Cryptanus – Das Geheimnis von Griphus Nix (Band 2 des Cryptanus-Zyklus)

Cryptanus – Das Geheimnis von Griphus Nix (Band 2 des Cryptanus-Zyklus)
Preis: 15,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Science-Fiction
Webseite: www.wolfgangbrunner.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9781507614051
Es gibt einen Ort zwischen Leben und Tod. Wie würden Sie sich fühlen, wenn sich dort die Liebe Ihres Lebens aufhielte? Was erwartet uns nach dem Sterben? Doch dieses Mal ist der Abgrund gefährdet, denn eine mit Hass erfüllte Kreatur versucht den Kreislauf der Seelen zu zerstören, während Phils Frau Helena an einem "Ort zwischen den Orten", der Griphus Nix genannt wird, weder tot noch lebendig festgehalten wird. Zusammen mit seinem Angelus Parr, dem Geschöpf der Schönheit Pulcher und drei weiteren Gefährten versucht Phil, das Geheimnis von Griphus Nix zu lüften, um Helena in den Abgrund zu holen. Nicht im Traum hätte er damit gerechnet, in einen faszinierenden aber auch erschreckenden Sog zu geraten, der ihn über die geistige Existenz des Cryptanus hinaus an den Anfang allen Seins führt...'Hinter dem Horizont' trifft "The Cell' - so könnte man den Roman mit zwei Filmen beschreiben. Bocholter Borkener Volksblatt
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Leseprobe

Helena starrte fasziniert auf das Szenario, das sich vor ihren Augen abspielte. Raoul wurde von dem nackten Vergewaltiger brutal in den Schnee gedrückt. Er strampelte und versuchte, sich aus der festen Umklammerung zu befreien, aber sein Versuch war nicht von Erfolg gekrönt. Kurz schaffte er es, den Kopf zu heben und in Helenas Richtung zu sehen. Phils Frau stockte der Atem, als sie in sein Gesicht blickte. Es sah genauso aus wie jetzt. Nur die Augen waren zu erkennen, alles andere war unter einer Schneeschicht verborgen.

Der Mann mit dem Schnee im Gesicht….

Wenn sie dich tot auffinden, werden sie dich den Mann mit dem Schnee im Gesicht nennen…

„Er hat es tatsächlich getan…“, murmelte Helena. „Er hat dich in den Schnee gedrückt, bis du tot warst…“

Melanies Geist stand da und es sah aus, als würde sie das Ganze ebenfalls interessiert beobachten. Aber sie bewegte sich nicht, sie stand einfach nur da wie eine Statue aus Stein.

„Ja, er hat mich umgebracht. Es war kein schöner Tod… im Schnee zu ersticken… die Kälte im Gesicht… das Feuer der Liebe im Herzen, das bald verglühen würde…“ Griphus atmete tief ein. Es fiel ihm sichtlich schwer, über seinen eigenen Tod zu sprechen. „Als ich starb, war die Traurigkeit wieder in meinem Geist. Ich wusste, dass mit mir Melanies Liebe zu mir starb. Ich wusste es… und dann war ich im Abgrund…“

„Was passierte dann…?“ Helena konnte es gar nicht abwarten, bis sie erfuhr, wie es weiterging. Sie fühlte mit dem Mann neben ihr, der die Dunkelheit langsam mit seinen Erinnerungen erhellte.

„Wenn man in den Abgrund kommt, wird man von seinem Angelus erwartet, in dessen Körper die Seele schlüpft. Ich fühlte mich in meinem neuen Körper sofort wohl, obwohl er etwas größer war, als der, den ich im Leben besaß. Aber ich fühlte mich nicht im Abgrund wohl, denn ich befand mich am Collacrimatio, dem Fluss der Tränen. Dort werden die Tränen der Trauernden gesammelt und fließen durch den Abgrund. Als ich bemerkte, dass Melanie keine einzige Träne für mich vergoss, überkam mich erneut die Traurigkeit, die mich bis zu meinem Lebensende begleitet hatte. Ich hatte sie mit in den Tod genommen.“

Helena nickte und ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt.

„Und als ich trotzdem diese unglaublich große Liebe zu Melanie in mir fühlte, spürte ich eine Dimension im Abgrund, die noch nie jemand betreten hatte. Ich hatte durch meine Liebe Griphus Temporis gefunden und entschwand…“

„Wie funktioniert so etwas?“, konnte Helena nicht umhin, eine Erklärung zu verlangen.

Griphus sah die Frau an und das erste Mal seit seiner Erzählung lächelte er wieder. „Kennst du dich mit anderen Dimensionen, Paralleluniversen und dergleichen aus?“

Helena schüttelte den Kopf.

„Dann würde es keinen Sinn machen, dir diese Vorgänge zu erklären. Ich hatte diesen Ort gefunden und mir geschworen, einen Platz für Wesen zu schaffen, die das gleiche Schicksal wie mich ereilt hat. Und ich wollte einen Platz, an dem die Liebe herrschte… verstehst du?“

Sie verstand nicht, nickte aber trotzdem. Vor ihr stand Melanie im dunklen Wald, in dem Raouls Leben geendet hatte. Der Vergewaltiger und sein Opfer waren verschwunden. Das Licht des Mondes spiegelte sich auf der Oberfläche des Tümpels, der erstaunlicherweise nicht eingefroren war. Noch lange sahen Griphus und Helena auf die Szene aus der Vergangenheit, bis sich Griphus schließlich erhob und Helena auf die Beine half.

„Nun hast du deinem Mann ein Lebenszeichen geben können, gib mir dafür die Liebe, die du mir angeboten hast. Wir gehen zurück nach Griphus Nix…“

Helena sah das Schneegesicht erstaunt an. „Ich habe Phil keine Nachricht geben können. Wovon sprichst du?“

Griphus sah sie an. „Vertrau mir einfach. Phil weiß, dass du in seiner Nähe bist. Wenn mir deine Liebe gefällt, werde ich darüber entscheiden, ob du ihm weitere Zeichen geben darfst.“

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Seitenaufrufe: 31 mal Aufgerufen Am 25. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Cryptanus, Esoterik, Leben, Leben nach dem Tod, Philosophie, Sterben, Tod
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