Das Traumerbe

Das Traumerbe
Preis: 3,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783743137455
Frank Saulus überwand vor kurzem eine Beziehungs- und Lebenskrise und startete einen Neuanfang mit seiner Frau Sofia, die sogar zu seinem großen Glück ein Kind erwartet. Plötzlich treten mysteriöse Wahrnehmungen und erstaunlich reelle Träume in sein Leben. Immer wieder taucht eine seltsam vertraute, aber erschreckende weibliche Gestalt in seinen Träumen auf. Die Traumerlebnisse werden zunehmend bedrohlicher, belasten seine seelische Gesundheit und entwickeln sich so zu einem schweren Problem. Frank sieht sich gezwungen, sich intensiv mit der Deutung seiner Träume auseinanderzusetzen und seine innersten Schattenseiten zu erforschen. Doch dies reicht nicht aus. Die nächtlichen Heimsuchungen kehren wieder und Einzelheiten der Träume weisen in ihrer Bedeutung über seine eigene Lebensbahn hinaus. Der 40-jährige dehnt daher seine Suche aus und erweitert dabei die eigene Perspektive auf tiefgehendere Aspekte des Lebens und spirituelle Zusammenhänge. Er stößt letztlich wie vom Schicksal gesteuert auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis, das auf geheimnisvolle Weise ein Echo in seinem eigenen Leben erzeugt und ihn in naher Zukunft auf dramatische Weise einholen wird..... Das Traumerbe - ein Mysterythriller, der den Leser aus dem Alltag entrückt und sich mit der inspirierenden Erfahrung des Träumens, sowie der schicksalhaften Verbundenheit verschiedener Menschen beschäftigt.
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Leseprobe

Ein kalter Schauer läuft mir noch immer vom Nacken aus den Rücken hinab, wenn ich jene Bilder in mein Bewusstsein zurückkehren lasse.

Bedrohlich. Das ist das Wort, das mein Erlebnis an diesem Abend am treffendsten beschreibt. Wieder suchte mich eine Erfahrung heim, die ich mir vorher nur kaum vorstellen konnte.

Sofia und ich schauten uns gerade einen Thriller im Fernsehen an. Ein gemütlicher Abend Mitte Januar. Draußen war es klirrend kalt und es hatte in den Tagen zuvor begonnen, heftig zu schneien. Ich hatte den Kamin angefeuert. Wohlig warme Luft, ein leichtes Knistern und ein flackernder Lichtschein umgaben uns. Der Duft des brennenden Holzes war wundervoll. Romantik und Entspannung pur. Wir liebten es beide, unser Wohnzimmer damit zu erfüllen und es so in ein gemütliches Nest zu verwandeln. Wir kuschelten uns zärtlich aneinander und ich streichelte ihre Haut unter dem dicken Wollpullover, den sie an solchen Abenden gerne trug. Noch während des Films nickte sie durch das empfundene Wohlgefühl ein. Ihr Rotweinglas war noch nicht geleert. Mein Glas dagegen schon. Immer trank ich schneller, als sie. Ich wollte ein Neues. Vorsichtig löste ich mich aus Sofias Umarmung. Sie wachte dabei nicht auf. Ich sah sie noch einmal mit tiefer Zuneigung an, wie sie da lag, mit ihrem friedlichen Ausdruck. Das leichte zufriedene Lächeln hatte sie noch vor dem Wegschlummern auf den Lippen. Ich liebe diese Frau, dachte ich. Für alles in der Welt würde ich sie immer wieder wärmen und ihre Nähe in mich aufnehmen. Die kalte fremde Welt war da draußen und wir beide hier drin. Und in ihrem Bauch wuchs außerdem das Produkt dieser erfüllenden Bindung heran und machte mein Glück vollkommen. Die aufwühlenden Ereignisse der letzten Wochen und die teilweise innere Leere der Jahre zuvor, erschienen mir an diesem Abend wie weggewischt.

Ich entfernte mich also schläfrig aus dem Wohnzimmer und schlurfte durchdrungen von diesem Gefühl in Richtung der schwach beleuchteten Küche. Dort stand auf der Arbeitsfläche in der Mitte des Raumes die geöffnete Rotweinflasche, die einen samtigen und blumigen Shiraz aus Südafrika enthielt. Ein perfekter Wein im Winter. Ich könnte vorher noch ein Glas Wasser trinken, dachte ich. Die Tanine des Weines machten meine Zunge etwas trocken. Ich griff mir ein Glas und schritt hinüber zum Wasserhahn, der sich direkt vor dem großen Fenster befand. Draußen war die ganze Welt mit frischem weißem Schnee bedeckt, der einem Überzug mit Zuckerguss glich. Es war stockdunkel. Weiße Flocken rieselten sachte hinab und bedeckten die Straße, die Hecken und die Autos immer mehr. Schleichend und lautlos. Diese konnte ich nur deutlich in direkter Nähe der Straßenlaterne herabrieseln sehen, die einen schwachen Schein auf einen abgegrenzten Bereich des Gehwegs und der Straßen warf. Es muss klirrend kalt und frisch draußen sein, überlegte ich. Gut, dass ich hier drin bin.

Ich wollte meinen Blick schon vom Fenster abwenden, da wurde mir bewusst, dass dort draußen fast versteckt etwas Ungewöhnliches zu erkennen war. Erneut beugte ich mich über die Spüle nach vorne und konzentrierte mich auf die verschwommenen Eindrücke, die ich von außerhalb des Hauses erhaschen konnte. Und ich erblickte etwas, dass mir instinktiv bereits vorher aufgefallen sein musste.

Eine dunkle Gestalt. Eine Person. Einen Mann.

Er stand gegenüber auf der anderen Straßenseite im Halbdunklen vor der Hecke des Nachbarn. Ich erstarrte vor Neugierde und wurde augenblicklich hellwach.

Wer ist das, fragte ich mich.

Ein großgewachsener Mann. Er trug einen langen Mantel. Ich fragte mich, ob er dort auf jemanden wartete. Vielleicht auf ein Taxi? Er stand unserm Haus zugewandt. Die Züge seines Gesichtes waren nicht erkennbar. Das Licht der Straßenlaterne warf nur einen schwachen Schein auf ihm. Dies reichte jedoch aus, um zu mutmaßen, dass er unbeweglich genau in meine Richtung sah. Kann er mich etwa hier oben erkennen? Er erschien wie ein Schatten. Ich kniff meine Augen zusammen und beugte mich so weit es ging vor. Die Augen direkt am Fenster und an den Seiten durch meine flachen Hände abgedeckt, damit keinerlei Spiegelung aus dem inneren meiner Küche meinen Blick auf diese in der Kälte stehende Figur verklärte. Ich schwankte zwischen der Einschätzung, dass man sich aus der Entfernung und angesichts des unscharfen Eindrucks nicht sicher sein konnte, dass die Person mich gezielt beobachtete und dem mulmigen Eindruck, dass er genau dies absichtlich tat. Warum sollte er das tun? Wer ist das bloß?

In dieser Position verharrte ich eine Zeitlang. Eine Minute, drei Minuten, fünf Minuten.

Die Schattengestalt wich nicht von der Stelle.

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Seitenaufrufe: 23 mal Aufgerufen Am 30. November 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Albträume, Horror, Lebenskrise, Mystery, Reinkarnation, Thriller, Transformation, Traumdeutung
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