Der blaue, beinahe wolkenlose Himmel

Der blaue, beinahe wolkenlose Himmel
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.farohi.at
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
Wie viel Schmerz kann eine Ehe aushalten? Und wie zerbrechlich ist das Glück? Als Helen und Alexander sich begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie heiraten, bekommen bald eine Tochter. Kein Schatten trübt ihr Glück. Doch dann schlägt das Schicksal unbarmherzig zu: Die kleine Julia stirbt. Dieser Belastung ist die Ehe nicht gewachsen. Helen und Alexander trennen sich, brechen den Kontakt zueinander ab. Jahre später treffen sie sich durch Zufall wieder. In demselben Hotel auf Mallorca, in dem sie einmal so unendlich glücklich waren. Eine Achterbahnfahrt der großen Gefühle: Schuldzuweisungen, Verzweiflung und Schmerz. Doch über allem steht – die Liebe.
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Leseprobe

Mallorca. Am frühen Nachmittag, vor einem der großen Hotels, in dem bei Familien so überaus beliebten Badeort. Es ist ein Samstag im Oktober und immer noch ziemlich warm.

Er stieg aus dem weißen Reisebus mit der bunten Aufschrift an den Seiten und blieb kurz stehen.

Alles sah noch genauso aus, wie er es in Erinnerung hatte. Das war inzwischen über zehn Jahre her.

Alexander fuhr sich mit der Hand über die Stirn, wischte schnell über die Augen. Die Sonne blendete ihn.

Doch er konnte nichts tun gegen die Macht seiner Gedanken. Damals war es Januar gewesen. Sie hatten nicht viel Geld gehabt, und im Winter gab es günstige Angebote. So waren sie in dem schönen Hotel abgestiegen, das sonst nicht in ihren Budgetrahmen gepasst hätte.

Er bückte sich nach seinem Koffer, den ihm der freundliche Busfahrer zuschob, und ging langsam auf den Hoteleingang zu.

War es wirklich eine gute Idee gewesen, gerade heute hierherzukommen? Was wollte er hier?

Nichts konnte den Schmerz in seinem Inneren mildern. Niemals würde er vergessen.

Mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen.

Die Hotelhalle erschien ihm fremd. Sie wirkte seltsam verändert. Vielleicht hatte man sie renoviert.

Vor dem Tresen der Rezeption stellte er sich in die Reihe der Wartenden – dann erhielt er seine Schlüsselkarte und warf einen Blick auf das Etui aus Papier. Nummer sechshundertdreiunddreißig.

Warum nur hatte er darum gebeten, ausgerechnet dieses Zimmer zu erhalten?

Wieso tat er sich das an?

Je länger er auf die Nummer starrte, umso schwerer schien die Karte in seiner Hand zu liegen.

Damals waren es noch Schlüssel gewesen, fiel ihm ein, während er zum Fahrstuhl ging.

In der Mitte des Zimmers stand das Doppelbett. Alles wirkte so unverändert. Nur die Möbel waren neu.

Er öffnete die Balkontür.

Auf diesem Balkon hatten sie jeden Abend gesessen, eng nebeneinander als Schutz gegen die Kälte.

Hatten die Sterne am Firmament gezählt, deren Zahl unendlich schien, und dazu dem Rauschen des Meeres gelauscht, ehe sie wieder in das Zimmer zurückgekehrt waren, um sich im Bett aufzuwärmen.

Diesmal war er allein.

Er legte den Koffer auf die Tagesdecke und begann mechanisch auszupacken.

Viel hatte er nicht dabei.

Den Schlafanzug legte er aufs Bett. Früher hatte er keinen getragen, sondern nackt geschlafen, dachte er.

Es war warm im Zimmer. Wozu hatte er ausgerechnet einen Schlafanzug mitgenommen?

Er nahm ihn hoch und steckte ihn in den Koffer zurück.

Dann trat er auf den Balkon hinaus.

Vor ihm lag das Meer. Endlos weit erstreckte es sich bis hin zum Horizont.

Im Westen versperrte eine Landzunge die Sicht, auf deren Kuppe ein Gebäude stand.

Das Lokal dort fiel ihm wieder ein.

Sie waren mehr als einmal zusammen oben gewesen, hatten in der Sonne gesessen, etwas getrunken und zum Wasser hinabgeschaut, dessen tiefes Dunkelblau mit dem Goldton der Felsen kontrastierte.

Es hatte nach Kräutern gerochen. Nach Thymian, nach Rosmarin – und nach Pferden. Die Sonne hatte die Luft angenehm aufgewärmt, und der Himmel über ihnen war blau und beinahe wolkenlos gewölbt.

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Seitenaufrufe: 40 mal Aufgerufen Am 9. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Leben, Liebe, Mallorca, Scheidung, Sehnsucht, Tod
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