Celines Tagebuch

Celines Tagebuch
Preis: 12,80 €
Autor:
Genres: Belletristik, Kinder & Jugend
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783944648170
„Ich bin es nicht wert, glücklich zu sein. Ich bin ein Nichts im Nichts…“, davon ist die fünfzehnjährige Celine absolut überzeugt, und wenn dann ihre um einiges ältere Internetfreundin Chrissy daherkommt und meint, dass das Leben gar nicht so schlecht ist, wie es manches Mal den Anschein hat, schüttelt das Mädchen nur den Kopf und wird richtig wütend. Schließlich wird sie fast täglich in der Schule gemobbt und hat auch keinen leichten Stand in ihrer Familie. Nirgends fühlt sie sich dazugehörig, und irgendwie scheint sich sowieso alles und jeder gegen das Mädchen verschworen zu haben. Immer mehr zieht Celine sich in ihre eigene Gedankenwelt zurück und stellt ihr ganzes Leben infrage. Sie durchlebt sämtliche Gefühle von ‚Himmel hoch jauchzend‘ bis ‚Zu Tode betrübt‘. Ritzen und Suizidgedanken gehören ebenso dazu, wie die Freude, mit ihrer Internetfreundin zu schreiben, aber auch die Wut darüber, wenn sie mit deren Antworten nichts anfangen kann. Eines Tages beginnt sie damit, sich einem Tagebuch anzuvertrauen. Sie schreibt ihre Gedanken und Emotionen über den Zeitraum eines Jahres nieder, um am Ende festzustellen, dass Chrissy doch recht hatte und man sein Leben tatsächlich selbst in die Hand nehmen muss, um letztendlich ein glücklicher Mensch zu werden. Der Weg ist das Ziel, auch wenn er manches Mal ziemlich steinig ist …
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Ich habe es getan!

Ich habe es tatsächlich getan, aber als das Blut über meinen Arm geflossen ist, bin ich fürchterlich erschrocken. Der Schreck über das tropfende Blut war größer, als der Schmerz. Ich weiß nicht, wieviele Papiertaschentücher ich auf den Schnitt gedrückt habe, bis es endlich wieder aufhörte zu bluten. Ich muss sie nachher verbrennen, ehe Papa sie findet.

*

Chrissy war online!

Ich habe ihr nicht gesagt, dass ich mich geritzt habe. Aber ich habe ihr von Benni erzählt und von dem Fünfziger, den Papa angeblich vor meinem Bett gefunden hat, und ich habe ihr gesagt, dass ich am Liebsten abhauen würde, egal wohin.

„Man kann vor seinen Problemen nicht davonlaufen!“, hat sie gesagt. „Das macht keinen Sinn, denn irgendwann würden sie dich wieder einholen, und zwar in geballter Form!“

Hallo, noch geballter geht’s doch gar nicht mehr, oder?

„Du musst als erstes das Gespräch mit deinem Vater suchen. Frag ihn, warum er in deinem Zimmer war, sag ihm, dass du nicht weißt, woher das Geld kommt, und sag ihm, wie du dich fühlst, wenn er dich irrtümlicherweise beschuldigt.“

Oh Chrissy … Du immer mit deinen Hinweisen auf die ‚Gesprächssuche‘. Du weißt doch ganz genau, dass das bei mir nicht funktioniert. Erstens traue ich mich nichts zu sagen, und zweitens würde mein Vater dieses Gespräch schon im Ansatz ersticken. Allein schon die Frage danach, warum er in meinem Zimmer war, würde ihn zum Ausrasten bringen.

„Gespräche sind unumgänglich, wenngleich auch oftmals unangenehm, aber sie führen dazu, Klarheit zu schaffen. Wenn es dir nicht gelingt, für dich selbst einzustehen, dann hast du verloren.“

Habe ich das nicht eh schon? Verloren?

Chrissy hat mir schon hundertmal gesagt, dass es an mir selbst liegt, etwas zu ändern.

Okay!

Ändere ich also etwas an mir!

Ab sofort werde ich mich vom verhuschten Aschenbrödel in einen männermordenden Vamp verwandeln!

„Merkst du eigentlich, wie blöde diese Aussage ist?“ Chrissy’s Satz stand schneller im Messenger, als ich den meinen zu Ende schreiben konnte.

„Du bist weder ein verhuschtes Aschenbrödel, noch wirst du jemals ein männermordender Vamp sein! Für beides fehlen dir die nötigen Eigenschaften!“

Gut. Und welche Eigenschaften habe ich?

Wer bin ich?

„Du bist ein wundervoller Mensch, der auf der Suche nach sich selbst ist und hierbei mit den Tücken seiner Umwelt zu kämpfen hat!“

Gelaber!

„Du fühlst dich hilflos und allein, ohne zu merken, dass all die Kraft, die du benötigst, dir innewohnt!“

Bla bla bla!

„Und du willst immer noch nichts an dir selbst ändern!“

Das war so klar, dass dieser Satz kommen musste!

„Und noch etwas, liebe Celine … Weil du weißt, dass ich mit dem, was ich dir sage, Recht habe, tust du so, als wenn dich das alles gar nicht interessieren würde … Gelaber … Bla bla bla, etc.. Ich sehe dich förmlich vor mir, wie du mit den Augen rollst und demonstrativ in eine andere Richtung schaust! Warum tust du das? Schau nicht immer zur Seite oder auf den Boden, wenn du vor Probleme gestellt wirst. Richte dich auf und schau nach vorne. Es gibt niemanden, der dich dazu zwingen kann, mit gesenktem Blick durch diese Welt zu laufen!“

Boah, hast du eine Ahnung! Der Gedanke an meinen Vater reicht schon aus, um mein Rückgrat zu beugen!

„Dann denke doch einmal liebevoll an deinen Vater und beobachte hierbei, wie sich dein Gang, dein Blick, deine ganze Aufrichtung daraufhin verändern wird!“

Wie bitte? Wie soll ich liebevoll an jemanden denken, der mir dann und wann, wenn ihm gerade danach ist, eine scheuert, jemand, der mich zu Boden stößt und mich des Diebstahls bezichtigt? Wie soll ich in Liebe an jemanden denken, der mir täglich das Leben zur Hölle macht, der selbst ohne Liebe und Verständnis ist?

„Es sind genau jene Menschen, die liebevolle Gedanken benötigen, um sich zu ändern!“

Ach Gott Chrissy, du kannst mir vieles erzählen, aber ich glaube nicht, dass ein Gedanke die Änderung eines Menschen bewirkt! Wenn’s so einfach wäre …

„Es ist so einfach! Ein Gedanke ist wie eine Welle, die ganz klein, fast unsichtbar beginnt und letztendlich in einem meterhohen Tsunami enden können.“

Na toll, und was bringen Tsunamis? Nur Zerstörung, Ängste und Verwüstung.

„Es war nur ein Beispiel, an dem du sehen solltest, wie sich aus einer Minimalität etwas Großes entwickeln kann! Auch Gedanken sind Energie. Liebevolle Gedanken sind eine …

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 122 mal Aufgerufen Am 31. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Angstbewältigung, Familienprobleme, Lebenshilfe, Lebenskrise, Mobbing, Probleme, Selbstbewusstsein, Selbsthilfe
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