Das verschwundene Buch

Das verschwundene Buch
Preis: 12,80 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Krimi & Thriller
Webseite: www.rita-hausen.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783946686033
Der Orden der Lichtbringer, eine christlich-fundamentalistische Sekte, verbreitet Panik in der Bevölkerung durch die Ankündigung einer bevorstehenden Katastrophe: Ein Asteroid nähert sich der Erde und wird sie in wenigen Jahren treffen. Der Orden verspricht denjenigen Rettung, die sich ihm anschließen. Die Lichtbringer berufen sich auf uralte Überlieferungen, die aus dem untergegangenen Atlantis stammen, aber auch auf Berechnungen von Astronomen. Gesine, Heilpraktikerin und Geomantin, und der geheimnisvolle Lucan überprüfen diese Aussagen und kommen zu anderen Ergebnissen. Mit einer Hand voll Verbündeter kämpfen sie gegen Ansichten und Methoden des Ordens und setzen ihr Leben aufs Spiel, da die Lichtbringer auch vor Mord nicht zurückschrecken.
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Leseprobe

Sie fuhr in ihr Hotel in Obernai, checkte ein und brachte ihre Reisetasche ins Zimmer. Nachdem sie sich umgezogen hatte, bummelte sie durch den Ort, bis es Zeit war, sich zum Restaurant zu begeben. Dort angelangt sah sie sich um. Bernhard Wölz war noch nicht da. Sie setzte sich an einen Zweiertisch und schaute in die Speisekarte. Wenig später kam Bernhard. Gesine sah ihn erwartungsvoll an.

„Haben Sie schon bestellt?“, fragte er.

„Nein. Nun sagen Sie schon, was Sie vorhaben. Machen Sie es nicht so spannend.“

Er beugte sich über den Tisch zu ihr und antwortete mit gedämpfter Stimme: „Es geht um etwas, was niemand erfahren soll.“ Noch leiser fügte er hinzu: „Es gibt einen Geheimgang zur Bibliothek.“

Der Kellner kam, um die Bestellung aufzunehmen.

Als dieser gegangen war, fuhr Bernhard fort: „Das Problem bilden die vergitterten Schränke. Ich habe versucht herauszufinden, wie man an den Schlüssel kommt bzw. wie man sie öffnet. Das ist noch nicht klar. Ich treffe mich morgen mit jemandem, der mir vielleicht helfen kann.“

„Das klingt alles sehr abenteuerlich. Wenn ich Sie recht verstehe, wollen Sie das Buch stehlen. Wäre es nicht einfacher, nachzufragen bzw. die Einsichtnahme zu beantragen?“

„Ich habe da so meine Erfahrungen. Es ist wie bei den Geheimarchiven des Vatikans. An manche Dinge lassen sie dich nicht ran.“

„Eigentlich ist es ja meine Sache. Warum hängen Sie sich da so rein?“

Gesine nippte an dem Wein, den der Kellner soeben gebracht hatte.

„Ach wissen Sie, ich bin da wie ein Spürhund, der die Fährte aufgenommen hat. Ich lasse mich dann nur sehr schwer davon abbringen. Allerdings ist es nicht sicher, ob die Schrift hier ist. Vielleicht ist sie auch in Straßburg oder in Freiburg. Das Kloster wurde ja nach der Französischen Revolution geplündert und hatte danach verschiedene Eigentümer. Erst 1853 kaufte der Bischof von Straßburg das Kloster zurück, und zwar mit einer Kollekte der Elsässer Katholiken.“

„Und dieser Geheimgang? Wo soll der sein?“

„Der ist zwischen den Mauern der Klosterkirche und dem Bibliotheksgebäude. Es gibt einen Hohlraum, der unter Holzdielen versteckt ist, von dort gelangt man in einen Durchgang, der etwa 40 Zentimeter breit und zwei Meter hoch ist“, flüsterte Bernhard.

Der Kellner brachte die Gerichte. Eine Weile war ihre Aufmerksamkeit auf das Essen gerichtet, dann fragte Bernhard: „Was machen Sie beruflich?“

„Ich bin Heilpraktikerin und habe mit einer Kollegin zusammen eine Praxis in Freiburg.“

„Interessant. Welche Ausbildung braucht man dafür?“

„Ich habe angefangen, Medizin zu studieren, es aber nicht gepackt. Außerdem begann ich skeptisch zu werden gegenüber der Schulmedizin. Ich entdeckte meine eigenen Fähigkeiten zu heilen und begann eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Dafür braucht man Kenntnisse in der Medizin, der Pharmazie und der Pflanzenheilkunde. Ich absolvierte außerdem noch Reiki-Kurse.“

„Und Sie beschäftigen sich mit Geomantie?“

Gesine nickte.

„Ich habe eine vage Vorstellung davon. Können Sie mir erklären, was Sie darunter verstehen?“

„Es geht um das Finden und Nutzbarmachen von subtilen Erdenergien. Die Landschaft wird als magnetisches Feld betrachtet, in welchem die positive Energie, die von Felsen und Bergen hervorgebracht wird, im Gleichgewicht gehalten ist durch eine negative Strömung, die mit niederen Hügeln und Flüssen verbunden ist. Bevorzugte Plätze sind solche, wo beide Ströme vereint sind. Die Natur und Intensität des Geistes der Erde wird vorrangig durch die Formen der örtlichen Geologie bestimmt, aber sie sind auch abhängig von kosmischen Kräften.“

„Was heißt das für den Odilienberg?“

„Die Landschaft ist überzogen mit magnetischen Linien. Auf dem Odilienberg kreuzen sich verschiedene davon. Außerdem ist er ein kosmischer Einstrahlungspunkt. Es begegnen sich nicht nur unterschiedliche Erdkräfte, sondern auch Erde und Kosmos. Untersuchungen haben ergeben, dass der Odilienberg Zentrum eines vorgeschichtlichen geodätischen Gitternetzes ist.“

„Vorgeschichtlich? Das heißt Steinzeit?“, fragte Bernhard nach.

„Auf jeden Fall lange vor den Kelten. Aber genau das möchte ich mithilfe der Schrift von Santella eingehend ergründen.“

„Ich habe mich ebenfalls mit diesem Ort hier beschäftigt, insbesondere mit der Legende der Heiligen Odilia. Es gibt keine echten Chroniken oder Dokumente über sie vor dem 16. Jahrhundert. Die angeblich von einem Zeitgenossen der Odilie verfasste Biografie der Heiligen ist eine Fälschung. Der Herausgeber der 1649 gefundenen Fragmente hat ein Genealogienbuch erfunden, um Odilies Vater Etticho als Stammvater der Herrscher des Elsass hinzustellen, was aber 1885 durch Julien Havet aufgedeckt worden ist. Alle späteren Verfasser haben aus der Genealogie abgeschrieben und weitere Anekdoten hinzugefügt.“

„Ich denke, dass Odilia in Wirklichkeit eine weibliche Gottheit war – oder eine keltische Priesterin.“

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Seitenaufrufe: 69 mal Aufgerufen Am 29. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Katastrophe, Krimi, Mystery, Sekte
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