ungerecht zu mir. Ich fühle mich als das Opfer, welches die Arschkarte gerade gezogen hat. Solche Gedanken wären mir nie in den Sinn gekommen, wenn mich das Schicksal nicht so hart getroffen hätte. Ich jammerte aber auf höchstem Niveau.

Das Jammern bezog sich nur auf meine psychische Verfassung. Für mein wirtschaftliches Wohl hatte meine Tante gesorgt, indem sie mir alles vererbt hat, was sie besaß, das Haus und eine Menge Geld. Was nutzt mir das ganze Materielle, meine Tante wäre mir lieber.

Ich kann mir die Sätze ausdenken, sie sind immer verkehrt.

Heute Morgen las ich in der Zeitung folgenden Satz „Selbstmitleid ist eine Ohrfeige für die, denen es wirklich schlechter geht.“ Dieser Satz hatte mich wachgerüttelt und ich wiederholte diesen immer und immer wieder. Mein Leben muss weitergehen. Also stand ich von meinem Sofa auf und ging in den Garten. Die frische Luft tat mir gut. Ich sog sie tief ein, bis meine Lungen voll waren. Langsam atmete ich aus, um meinen Körper zu spüren.

Jetzt fühlte ich mich besser. Meine Gedanken flogen nach Brooklyn. Zu Sina. Wie gerne würde ich jetzt mit ihr reden. Einfach nur reden und mich bei ihr anlehnen. Sie fehlt mir so sehr. In dieser Situation merkte ich, wie sehr ich sie liebte.

Zurück im Haus ging ich ins Badezimmer und sah im Spiegel einen Mann, unrasiert und ungepflegt in Sportshorts und einem Sportshirt, bedruckt mit Aufschrift Brooklyn. Ich erschrak und fragte mich, ob ich das wirklich war. Ich war es tatsächlich. Wie lange hatte ich mich wohl in diesem bedauernswerten Zustand befunden? Diese Frage konnte ich so ad hoc nicht beantworten. Egal, jetzt musste erst einmal der Rasierapparat her und nahm ausgiebig eine heiße Dusche.

Wohlgelaunt mit einem Schuss Frohsinn begab ich mich in die Küche, und bereitete mir einen starken Kaffee. Dazu aß ich ein Brot mit Käse.

Meine gute Laune musste ich mit jemandem teilen. Also griff ich zum Telefon und rief Sina an.

»Hallo.«

«Hallo Sina, wie geht es dir?»

»Hallo mein Schatz. Es ist schön, deine Stimme zu hören. Ich vermisse dich so sehr.«

»Ich vermisse dich auch. Ist alles in Ordnung bei euch?«

»Ja, alles prima. Dad geht es schon etwas besser, aber er ist immer noch sehr traurig. Was auch verständlich ist. Wie geht es dir und was machst du so?«

»Du klingst so müde.«

»Weißt du eigentlich, wieviel Uhr es bei uns ist?«

»Oh, entschuldige Liebling. Ich hatte es ganz vergessen. Es dürfte so vier Uhr sein richtig?«

»Genau. Aber erzähle weiter.«

»Ich habe meine Tante beerdigt und jetzt weiß ich noch nicht was ich mit dem Haus machen soll.

Soll ich es verkaufen oder soll ich es doch lieber  behalten. Was meinst du?«

»Ich würde es behalten. Das ist Kapital. Du kannst ja, wenn du willst, einen Teil vermieten.«

»Du hast recht. Ich werde es so machen, wie du gesagt hast. Die Grundstückspreise in München sind enorm.«

»Das auch noch. Wie lange bleibst du in München?«

»Ich bin am Freitag zum ehemaligen Hausarzt meiner Tante eingeladen. Er möchte mir aus seiner Jugendzeit erzählen. Er versprach mir, dass es sehr spannend werden wird.«

»Wieder eine Erzählung aus der Kindheit. Hoffentlich diesmal mit einem anderen Ausgang.«

»Aus seiner Jugendzeit sagte er. Ich lasse mich überraschen. Sobald ich mehr weiß, werde ich mich wieder melden.«

»Bitte tue das. Es ist so langweilig ohne dich. Ich vermisse dich.«

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Seitenaufrufe: 64 mal Aufgerufen Am 2. Dezember 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Jugendliche, Kindesmisshandlung, Krimi, München, Roman, Rosenheim
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