Der Esel Cosidesimo

Der Esel Cosidesimo
Preis: 16,50 €
Autor:
Genre: Kinder & Jugend
Webseite: www.cantate-net.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781539778455
Von klein auf hört Cosidesimo, dass Esel dumm und störrisch und völlig überflüssig sind. Inzwischen glaubt er es schon selbst, bis er in dem liebenswerten Clown Cosimo und dem patenten Zirkusmädchen Chiara zwei Freunde findet, die mit ihm durch dick und dünn gehen. Aber auch die Zirkusleute müssen ständig mit Vorurteilen, Misstrauen und Ausgrenzung fertig werden ...
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Mano geriet in helle Aufregung. Auch wenn Cosimo meinte, keine Ahnung von Tieren zu haben – ihn verstand er besser, als jeder andere Mensch, der ihm bis jetzt begegnet war! Wie in den letzten Tagen im Stall, stupste er ihn an. Cosimo fuhr ihm über die Nase.

Umberto lachte säuerlich. „Als nächstes sagst du noch, dass sich der Esel weigert, mit mir zu arbeiten, bloß weil ich eine Pferde-Nummer habe?“

Cosimo breitete die Hände aus und verzichtete auf eine Antwort.

Mano dagegen trippelte auf der Stelle. „Genau so ist es“, iahte er, selbst verblüfft über diese Erkenntnis.

„Und wenn du recht hättest“, fuhr Umberto fort. „Es ändert nichts daran, dass ich ihn so bald wie möglich abgeben muss. Fragt sich nur, an wen. Da hat Macfarlan leider recht. Privatleute sind eine unsichere Sache. Vor allem kaufen die ungern von Artisten. Im Zirkuszoo ist kein Platz für ihn – ich habe Direktor Callini schon danach gefragt. Von den Kollegen will ihn erst recht niemand …“

„Schade um den hübschen Kerl.“ Cosimo starrte gedankenvoll vor sich hin.

   Manos Herz machte einen Satz.

Durfte er glauben, was er in Cosimos Blick las?

Oder … nein, jetzt schlich sich bereits wieder ein Zweifel ein.

Sollte er …

Mano baute sich vor Cosimo auf und sah ihm direkt in die Augen. Er legte alle Eindringlich-keit, zu der er fähig war, in seine stumme Frage: „Darf ich bei dir bleiben?“

   Cosimo kratzte sich im Nacken.  „Du wirst mich für verrückt halten. Ich überlege nämlich gerade, dass ich den Kleinen gerne haben würde. Zumindest, wenn du nicht gar zu viel für ihn verlangst“, fügte er rasch hinzu.

„Du?“ Umberto schaute verdutzt drein. „Du hast doch noch nie mit Tieren gearbeitet.“

„Stimmt. Aber dein Eselchen hier ist was Besonderes. Den Eindruck hatte ich schon, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe …“

Mano trabte einmal um die Männer herum, wobei er laut iahte, um gleich darauf seinen Kopf an Cosimos Schulter zu reiben.

„Was Besonderes …“ Umberto schwankte zwischen Lachen und Ärger. „Das kann man laut sagen.“

„Also, was meinst du?“

In komischer Verzweiflung hob Umberto die Arme zum Himmel. „Was wohl? Ihr beide habt die Sache anscheinend bereits unter euch ausgemacht. Na schön, mir soll’s recht sein. Über den Preis werden wir uns sicher einig.“

„Ich danke dir.“ Cosimos Gesicht strahlte.  „Du wirst es bestimmt nicht bereuen.“

Umberto winkte ab. „Schon gut. Ich muss jetzt mal rüber zum Stall und Paolo auf Trab brin-gen. Der sollte längst mit Acte hier sein.“ Er stapfte auf den Ausgang zu. Über die Schulter rief er zurück: „Nach dem Training können wir die Formalitäten erledigen.“

   Als Umberto gegangen war, nahm Cosimo Manos Kopf zwischen seine Hände und sah ihn freundlich an. „Na, mein Junge, jetzt gehören wir beide zusammen. Und soll ich dir was sa-gen? Genau das habe ich mir schon die ganze Zeit gewünscht.“

„Ich mir auch“, schnoberte Mano glücklich.

„Wir wollen gute Freunde werden, nicht wahr?“

„Das sind wir doch längst!“

Cosimo kraulte ihn hinter den Ohren. Dann murmelte er: „Mano … eigentlich passt das gar nicht zu dir. Das klingt so ernst und düster. Was hältst du davon, wenn ich dir einen neuen Namen gebe?“

   Ein warmes Gefühl durchströmte den Esel.

Mano … bisher hatte er sich über seinen Namen keine Gedanken gemacht. Jetzt war er für ihn gleichbedeutend mit Zurücksetzungen und grenzenlosen Enttäuschungen. Die aber gehörten zu seinem alten Leben, das er gerade abgestreift hatte, wie ein Halfter, das ihm zu klein ge-worden war.

Nun konnte sein neues Leben beginnen  – und in dem hatte Mano keinen Platz mehr!

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Seitenaufrufe: 321 mal Aufgerufen Am 3. November 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Ausgrenzung, Behinderung, Clown, Esel, Mobbing, Perspektive, Pferde, reiten, Vorurteil, Zirkus
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