Das Haus

Das Haus
Preis: 6,93 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: www.wilkomueller.de
Erscheinungsjahr: 2009
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783866346956
Als Robert Frankenheim zum ersten Mal vom Haus hört, weiß er noch nicht, dass er ihm damit bereits verfallen ist. Doch die Dinge, die dort geschehen, geraten außer Kontrolle. Inspektor Xavier beobachtet besorgt, wie immer mehr Menschen scheinbar spurlos verschwinden. Noch kann man es vertuschen, aber wenn erst die Öffentlichkeit davon erfährt, droht eine Panik. Ist das sonderbare Haus der Schlüssel?
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Sie würden nie eine Leiche finden. Es war wieder einer dieser Fälle, das spürte Xavier sofort. Alles stimmte – das heißt, eigentlich stimmte gar nichts, aber das war es ja gerade, was stimmte: Jemand verschwand ohne ersichtlichen Grund, ohne Spuren, ohne Leiche … Die Vermisstenmeldung ging ein und wurde bearbeitet, wenn die vorgeschriebene Zeitspanne verstrichen war oder besondere Verdachtsmomente vorlagen. Es war nicht überall so, wie es in den Medien immer wieder angeprangert wurde – träge Beamte, die auf ihren Ärschen hockten und auf verstaubte Vorschriften pochten, wenn verzweifelte Angehörige einen Verschwundenen suchen lassen wollten.

Immer wieder verschwanden Menschen. Nicht nur eine Handvoll, es waren viel mehr. Die tatsächlichen Zahlen wurden seit geraumer Zeit auf besondere Anweisung nicht mehr veröffentlicht. Betraf es Kinder und Jugendliche, suchte man mit einem »Großaufgebot« an Polizei und Hilfskräften einige Tage lang nach ihnen. Manchmal fand man sie sogar. Meist nur ihre Leichen. Die Aufmerksamkeit der Medien wurde rasch von anderen Dingen in Anspruch genommen. Betraf es Erwachsene, die als vermisst gemeldet wurden, gelangte die Information viel seltener in die Medien. Die Zahl derer, die buchstäblich »Zigaretten holen« gingen und nie wieder zurückkehrten, war hoch. So erschreckend hoch, dass man sich schon lange nicht mehr traute, es an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Nicht nur, weil es diese beunruhigt hätte, sondern weil man dann auch hätte zugeben müssen, dass niemand eine Ahnung hatte, wie und wohin so viele erwachsene Personen im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte – nach allem, was man wusste – verschwinden konnten.

Wenn er darüber nachdachte, erfasste Inspektor Xavier eine Unruhe, die nichts mit den vielen ungelösten Fällen zu tun hatte. Die Vorstellung, dass jemand wie er eines Tages losging, um etwas völlig Banales zu tun, wie zur Arbeit zu gehen, und dabei ohne jede Spur verschwand, machte Xavier regelrecht Angst, denn er sah sich selbst manchmal in der Rolle des Verschwindenden.

Ihn würde man nie finden. Er sah sich im Grundwasser eines Schachtes liegen oder in einer Gletscherspalte hocken. Es gab da Möglichkeiten … Eine schwere Kette um den Leib geschlungen und mit einem Schloss gesichert. In die Glut eines Hochofens springen. Noch besser, im Kessel eines Kraftwerkes verschwinden.

Ja, das Verschwinden war ein Problem, über das die Polizei nicht öffentlich sprach, doch inoffiziell liefen nicht nur die Ermittlungen, es gab auch fieberhafte Kontakte mit ausländischen Behörden wie dem FBI, den Franzosen, Briten und Russen.

Natürlich gab es überall auf der Welt auch Verbrechen, denen wahllos Leute zum Opfer fielen. Nur sah man es bei den Polizeikräften einhellig als unwahrscheinlich an, dass sich so viele Verbrecher die Mühe machten, ihre Opfer ohne jede Spur verschwinden zu lassen – und das auch schafften! Spurloses Beseitigen einer Leiche gehörte in dieselbe Kategorie wie Mord in einem von innen verschlossenen Zimmer oder eben das perfekte Verbrechen. Wer einen wegen 5 Euro Zigarettengeld umlegte, versteckte die Leiche vielleicht in einem Müllcontainer, wenn überhaupt.

Selbstverständlich war die Überwachung der Einwohner auch in der westlichen Welt nicht so lückenlos, dass man nicht hätte untertauchen können, falls man das wirklich wollte. Aber es war verdammt schwer, auf Dauer so zu leben. Wer sollte das wollen, der nicht wirklich einen sehr guten Grund dafür hatte?

Das Problem des Verschwindens war ein Rätsel, dem etwas Unheimliches anhaftete, jedenfalls für Inspektor Xavier.

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Seitenaufrufe: 33 mal Aufgerufen Am 18. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Entführung, Kriminalist, Parallelwelt, Vampir, Verschwinden
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