Das Gift der Schlange

Das Gift der Schlange
Preis: 8,99 €
Autor:
Genres: Historisch, Krimi & Thriller
Webseite: www.aventiure.at
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783738641172
Intrige und Verschwörung, Machtspiele und kaltblütige Morde, Liebe und Vertrauen und ein mächtiger Geheimbund. Nach Morden im Fürstenhaus kämpft der »Marchese« darum, das Machtgefüge wiederherzustellen, doch sein Auftrag wurde manipuliert. Während der Meisterspion herauszufinden versucht, auf wessen Seite er ficht, sind ihm skrupellose Gegner stets einen Schritt voraus und verbünden sich mit seinem Erzrivalen, um ihn endgültig zu vernichten. Ein packender Historienthriller um einen zerrissenen Helden zwischen Pflichterfüllung, seinem eigenen Machtanspruch und der Suche nach Liebe.
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»Hinein da!«

Er sah nichts, aber er roch den Dunst von Pferden, hörte, wie ein Wagenschlag geöffnet wurde und stemmte sich dagegen. Rutschte mit den Schnallenschuhen auf dem glatten Pflaster weg, sie packten ihn am Kragen, von oben wurde er gezogen und von hinten geschoben, er fand kaum die Trittsprossen. Mit einem Ruck fuhr die Kutsche an, und er wurde in die gepolsterte Lehne gedrückt. Keuchte vor Anstrengung, bekam durch den Knebel nur schwer Luft, und nur allmählich beruhigte sich sein Atem.

Was wollten die Strolche von ihm? Lösegeld erpressen, was sonst! Ein betrogener Ehemann hätte sich nämlich nicht die Mühe gemacht, ihn mitzuschleppen, sondern ihm gleich vor Ort eine Abreibung verpassen lassen. Und wo zum Teufel brachten sie ihn hin? Durch die Fenster kam die Nachtluft herein, nicht mehr die dumpfe Brühe der Stadt, sondern der Geruch frisch gemähter Wiesen. Irgendwo aufs Land wahrscheinlich, in eine Scheune oder einen Heuschober. Oder in den Wald!

Sie fuhren schnell, bis man seine Entführung bemerkt hatte, waren sie längst über alle Berge! Und je länger die Fahrt dauerte, desto quälender wurden seine Gedanken. Sein Vater würde zahlen, aber ließen sie ihn dann auch laufen? Wenn er sich darauf verließ, konnte er gleich sein Testament machen! Hektisch nestelte er an den Riemen, aber die Knoten saßen fest.

Es klang und roch immer gleich, sie fuhren über eine holprige Straße zwischen Wiesen, weg von Bologna, weg von der Universität, weg von … Auf einmal wurde der Klang zurückgeworfen, die Kutsche fuhr nicht mehr über die schlechte Straße, sondern schaukelte nur mehr leicht. Kies knirschte.

»Aussteigen!«

Das waren Fackeln, der Geruch von Pech war unverkennbar, und er spürte die Hitze, als man ihm das Licht vor das Gesicht hielt. Sie fassten ihn an den Armen und zerrten ihn mit, quer über einen Platz oder Hof, eine Tür quietschte in den Angeln, sie marschierten durch einen kühlen Gang, noch eine Tür, der Raum dahinter klang hoch und weit, ihre Schritte hallten. Sie ließen seine Arme los, gaben ihm einen Stoß zwischen die Schulterblätter, und er stolperte ein Stück vorwärts.

Sie waren da, er konnte sie spüren, auch wenn es jetzt vollkommen still war. Viele Menschen, nicht nur seine Entführer, er fühlte ihre Blicke. Angestarrt ohne sehen zu können! Er drückte den Rücken durch und setzte seine arroganteste Miene auf. Es wurde zur Nervenprobe. Er war blind, aber dafür arbeiteten seine anderen Sinne umso präziser, und so lautlos war es gar nicht. Er konnte das Atmen der Leute unterscheiden, das Rascheln von Stoff, wenn sie ihr Gewicht verlagerten. Und er konnte sie riechen. Nur Männer. Von vorne kam Wärme, Holz knisterte, wohl Feuerkörbe.

»Ihr habt tapfer gekämpft.«

Unwillkürlich zuckte er beim unvermittelten Klang der Stimme zusammen.

»Und Ihr dürft stolz sein. Noch keinem Novizen ist es gelungen, einen von uns zu verwunden.«

Novize?

Schritte kamen auf ihn zu, schwere, gemessene von vorne und kraftvolle von der Seite. Jemand nestelte am Knoten seiner Augenbinde, er blinzelte. Der Mann, der ihn vom Tuch befreite, blutete an der Schulter, aber hatte es wohl für unter seiner Würde gehalten, die Wunde zu verbinden. Jetzt zog er ein Messer, durchtrennte die Handfessel und löste ihm auch den Knebel, dann reihte er sich unter die anderen Männer ein. Alle hielten sie Fackeln in der Hand, alle waren sie identisch gekleidet mit schwarzen Kniehosen, schwarzen Röcken und schwarzen Strümpfen. Keine Schnallen an den Schuhen. Bürgerliche. Oder doch nicht, denn alle trugen sie Degen.

»Eure Verwirrung ist zu verstehen, und es spricht für Euch, dass Ihr keine Furcht zeigt. Es bestätigt, dass unsere Wahl richtig war.«

Was heißt, keine Furcht zeigen? Nur sein Stolz hielt ihn aufrecht! Er bemühte sich, dem Mann fest in die Augen zu sehen, aber das war ein Fehler, denn sofort bekam der Blick des Unbekannten etwas Zwingendes, krallte sich an ihm fest, versuchte, ihn zu beugen. Furcht hin oder her, brechen würde ihn niemand! Jetzt war es Ehrensache, diesen Blick auszuhalten! Nach einer Weile ließ ihn der Fremde vom Haken und nickte wohlwollend.

»Wir brauchen Männer mit Rückgrat.«

»Wer seid Ihr?«

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Seitenaufrufe: 62 mal Aufgerufen Am 29. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: 18. Jahrhundert, Abenteuer, Aufklärung, Fechten, Geheimbund, Held, Macht, Mantel und Degen, Spion, Verschwörung
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