Chroniken der Milchstraße Die Gestrandeten

Chroniken der Milchstraße Die Gestrandeten
Preis: 0,99 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: www.science-fiction-stories.at
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739220581
Gestrandet im Feindesland, vom Feind gejagt. In dieser aussichtslosen Lage befinden sich Zeb. J. Curwen und Runako Thenga seit dem Absturz ihres Raumschiffes auf dem Planeten Tschangan. Trotz ihrer verzweifelten Lage wollen sie ihre Mission zu Ende führen. Die größte Gefahr geht vom kehhl'daaranischen Flottenadmiral Cara'uhn aus, der ein persönliches Interesse an Curwen hat. Cara'uhn ist bestrebt, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die beiden Space Navy Offiziere in seine Gewalt zu bekommen. Die Gestrandeten müssen um ihr Überleben kämpfen.
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Leseprobe

Jerusalem im Juli 1099

Erster Kreuzzug

Nach einem entbehrungsreichen Marsch, harten verlustreichen Kämpfen, hatten sie ihr Ziel endlich erreicht. Die Heilige Stadt Jerusalem!

  Vor den mächtigen Mauern der Stadt lagerten Tausende Kreuzfahrer aus allen Herren Länder. Allesamt waren sie dem Aufruf von Papst Urban II. gefolgt, die ungläubigen Seldschuken aus dem Heiligen Land zu vertreiben.

  Albert war einer von ihnen, ein einfacher Ritter aus dem Heiligen Römischen Reich, der weniger zu Gottes Ruhm ins Heilige Land gekommen war als vielmehr zu seinem Eigenen. Zumindest war das zu Beginn des Kreuzzuges der Fall, doch eine seltsame Begegnung in der Nacht nach der Eroberung von Antiochia ändert alles. In jener Nacht schlich sich eine absonderliche Gestalt in sein Lager. Sie war bleich wie ein Geist, das Gesicht bizarr entstellt. Der Nasenrücken zog sich bis zur Stirnkante hin, die Stirn selbst wies einen Buckel in der Form eines V auf. Augen mit violetten Pupillen. Das bizarre Wesen verkündete, dass es ein Abgesandte jener Götter sei, welche einst den Menschen schufen. Es war gekommen, um Albert darüber in Kenntnis zu setzen, dass er dazu auserkoren sei, etwas sehr Wichtiges zu vollbringen. Auf Alberts Frage, welch bedeutsame Aufgabe Gottes er zu erfüllen hatte, schwieg die Gestalt. Sie offenbarte nur, dass sie ihn erneut aufsuchen wird, sobald Jerusalem gefallen war, um dann all seine Fragen zu beantworten.

  Obwohl seitdem fast ein Jahr vergangen war, so hatte die Erinnerung an jene Begegnung noch die gleiche Frische wie am Morgen danach.

  Die Belagerung von Antiochia durch das seldschukische Entsatzheer, das fünf Tage nach dem Fall der Stadt eintraf – die darauf folgende Hungersnot, der Marsch nach Tripolis und die anschließenden Kämpfe um Jerusalem – all das hatte Albert tapfer ertragen, nie Gedanken ans Aufgeben gehegt, nur um den Tag zu erleben, an dem der Engel  wiederkehrte. Dass jenes eigenartige   Wesen

ein  Engel  war, stand für Albert außer Zweifel.

  Nun war der Tag angebrochen, den der Engel prophezeite, Jerusalem stand vor dem Fall. Die Kreuzritter hatten Belagerungstürme herangeschafft, mit denen sie die Mauern überwinden wollten. Auf einem davon befand sich Albert.

  Pfeile sausten durch die Luft, schlugen in Holzplanken ein, in Rüstungen  durchbohrten Leiber. Davon bekam Albert nichts mit, denn er befand sich im Bauch eines Belagerungsturmes in relativer Sicherheit. Noch! Denn als eine Rampe heruntergelassen wurde, die Kante die Zinnen der Befestigungsmauer berührte, befand er sich mit einem Mal inmitten der Schlacht. Mit wildem Gebrüll stürmten die Ritter  ihre Schwerter erhoben  auf die Gegner zu. Diese versuchten, den Belagerungsturm zu stürmen.

  Albert attackierte einen der Feinde, holte mit seinem mächtigen Schwert aus, spaltete den Schädel des Seldschuken, Blut und Gehirn-masse spritzen hervor. Ein grausames Schauspiel. Doch hatte Albert schon so vieles an Grausamkeiten erlebt, dass ihn so etwas kalt ließ.

  Er stieß sein Schwert in den Bauch eines weiteren Gegners, hüpfte anschließend über die Zinnen. Von rechts nährte sich ein Seldschuke mit wildem Gebrüll, sein Säbel schlug auf Alberts Schild. Ein entsetzter Schrei drang jäh aus der Kehle des Gegners. Er bog das Kreuz durch. Ein Körper, dem das Leben entschlüpfte, stürzte von der Mauer. Ein Pfeil hatte sich in den Rücken  des Mannes gebohrt.

  Wilhelm, seitdem dieser Albert bei der Eroberung von Nizäa das Leben gerettet hatte, sein treuer Weggefährte  rief ihm eine Warnung zu.

  Albert drehte sich geschwind um, bemerkte einen dieser ruchlosen Ungläubigen, der beabsichtigte, ihn mit seinem Krummsäbel zu er-schlagen.

  Albert parierte geschickt. Metall klirrte, als sich die Klingen berührten. Mithilfe eines findigen Schwerthiebes gelang es ihm, dem Gegner das Schwert dessen Händen zu entreißen. Mit einem Zweiten trennte er den Kopf vom Rumpf, Blut spitzte in einer Fontäne hervor, ein eigentümliches Zischen erklang. Der kopflose Körper fiel auf die Knie. Er wankte für den Moment, dann kippte er vornüber.

  Mit einem Mal durchfuhr ein abscheulicher Schmerz Alberts Körper. Das Schwert entglitt einer Hand, aus der alle Kraft entschwand. Klimpernd schlug es auf dem Boden auf. Die Hand fuhr reflexartig zum Hort des Schmerzes. Finger ertasteten einen Pfeil, der sich tief ins Fleisch gebohrt hatte. »Nein, nicht jetzt! Lass es nicht hier Enden«, jammerte Albert gepeinigt. Er spürte deutlich, wie die Kraft aus seinem Körper schlüpfte. Er strauchelte. Vor seinen Augen verlor die Welt ihre Konturen. Dann kam die Dunkelheit.

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Seitenaufrufe: 110 mal Aufgerufen Am 22. Februar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Chroniken, Gral, Heiliger, Milchstraße, Opera, Space, Überlebenskampf
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