Das Sonnenmal

Das Sonnenmal
Preis: 4,49 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.dasSonnenmal.de
Erscheinungsjahr: 2013
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Ein gut gelungener Mix aus atemloser Spannung, Lovestory und Liebe zum Detail! Ein Kriegsreporter ohne Illusionen, ein halbtotes Mädchen mit viel Zukunft aber ohne Gedächtnis, eine Familie mit großem Haus und noch viel größerem Herzen, ein vermeintlicher Engel mit Glauben aber ohne Herz und Gewissen … und Landschaften, die zum Träumen einladen. Ben Reevers kehrt nach endlosen Jahren als Reporter in den Kriegsgebieten der Welt zu seiner Familie nach Cornwall zurück. Was er zunächst für eine Leiche hält, über die er mehr oder weniger zufällig stolpert, ist ein junges Mädchen, das sich erst im Krankenhaus und dann in der Obhut seiner Schwester Helen langsam erholt. Als ihr Lebensretter fühlt er sich eng mit ihr verbunden und versucht, ihr auf ihrem Weg zurück ins Leben zur Seite zu stehen. Dies ist allerdings gar nicht so einfach, wie es zunächst scheint…Das Mädchen ist offenbar durch die Hölle gegangen. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit wird sie allerdings von dieser wieder eingeholt.
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Leseprobe

Mit langen Sätzen lief Ben hinter Abby her, die pfeilgerade den sanften Hang hinunter rannte. Keine halbe Minute später prasselte der Regen heftig auf sie ein und Ben sah sich suchend nach einem Unterschlupf um.

Schwer atmend ließ er sich wenige Augenblicke später unter dem Brückenbogen der Schnellstraße auf den trockenen Boden fallen. Das schmale Rinnsal, das zu seinen Füßen unter der Brücke hindurchgluckerte, würde wohl kaum so stark anwachsen, dass es ihm hier gefährlich werden würde. Dringend würde er etwas für seine Fitness tun müssen; ein bisschen bergab laufen und er pfiff aus dem letzten Loch wie eine alte schnaufende Dampflok, fand er. Er sah sich nach Abby um, die noch im peitschenden Regen herumtobte und nur unwillig auf seinen Pfiff reagierte, dann aber zu ihm kam. Direkt vor ihm schüttelte sie sich inbrünstig das Wasser aus dem Fell, bevor er zur Seite springen konnte, und zu allem Überfluss schoss aus einem Abflussrohr über ihm ein wahrer Sturzbach von Wasser.

„So viel zu ‚trockenem Plätzchen’“, fluchte Ben und schüttelte sich, um das eiskalte Wasser, das ihm in den Kragen gelaufen war, wenigstens gleichmäßig zu verteilen. Wenn das hier so weiterging, konnte er auch in aller Ruhe nach Hause laufen, weil er eh’ nicht noch nasser werden konnte, dachte er. Mit einem Mal sprang der Hund an ihm vorbei und blieb wild bellend vor dem Abflussrohr ste-hen.

„Ja, mein Mädchen, bell’ das Rohr nur richtig zusammen als Strafe dafür, dass es mich so nass gemacht hat.“ Ben hielt sich die Ohren zu.

„Aber jetzt ist genug! Aus! Still!“

In dem Gekläff des Hundes und dem lauten Geplätscher des Wassers, das in-zwischen, wie er fand, überraschend rasch stieg, gingen seine Rufe jedoch ungehört unter.

„Abby! Aus!“, brüllte er. Jaulend hörte Abby endlich auf zu bellen. Da die Hündi keine Anstalten machte, von dem schmalen Sims herunterzukommen, sondern immer aufgeregter jaulte und scharrte, kletterte Ben zu ihr hinauf.

„Was ist los? Was hast du gefunden? Ein totes Kaninchen? Im Abwasserrohr?“

Ben spähte in das dunkle Rohr. „Ist da was drin, was dich aufregt?“

Das Rohr hatte einen Durchmesser von knapp einem Meter und war an der Öffnung mit einem Gitter versehen, durch das im Moment das Wasser in einem knapp eine Handbreit hohen Schwall in den Graben unter der Brücke schoss. Offenbar war dies der Abwasserschacht für das gesammelte Regenwasser der Schnellstraße über ihnen. Da von oben wohl kaum größere Teile, als durch die Gullischlitze in der Straße passten, heruntergespült werden konnten, war das Gitter wohl eher dazu gedacht, dass dort keiner hineinklettern oder Müll im Ab-flussrohr ablegen konnte. Und doch konnte Ben in dem kaum vorhandenen Licht ein recht großes Bündel erkennen, das in dem strömenden Wasser lag.

Er streckte den Arm durch das Gitter und zog vorsichtig an dem nassen Stoff-fetzen.

„Ist es das, was dich so aufregt, Abby? Aber ich sag dir gleich, wenn das ein totes Tier ist, was ich hier anfasse, dann Gnade dir Gott.“

Das Bündel rutschte ihm nach einem leichten Ruck entgegen und drehte sich dabei. Ben riss die Hand zurück, als sich ein Strang Fadenalgen um seine Finger wickelte.

„Hund, du magst so was vermutlich spannend finden, aber das ist voll eklig!“

Ben tastete nach seinem Schlüsselbund und schaltete die kleine Taschenlampe an, die dort vorsichtshalber immer hing. In dem kleinen Lichtkegel blitzte ein heller Fleck unter dem im Wasser schwimmenden Algenvorhang auf.

„Das ist doch…“ Ben starrte erschrocken auf das Gesicht vor ihm, das unter einer Flut von langen nassen Haaren kaum zu erkennen war. Es waren keine Fadenalgen, sondern Haarsträhnen auf seiner Hand gewesen. Das Gesicht war kaum als solches zu erkennen. Ein Auge war fast komplett zugeschwollen und die rechte Schläfe schwarz verschmiert, wobei Ben davon ausging, dass dies wohl eher getrocknetes Blut war.

Irgendjemand hatte eine Leiche hier abgelegt und er und Abby waren geradewegs darüber gestolpert.

Bewertung: 4.8 von 5 (9 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 119 mal Aufgerufen Am 24. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Amnesie, Belastungssyndrom, Cornwall, Liebesroman, Posttraumatisches, PTBS, Sekte
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