Bluttempel – Das Vermächtnis der Walhalla

Bluttempel – Das Vermächtnis der Walhalla
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Historisch, Krimi & Thriller
Webseite: http://martina-schmid.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Wenn Liebe zur Besessenheit wird … Mystery-Thriller mit psychologischen und historischen Elementen, der 2 Zeitebenen miteinander verbindet (Gegenwart und Zeit des Walhalla-Baus von 1830-1842). Der 32jährige Martin leidet unter Halluzinationen und Panikattacken. Besonders die Angst um seine Frau nimmt zunehmend fatale Ausmaße an. Er sieht fremde Gestalten vor sich, die er nicht einordnen kann, die ihm aber auf merkwürdige Art bekannt vorkommen. Er versucht, dies vor seiner Frau und Freunden geheim zu halten. Dadurch löst er eine Kette verhängnisvoller Reaktionen aus. Als er sich bei einem Therapeuten hypnotisieren lässt, um seine Ängste zu ergründen, wird er in ein früheres Leben zurückversetzt, in die Zeit des Walhalla-Baus. Er verliert mehr und mehr den Bezug zur Realität, verstrickt sich immer tiefer in die Wirren seiner Vergangenheit. Eine erneute Rückführung treibt ihn schließlich an den Rand des Wahnsinns: Er findet sich im Jahre 1830 wieder und erfährt vom dunklen und blutigen Geheimnis der Walhalla…
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Leseprobe

Prolog:

Majestätisch steht sie da. Mächtig und strahlend im Glanz des Sonnenlichts. Ganz hineingehörend und mit ihrer Umgebung verwachsen zu sein, scheint sie. Stolz überragt ihre Silhouette das Land. Prächtig aufragend, mit blendend weißen Säulen, ist sie fast schöner als ihr griechisches Vorbild. Oh du, meine Göttin! Gesegnet bist du mit immerwährender Schönheit. Wie massiv und doch durchscheinend dein Korpus ist! Niemals würdest du herabsteigen von deinem hohen Throne – und unter dir die weite Donauebene…

Ob König Ludwig sie auch so bestaunte, als 1842 sein Bauwerk fertig gestellt war? Die Walhalla, die drüben auf dem Bräuberg stand und auch heute noch dort steht?

Kapitel 1

Es war ein kalter, nebliger Samstagnachmittag im Februar 2012. Der Blick nach draußen verursachte in ihm eine ungemütliche, beinahe bedrohliche Stimmung. Martin stand mit verschränkten Armen in seinem Arbeitszimmer und starrte durch das beschlagene Fenster. Von hier aus konnte er sie sehen. Fast protzig wirkte sie: Die Walhalla. Weit oben, eingebettet und geschützt in einem Meer von Bäumen.

Ein nie gekanntes Gefühl der Ruhe durchströmte Martin und ergriff ihn in seiner ganzen Person, traf sein Innerstes mit voller Wucht. Sein Herzschlag wurde schneller. Es war ein Gefühl wie angekommen sein. Er schloss die Augen, atmete tief und langsam ein. Dann fiel sein Blick kurzzeitig auf das Bild, das auf der antiken Holzkommode neben dem Fenster stand. Es zeigte eine knapp dreißigjährige Frau mit ovalem Gesicht, aus dem ihn lebhafte meerblaue, schräg geschnittene Augen mit langen Wimpern anlächelten. Doch das Lächeln wirkte unecht, beinahe gequält. Ihr hellbraunes, gescheiteltes Haar fiel in weichen Locken über die Schultern.

Martin Brenners Haus stand auf der anderen Seite des Flusses. Nur die Donau und ein paar davorliegende Felder trennten ihn von dem monumentalen Bauwerk, das ihn in diesem Moment wieder anstarrte. Ja, es starrte ihn an! Gestern, heute, morgen. Immer, wenn er in diesem Zimmer im ersten Stock des vor knapp fünf Jahren mit seiner Frau Barbara gebauten Hauses stand und aus dem Fenster sah. Die Walhalla hatte von Anfang an eine eigenartige Faszination auf ihn ausgeübt …

Die Luft im Zimmer war abgestanden. Er öffnete trotz der eindringenden Kälte das Fenster und hörte in der Ferne das Kreischen der Krähen. Manchmal landete eine abrupt auf den kahlen, schneebedeckten Feldern.

Die Frau auf dem Bild, die Martins Blicke wieder auf die Kommode lenkte, hieß Barbara. Oder Bärbel? Es gab Momente, in denen er sich nicht mehr sicher war. Momente, in denen er an seinem Verstand zweifelte. Das machte ihm Angst. Doch es machte ihm noch mehr Angst, dass diese Angst von Woche zu Woche wuchs. Sie hatte sich in seinem Kopf wie ein wucherndes Krebsgeschwür manifestiert.

„Barbara.“ – Gedehnt und fast tonlos glitt ihr Name über seine Lippen. Er nahm das Bild in die Hand und betrachtete es liebevoll. Barbara war eine Schönheit, zweifellos. Und sie war perfekt. Schlicht und ergreifend perfekt. Jeder andere Vergleich wäre fehl am Platz gewesen. Vom Haaransatz bis zu den Zehenspitzen war sie für ihn gemacht. Das tiefe, unergründliche Blau ihrer Augen, das sich nicht mit Worten beschreiben ließ, hatte ihn vom ersten Augenblick, da er ihr begegnet war, fasziniert. Sie war das Abbild menschgewordener Göttlichkeit. Mit zittrigen Fingern streichelte er sanft und fast unspürbar ihre Stirn. Sie sollte nur für ihn leben. Mit jeder Faser ihres Körpers. Sie war wie ein Geschenk des Himmels. Doch ebenso wie er fasziniert war von ihr, war er in ihr gefangen. Und er musste sie beschützen. Er war lange euphorisch geblieben. Doch zuviel Euphorie birgt Enttäuschung. Und Enttäuschung schmerzt. Immer mehr, bis er es nicht mehr würde ertragen können. Niemand sollte sie ihm wegnehmen können. Diesen Gedanken trug er seit einiger Zeit in sich …

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Seitenaufrufe: 263 mal Aufgerufen Am 28. Februar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Historisch, Krimi, Liebe, Mord, Mystery, Rückführung, Spannung, Thriller, Walhalla, Zeitreise
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