Brennende Träume

Brennende Träume
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Horror & Mystery, Romantik
Webseite: www.alina-stoica.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
Ein Schicksal, das zwei Menschen verbindet: „Brennende Träume“ von Alina Stoica jetzt als eBook bei dotbooks. Kann eine Liebe Jahrhunderte überdauern? Seit Wochen wird Bianca von merkwürdigen Albträumen gequält. In ihnen sieht sie, wie sie im Schottland des 16. Jahrhunderts als Hexe auf einem Scheiterhaufen verbrannt wird. Getrieben von dem Wunsch, diesen Erinnerungen an ein früheres Leben nachzugehen, reist Bianca nach Edinburgh. Als sie dort dem charmanten Justin begegnet, fühlt sie sich vom ersten Moment an zu ihm hingezogen – doch sie spürt, dass auch er zu ihrer Vergangenheit gehört … Und schon bald findet sie heraus, dass die Wahrheit düsterer ist, als sie ahnte!
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Leseprobe

Sie kniete auf dem kalten, feuchten Steinboden eines Kerkers. Um sie herum war es dunkel, nur durch ein kleines, vergittertes Fenster fiel blass der fahle Mondschein herein. Die Luft hier drin war stickig und geschwängert von Fäulnisgeruch. Ihre Hände waren an die kahle, dunkle Mauer gefesselt. Bei jeder Bewegung gaben die eisernen Ketten ein gespenstisches Ächzen von sich. Ihre aufgeschürften Knie brannten vor Schmerz. Wild fielen ihr die von Blut und Dreck verklebten Haarsträhnen ins Gesicht. Plötzlich vernahm sie schlurfende Schritte, die langsam näher kamen. Vor ihrer Zelle verstummten sie, ein Schlüsselbund rasselte, dann wurde die schwere Eisentür aufgerissen.

»Steh auf, du satanisches Miststück«, donnerte die raue Stimme des Gefängniswächters auf sie herab.

Das Licht der Fackel, die er in der Hand hielt, malte bizarre Schatten an die modrigen Wände. Langsam, mit zusammengebissenen Zähnen, richtete sie sich auf. Als sie endlich zitternd auf den Beinen stand, verpasste ihr der stämmige Mann einen Hieb in die Magengegend. Sie heulte auf und krümmte sich

vor Schmerz zusammen.

»Du sollst dich aufrichten, habe ich gesagt!«, befahl er mit einem bösen Grinsen. »Was ist, haben dich deine Zauberkräfte plötzlich verlassen?«

Sie schluckte die aufkommenden Tränen hinunter und straffte den Rücken. Die Eisenketten scheuerten an ihrer wunden Haut, ihre Handgelenke schmerzten.

»Los, raus mit dir!«, schrie der füllige Mann und nahm die Ketten vom Haken ab. »Wird’s bald?« Er stieß sie durch die Tür des Verlieses hinaus in den schmalen Korridor und führte sie ins Freie auf den Burgplatz. Dort standen bereits mehrere Frauen dicht aneinandergedrängt. Sie alle waren an Händen und Füßen gefesselt. Die Wunden, die ihre Haut übersäten, ließen die Torturen und Qualen erahnen, die sie hatten erleiden müssen. Manche von ihnen standen aufrecht da, mit leeren Blicken und versteinerten Gesichtern. Andere winselten leise vor sich hin, weinten oder flehten verzweifelt um Gnade. Um sie herum patrouillierten die Wachen des Königs, hämisch grinsend und scherzend, als befänden sie sich auf einem Volksfest.

Rechts und links der Terrasse standen hölzerne Tribünen, die sich langsam mit Menschen füllten. Sie alle schienen vor Neugier auf das kommende Spektakel regelrecht zu brennen. Laut rufend und wirr durcheinanderlachend nahmen sie auf den Sitzen Platz.

»Hey, du da!« Der dickbäuchige Wächter trat neben sie und riss sie an den Haaren herum. Sie biss sich auf die Lippe, um einen Schrei zu unterdrücken. »Los, hinauf mit dir! Und wenn es dir dort oben zu heiß wird, kannst du ja einfach davonfliegen!« Er brach in schallendes Gelächter aus und entblößte dabei eine Reihe schiefer, fauliger Zähne.

Sie wurde zu einem der Pfähle geführt, die um die geräumige

Terrasse herumstanden und wo große Scheiterhaufen aufgebaut waren. Widerwillig schritt sie nach vorn, ihre Kehle war vor Angst wie zugeschnürt. Aus den Augenwinkeln konnte sie beobachten, wie auch die anderen Frauen, zum Teil geschubst, zum Teil gezogen, in Richtung der Pfähle getrieben wurden. Die Wachen hoben sie hoch und schnallten sie oberhalb der Scheiterhaufen fest. Die Menge auf den Plätzen jubelte. Am Horizont zeichnete sich der erste helle Lichtstreifen ab. Bis zum Tagesanbruch war es nicht mehr weit.

Auf der ihr gegenüberliegenden Tribüne entdeckte sie den König. Ihre Blicke kreuzten sich, und ein eisiger Schauer durchfuhr sie, als sie den blanken Hass in seinen Augen erkannte.

Sie sah, wie die Wachen mit den brennenden Fackeln an die Scheiterhaufen herantraten. Die Frauen waren inzwischen alle an den Pfählen festgebunden, Panikgeschrei und schmerzerfülltes Heulen erfüllte die Luft.

Und dann war es so weit. Die Fackeln wurden auf die Holzscheite niedergelegt, und innerhalb weniger Augenblicke fingen die Scheiterhaufen an zu brennen. Rasch breiteten sich die Flammen aus, schossen empor zu den zappelnden Körpern, die sich unter der enormen Hitze gequält drehten und wendeten.

Sie schloss die Augen. Sie hatte genug gesehen. Doch die Schreie der Sterbenden ließen die Bilder des grausamen Szenariums nicht aus ihrem Kopf weichen.

Erst als sie hörte, wie die Äste unter ihr zu knistern begannen, öffnete sie die Lider. Und da sah sie ihn. Dort unten, direkt vor ihr, stand ein großer Mann, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Sie konnte seine Züge nicht erkennen, und doch spürte sie die immense Trauer und Verzweiflung, mit der er sie anschaute.

In dem Moment, als die Flammen aufloderten, wurde es taghell um sie herum. Sie versuchte, einen Blick auf den Mann zu erhaschen,

der immer noch wie erstarrt neben dem Scheiterhaufen stand, doch da durchzuckte ein brennend heißer Schmerz ihren Körper, und sie warf gequält den Kopf zurück. Ein panikerfüllter Schrei entfuhr ihrer Kehle. Und während die Feuerzungen in Windeseile ihre Silhouette umschlossen, brüllte sie sich gellend die Todesangst aus dem Leib …

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Seitenaufrufe: 14 mal Aufgerufen Am 26. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Edinburgh, Hexenjagd, Hexenverfolgung, Liebe, Mystery, North Berwick, Romantik, Schottland, Spannung, Wiedergeburt
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