Das Erbe von Mykene

Das Erbe von Mykene
Preis: 2,99 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781519411105
Professor Tanner, einer der wenigen noch verbliebenen Geisteswissenschaftler im ausgehenden 21. Jahrhundert, entdeckt bei einer Ausgrabung in Mykene Symbole und Fresken, die auf eine beunruhigende Entwicklung hindeuten. Kurz nach dem Auftreten rätselhafter Lichterscheinungen über den Ruinen von Mykene entwickeln an mehreren Orten in den USA bis dato unauffällige Menschen rätselhafte Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten rufen den mächtigen und einflussreichen Trident-Konzern auf den Plan, der faktisch die Macht in den USA in seinen Händen hält und in erbitterter Konkurrenz mit anderen Konzernen in anderen Ländern steht.
Leseprobe online lesen
Leseprobe herunterladen
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

1. Tag

Hastings, Nebraska/USA, Martin Barkers Farm

Geblendet blinzelte Martin Barker in die Mittagssonne und strich sich mit einer verzweifelten Geste über die struppigen ergrauten Haare. Was er sah, konnte ihm nicht gefallen. Staubiger, heißer Wind wehte über das Feld und trieb Pflanzenreste vor sich her. Frustriert ging Martin in die Hocke und griff mit einer seiner schwieligen Hände nach einer Ähre, die eigentlich prall gefüllt mit Weizenkörnern sein sollte. Aber bereits unter der leichten Berührung zerfiel die Pflanze buchstäblich zu Staub. Das ganze Feld lag unter einer sandigen Schicht begraben und der Wind wehte ihm diesen Sand in die Augen. Aber es lag nicht nur an den Sandkörnern, dass Martin Barker die Tränen in die Augen traten. Sekundenlang stand er stumm und regungslos auf dem Feld, bevor er sich seiner zeitweiligen Schwäche schämte und sich müde seine Augen rieb. Er musste die Tatsache akzeptieren, dass ein weiterer Teil seiner Aussaat unwiderruflich verloren war. Nun waren nur noch zwei Felder vorhanden, bei denen er hoffen konnte, im Herbst die Ernte einzubringen. Und diese Ernte würde gerade den Bedarf von ihm und seiner Familie abdecken. Dabei hätte er dringend einen Teil der Erträge verkaufen müssen, um an Geld für unbedingt benötigte Anschaffungen zu kommen. Aber damit konnte er nun nicht mehr rechnen. Müde wandte er sich um und kletterte wieder in seinen altersschwachen Lastwagen. Die alte Rostlaube würde wohl ein weiteres Jahr durchhalten müssen, denn dieses Jahr würde er für einen Ersatz definitiv kein Geld haben. Er drehte den Schlüssel im Zündschloss und mit einem gequälten Röcheln sprang der alte Motor widerwillig an. Krachend legte Martin den Gang ein und schaukelnd fuhr das Fahrzeug mit ächzenden Stoßdämpfern über den Feldweg in Richtung des Hauptgebäudes.

Der Geruch des Mittagessens drang ihm in die Nase, als Martin die Haustüre hinter sich ins Schloss zog und mit schweren Schritten an den Esstisch trat. Seine beiden Söhne Anthony und William löffelten bereits ihre Suppe in sich hinein, während seine Frau Susan bei seinem Eintreten an den Herd gegangen war, um auch für ihren Mann den Teller zu füllen. Martin blickte mit einer Mischung aus Schuld und Traurigkeit auf ihren Rücken. Was hatten sie doch damals bei ihrer Heirat für Pläne geschmiedet. Sie wollten diese Farm großartig aufbauen und einen ganzen Stall voll Kinder großziehen. Später hatten sie ihren Lebensabend auf einer schattigen Veranda sitzend zubringen und dabei den Arbeitern auf der Farm zusehen wollen. Und weiß Gott, sie hatten hart gearbeitet. Und dennoch hatte es immer nur für das Notwendigste gereicht, nie hatten sie wirklich einmal Rücklagen bilden können. Susan war an der harten, hoffnungslosen Arbeit zerbrochen. Schweigend lebten sie nun nebeneinander her, ohne dass einer dem anderen Mut oder Hoffnung hätte geben können.

Seine beiden Söhne hatten sich auch als Enttäuschung entpuppt. Anthony war ein Kerl wie ein Baum und durchaus in der Lage, mit anzupacken. Aber er war faul und erledigte die ihm aufgetragene Arbeit nur mit halbem Herzen, so dass Martin immer wieder gezwungen war, Anthonys Arbeit zu kontrollieren und auszubessern. Zudem verstand sich Anthony überhaupt nicht mit seinem Bruder und er drangsalierte ihn weitaus mehr, als es Geschwister üblicherweise tun. Dies machte das Zusammenleben auf so engem Raum nicht gerade einfacher. William hingegen war, was die harte Arbeit auf einer Farm anging, nahezu nutzlos. Er war ungeschickt und dank seines Übergewichtes, seiner Unbeweglichkeit und der daraus resultierenden geringeren Leistungsfähigkeit nur für leichte Handlangertätigkeiten zu gebrauchen. Susan hatte mittlerweile wortlos den Teller vor ihren Mann hingestellt und sich wieder auf ihren Platz gesetzt. Martin aß hungrig, als Anthony schließlich das Schweigen am Tisch brach. „Vater, ich muss nachher in die Stadt fahren und Schindeln für das Dach der Scheune besorgen. Falls es regnen sollte….“

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 456 mal Aufgerufen Am 7. Dezember 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fähigkeiten, Flucht, geschichte, Science Fiction, übernatürlich, Verfolgung
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.