Cryptanus – Der Geruch des Todes (Band 1 des Cryptanus-Zyklus)

Cryptanus – Der Geruch des Todes (Band 1 des Cryptanus-Zyklus)
Preis: 14,99 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Science-Fiction
Webseite: www.wolfgangbrunner.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9781503333208
Nach dem Leben kommt der Tod. Doch was kommt nach dem Tod? Philip Goldman meint, an Menschen ihren bevorstehenden Tod „riechen“ zu können. Zuerst stirbt sein bester Freund, dann seine geliebte Großmutter. In seinen Träumen gelangt Philip in eine Welt, die „Abgrund“ genannt wird. Ein androgynes Wesen namens Parr begleitet Philip durch diese Traumwelt und eröffnet ihm, dass er sich in der Welt der Toten befindet. Die Odyssee bringt Philip Goldman an die Grenzen seines eigenen Ichs, führt ihn zurück in den Zustand der Geburt und nach vorne in den Zustand nach dem Leben, nach dem Tod und sogar noch eine Stufe weiter. Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, von dem kein Mensch sich je hätte träumen lassen. - Aus einer Amazon-Rezension: "Eine unglaubliche, unvergessliche Reise"
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Leseprobe

Wieder befanden wir uns auf einem Plateau, das Teil eines Dammes war. Die Brandung des Flammenozeans schlug an die steile Küste und das Tosen war stärker als an unserem Startpunkt. Ich wandte mich von den faszinierenden Flammen ab und erblickte auf der anderen Seite des Dammes in unmittelbarer Nähe eine Stadt, die zwar ähnlich wie Gurutos und Aguro Branco aussah, aber insgesamt viel freundlicher wirkte.

Sie war inmitten eines riesigen Sees gebaut, dessen Wasser teilweise über die Ufer schwappte und die lodernden Flammen des Feuermeers löschte. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, diese beiden Naturgewalten so nah beieinander existieren zu sehen. Das Feuer und das Wasser waren nur durch diesen schmalen Damm getrennt, auf dem wir uns befanden.

Während das Flammenmeer gefährlich toste und wütete, war der See, außer am Ufer, ruhig und glatt wie ein Spiegel.

„Diese Stadt trägt den Namen Pervetere“, klärte mich Parr auf und drückte mich sanft an der rechten Seite.

„Wir müssen nur noch jemanden finden, der uns auf unserer Reise begleiten wird“, fügte der David, den ich eigentlich gar nicht kannte, hinzu und wir gingen auf das Ufer des Sees zu.

Die Überfahrt fand dieses Mal in einer Form statt, die ich kannte: Auf Wasser und nicht auf Feuer. Wir wurden wortlos von einem dreibeinigen Wesen auf eine Art Fähre eingeladen und wie von unsichtbaren Seilen auf die Inselstadt Pervetere gezogen. Ich konnte nicht erkennen, wie sich die Fähre fortbewegte. Als wir die Mitte des Sees, und damit die Stadt, erreichten, verließen wir die Fähre und betraten eine Stadt, die sich nun bei genauerem Hinsehen doch beträchtlich von Gurutos und Aguro Branco unterschied.

Die Unterkünfte schienen zumindest nicht zu leben, bestanden zum Großteil aus metallähnlichen Platten, die stümperhaft zusammengeschweißt waren und einen Blick in das Innere der Behausungen zuließen. Aber besonders auffällig war das rege Treiben in der Stadt. Ich hatte noch nie so viele Wesen auf einmal im Abgrund gesehen. Die Bewohner, die den größten Anteil hier hatten, waren nicht Menschen, sondern fremdartige Wesen.

„Hier in Pervetere sind die meisten Wesen nicht aus deiner Welt. Hier leben viele tierähnliche Wesen. Es handelt sich um Syff, Außerirdische würdet ihr Menschen sagen“, erklärte mir Parr und in der Tat erblickte ich meistens dreibeinige „Tiere“, die entfernt an Giraffen erinnerten. Sie hatten die Größe eines durchschnittlichen Menschen, allerdings nahm der Hals dieser Wesen ein Drittel der Gesamtgröße in Anspruch. Sie hatten alle freundliche, sympathische Gesichter und ihr Lächeln sah menschlich aus.

„Können wir mit ihnen sprechen?“, fragte ich.

„Du sprichst doch auch mit uns. Oder dachtest du die ganze Zeit, du würdest deine Muttersprache hier sprechen?“, grinste David. Seine weißen Zähne blitzten mich an und ich wurde von seinem Lachen angesteckt.

„Wenn du im Abgrund bist, sprichst und verstehst du automatisch Obitus-Os, die Sprache der Toten“, ergänzte Parr und blinzelte mir zu.

„Ich spreche eine fremde Sprache, die ich nie in meinem Leben gehört, geschweige denn gesprochen habe?“

Beide nickten und ich hatte den Eindruck, als würden beide verschmitzt grinsen. Ich nahm es als gegeben hin.

Obitus-Os, die Sprache der Toten…

Ein leichter Schauer lief über meinen Rücken und ich versuchte mir vorzustellen, wie diese Sprache in den Ohren eines Menschen klingen würde. Pervetere war eine saubere Stadt, im Gegensatz zu den beiden anderen Städten, die ich hier im Abgrund bereits kennen gelernt hatte. Hier waren kein Blut, keine lebenden Gebäude zu sehen. Hier waren aber auch fast keine menschlichen Toten zu sehen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Städten wurden wir von den dreibeinigen Bewohnern dieser Stadt beachtet.

„Dieses Flammenmeer. Was…?“

David blieb stehen, während Parr zwar seine Geschwindigkeit verringerte, aber trotzdem weiterging.

„Dieses Flammenmeer entspricht so in etwa dem Begriff Fegefeuer, den es in eurem religiösen Sprachgebrauch gibt. Die Flammen sind die geballte Energie von Seelen. Aber hier geht es nicht um Reinigung derselben oder gar Leiden und Qualen für Wesen, die schlimme Dinge getan haben. Diese Art Fegefeuer ist nur eine Erfindung der Menschen, sie wurde von Menschen in eure Welt gesetzt, die eine Nahtod-Erfahrung hatten und das Flammenmeer falsch interpretierten. Alle Gerüchte über Hölle, Himmel und Paradies, die in eurer Welt existieren, sind falsch. Das Fassungsvermögen eurer Gehirne ist zu klein, um das ganze, komplexe Ausmaß dieser Dimension zu begreifen. Erst wenn die Seele ein Teil des Abgrunds geworden ist, kommt das Begreifen.“

Bewertung: 5.0 von 5 (3 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 35 mal Aufgerufen Am 25. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Esoterik, Fantasy, Leben nach dem Tod, Philosophie, Roman, Science Fiction, spannend, Sterben, Tod
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