DAS RAUSCHEN DER MACHT. Vom Yuppie zum Hungerleider zum Wahlkampfmanager

DAS RAUSCHEN DER MACHT. Vom Yuppie zum Hungerleider zum Wahlkampfmanager
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Vom Yuppie zum Hungerleider zum Wahlkampfmanager – ein atemberaubender Roman über das Auf und Ab des Lebens. Der Autor erzählt seinen Weg vom gut bezahlten Redakteur in der Hauptstadt zum hoffnungsvollen Schriftsteller, der sich jedoch bald mit Hunger und Armut herumschlagen muss. Immer an seiner Seite: Seine wunderbare Frau Lisi, die ihm stets Halt gibt, ihm schließlich sogar einen ganz anderen Weg ebnet: in die große Politik . Fiktion und Realität verschwimmen. Eindringlich und schön, eine Erzählung, die fesselt. Einblicke hinter die Kulissen der Macht, warmherzige Porträts der Protagonisten und Weggefährten, dazu eine besondere Liebesgeschichte - und eine Aufsehen erregende Erzählkunst des Autors. Kurzgeschichten und Erzählungen von Marc G. Hecht wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, dies ist sein erster Roman.
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Leseprobe

Eine Zeit lang hatte ich gedacht, jetzt alle Regeln fallen lassen zu müssen.

Ich kam deshalb manchmal erst morgens früh nach Hause, schlief bis zum Abend, arbeitete eine Nacht durch – und dann noch einen Tag, schlief – und arbeitete dann wieder mitten in der Nacht.

Und ich ging viel aus. Ich glaubte es meinem neuen Künstlerleben schuldig zu sein. Ein Schriftsteller geht aus. Und er schläft aus. So wäre das eben, mit der Schreiberei, hatte ich gedacht.

Und ich lebte danach, es gefiel mir. Manchmal gefiel es mir so gut, dass ich mich am frühen Morgen, nach einer durchzechten Nacht, mit wildfremden Menschen, in irgendeiner Kneipe, auf dem Heimweg auf eine Bank setzte. An einer Bushaltestelle in der Kantstraße zum Beispiel – und ich beobachtete dann alle Menschen um mich her, die zur Arbeit gingen.

Wenn Menschen zur Arbeit gehen, haben sie oft einen ausdruckslosen Blick. Sie sehen kaum etwas, achten auf nichts, wollen nur zur Arbeit. Der gewohnte Weg. Und ein ganzer Tag Arbeit liegt vor ihnen. Da wollen sie nicht schon morgens ständig nach links und rechts sehen.

Und doch, wenn sie dann mich sahen, auf der Bank, der sich alles nur ansah, um diese Uhrzeit, der nur umherblickte und keine Eile hatte, der auf der Bank sitzen blieb, und ein Bus nach dem anderen fuhr ohne ihn weg – dann blickten sie doch einen Moment verwirrt. Eine Zehntelsekunde des Verachtens war es meist nur, aber es war da. Natürlich, ich war ein ungewohnter Anblick. Immerhin – meine Krawatte saß zwar locker – aber ich trug jedenfalls eine. Und ein Hemd und ein Sakko und dunkle Hosen und gute Schuhe trug ich auch. Das war mein Tick, damals.

Die Art meiner Garderobe schrie förmlich danach, endlich zur Arbeit zu kommen. Trotzdem saß ich nur auf einer Bank. Manchmal sogar mit einem Bier, aus der Büchse. Morgens um halb sieben. Ich fühlte mich anfangs etwas subversiv. Aber das legte sich. Wenn sie mich verachten wollten – bitte schön! Ich verachtete sie auch. Wie die Lemminge! Roboter, morgens zur Arbeit – abends zurück. Und Mittwoch schon aufs Wochenende freuen. Na, das war ja nun auch keine große Sache, kein allzu tolles Leben. Da sollte man nicht so verächtlich gucken. Und ich guckte verächtlich zurück.

Und ich prostete dem Busfahrer zu, der noch einen Blick auf mich warf, bevor er die Tür schloss und abfuhr: „Prosit!“, hatte ich dann gesagt, und einmal, als sich die Tür nicht sofort wieder schloss, weil hinten noch Leute einstiegen, hatte ich einem Busfahrer erklärt, dass „prosit“ eigentlich lateinisch wäre – dritte Person Singular Konjunktiv von prodesse. Es möge nützen. Aber das könne der Busfahrer natürlich nicht wissen. Etwas Großkotzigeres als mich gab es damals auf der ganzen Welt nicht.

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Seitenaufrufe: 46 mal Aufgerufen Am 24. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Autobiografie, Berlin, Erinnerungen, Liebe, Macht, Politik, Romantik, Thriller, Wahlkampf
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