Das Leben und Sterben der Antonia Larcius

Das Leben und Sterben der Antonia Larcius
Preis: 12,95 €
Autor:
Genres: Belletristik, Historisch
Erscheinungsjahr: 2009
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783868701180
Als Stefanos und Aglaia, griechische Mediziner im alten Rom, zu einer Todkranken gerufen werden, ahnen Sie nicht, in welche gefährlichen Verstrickungen sie alsbald geraten sollten. Ist Antonia Larcius ein weiteres Opfer der in Rom grassierenden Seuche oder steckt mehr dahinter? Stefanos und Aglaia sind davon überzeugt, dass die Senatorengattin ermordet wurde und machen sich daran, den Mörder zu finden.
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Leseprobe

Ausschnitt aus dem 2. Kapitel

Sie wusste, dass die Eltern und Valerius schon lange auf waren. Sie suchte sich absichtlich einen Zeitpunkt zum Aufstehen aus, an dem sie wusste, dass sie ihre Eltern und Valerius nicht antreffen würde. Sie setzte sich in die Küche und suchte sich etwas zu essen für ihre Morgenmahlzeit zusammen. Sicher hatte sie immer genug zu essen gehabt, aber lange ahnte niemand, wie sehr sie dieses Leben und dieses Bauernhaus hasste. Sie gedachte nicht mehr der Liebe, die ihre Eltern und ihr Bruder zu ihr hegten. Zu Julius fühlte sie sich zwar hingezogen, und sie mochte ihn auch, aber nur weil er ihr ein klein wenig Luxus wie schöne Kleider bot. Von Bädern mit wunderbar riechenden Badezusätzen, anschließenden Massagen, sonstiger Körperpflege, Cremes, Schminke und Parfüms wusste sie erst, seit sie Julius kannte. Dieser besorgte ihr die von ihr so begehrten Dinge. Die Eltern wussten sehr genau, wenn sie wieder bei ihm war, denn jedes Mal hatte sie etwas Neues dabei. In sein Haus konnte sie natürlich nicht kommen, genauso wenig konnte er zu ihr kommen. Claudia befand, für Julius müsste es schon eine Zumutung sein, in ihr Elternhaus zu kommen. So sehr schämte sie sich ihrer Herkunft. Sie wusste gar nicht, wie weh sie ihren Eltern und ihrem Bruder damit tat. So traf sie sich mit Julius nur für kurze Zeit in verschiedenen Gasthäusern Roms und es machte bald die Runde. Julius brachte sie dann zwar nach Hause, aber ihr Elternhaus betrat er nicht. So wusste Julius über die Herkunft Claudias Bescheid. Sie mochte ihn durchaus, aber die große Liebe war er für sie nicht. Auch wusste sie sehr genau, dass sie mit ihm keine gemeinsame Zukunft haben sollte, obwohl sie sich genau das wünschte. Herrin sein, sich von Sklaven, Mägden und Knechten bedienen lassen, das war es, was sie sich wünschte. Der Preis, den sie dafür zahlte, war hoch, zu hoch. Aber wie viele verleugneten sich selbst und ihre Herkunft auf dem Weg nach oben?

„Wenn ich nur ein Kind von ihm bekommen könnte“, dachte sie. „Dann müsste er sich von Antonia scheiden lassen. Er könnte sie gut abfinden und mich heiraten.“

Mürrisch aß sie das einfache Essen, das sie zwar satt machte, aber Essen war in ihrem Elternhaus zur Sätti-gung und nicht für Genuss vorgesehen. Wenn sie dagegen an ihre Zusammenkünfte mit Julius dachte und was er ihr zu essen bot, wurde sie immer bitter und zynisch. Solche Speisen kannten ihre Eltern und ihr Bruder nicht. Erlesene Speisen und Weine bot er ihr, und sie genoss es, mit ihm zusammen zu sein. Bei diesen Zusammenkünften war sie manches Mal sogar der Meinung, ihn zu lieben. Immerhin war er, obwohl doch sehr viel älter als sie, sehr attraktiv, und so manche Frau beneidete sie um ihn. Ihre Gedanken kreisten nur noch darum, ihrem Elternhaus zu entfliehen, um mit ihm zusammen sein zu können.

Doch zunächst einmal sollte alles ganz anders kommen. Es hatte den Anschein von Harmlosigkeit, als Stefanos, seine Arztkollegen und Aglaia zu Kranken mit Magenverstimmungen gerufen wurden. Die Kranken klagten über Übelkeit, Magenkrämpfe, Brechen und Durchfall. Dann waren mehrere Menschen, die nicht sehr widerstandsfähig und robust waren oder auch nur zu lange gewartet hatten, bis sie den Arzt geholt hatten, der Krankheit erlegen. Aus den Einzelfällen wurde bald eine Epidemie, da die Krankheit ansteckend war. Mangelnde Hygiene war der Grund für den Ausbruch der Krankheit. In den ärmeren Vierteln Roms warfen die Bewohner ihren Abfall einfach aus dem Fenster und ziemlich oft gelangte der Inhalt des Nachttopfes in den Tiber, aus dem wiederum das Trinkwasser gewonnen wurde.

Die Epidemie machte auch bei den reichen Bürgern Roms nicht halt und Stefanos und Aglaia wurden zu Antonia und Julius Larcius gerufen. Antonia lebte noch, aber sie konnten sie nicht mehr retten. Dieser sterbende Mensch glich in nichts mehr der schönen Senatorengattin. Sie waren von Julius, der sehr besorgt war, zu ihr gerufen worden. Antonia hatte die normal-üblichen Symptome der Magen-Darmverstimmung, die in Rom schon mehrere Menschen das Leben gekostet hatte. Sie krümmte sich und kotzte sich die Seele aus dem Leib mit gleichzeitigem blutigem Durchfall, was bei Stefanos und Aglaia auch zu Brechreiz führte. In dem Sterbezimmer stank es bestialisch. Dabei waren sie doch solche Dinge gewohnt. Sie bemerkten nicht gleich, dass bei Antonia etwas anders war als bei den anderen Patienten, zu denen sie gerufen worden waren. Das rührte auch daher, dass sie müde, leer und ausgebrannt waren. Antonia röchelte nur noch und aus ihrem Gemurmel konnte niemand schlau werden. Die Kranken, zu denen sie gerufen worden waren, hatten zwar Durchfall, aber keinen blutigen.

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Seitenaufrufe: 20 mal Aufgerufen Am 7. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tag: fiktiver Krimi
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