Blaue Libellen und grüne Heuschrecken

Blaue Libellen und grüne Heuschrecken
Preis: 5,55 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Webseite: www.manuela-maer.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783944315126
Eva, eine junge Frau Mitte zwanzig, hat seit einigen Tagen Kopfschmerzen. Eine Untersuchung wirft ihre Welt aus den Angeln, denn die Diagnose lautet bösartiger Hirntumor. Manuela Maer erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die gegen einen Hirntumor ankämpft. Sehr emotional wird dabei der Kampf gegen die Krankheit beschrieben, die Ängste und die Tortur der Chemotherapie und Operation. Als beruhigenden Gegenpol flüchtet sie sich in eine Traumwelt, eine Art großer Park mit einem Teich, in dem es die namensgebenden blauen Libellen und Heuschrecken gibt – und die Konfrontation mit sich selbst …
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Leseprobe

Kapitel 1
Langsam schließe ich meine Augen. Ich spüre, wie die scharfe
Medizin beginnt, durch meine Venen zu fließen. Eine Wolldecke wird
über mich gelegt, ohne dass ich dem zugestimmt habe. Die
Schwester ist sehr freundlich und kümmert sich sehr liebevoll um
mich. Sie tut es, ohne mir das Gefühl zu geben, dass sie Mitleid
haben könnte. Sie tut es, weil sie aufgrund ihrer Ausbildung weiß,
was ich durchmache. Was viele ihrer Patienten aushalten müssen
und sie versucht ihr Möglichstes, uns dieses Leiden erträglicher zu
gestalten. Sie heißt Iris.
Diese Diagnose, die mich von einem Tag zum Anderen aus meinem
Leben gerissen hat. Bösartiger Tumor im Gehirn. Größer als
ein zwei Euro Stück, hatte man mir gesagt. So bekam ich zumindest
eine leise Vorstellung davon, was da für ein Fremdkörper in meinem
Kopf heranwuchs. Sie sagten nach vielen zermürbenden und anstrengenden
Untersuchungen, dass er zu groß sei, um direkt zu
operieren. Sie wollten versuchen, ihn derart mit einer Chemotherapie
zu bearbeiten, dass er hoffentlich schrumpfen würde. Er, ich
nannte ihn mittlerweile Magnus, saß direkt neben dem Sehnerv, so
dass ich nicht nur elende Kopfschmerzen hatte, sondern die Gefahr
einer Erblindung bestand.
Also da sitze ich mit meinen gerade mal 27 Jahren. Hoffe, dass
die willentlich erlaubte Vergiftung meines Körpers dazu führt, dass
Magnus eines Tages herausgenommen werden kann, ohne weitere
Schäden zu hinterlassen.
Gemächlich tut sich ein Bild vor meinem Geiste auf. Ich sitze auf
einer Holzbank, verwittert und dennoch gepflegt. Schaue auf einen
großen Teich, der tief genug wäre, um darin zu schwimmen. Rechts
von mir befindet sich das seichte Ufer hoch bewachsen von zartem
Schilfgras, welches sich im Wind hin und her wiegt. Dazwischen
schlängeln Seerosen in weiß und rosafarbenem Blütenwerk. Dahlien,
Rosen, Buchs und Efeu verschiedenster Art säumen den
Kiesweg, der sich um den kleinen Miniatursee herum windet. Wenn
ich ehrlich bin, kenne ich von den meisten Pflanzen die sich hier
angesiedelt haben keinen Namen. Dennoch sitze ich hier, auf dieser
Holzbank und betrachte deren Schönheit, die ohnegleichen hier
seinen richtigen Platz gefunden hat. Nicht weit von mir entfernt beobachte
ich einen kleinen Bach, der seinen Ursprung in einem
schmalen Wasserfall findet. Ich vermute, dass das Wasser aus dem
Teich dorthinauf gepumpt wird, um dann im natürlichen Lauf seinen
Weg zurück in den Teich zu finden. In meinem Traum schließe ich
die Augen, um dem gleichmäßigen Geräusch des plätschernden
Wassers zu lauschen. So lange, bis ich das Gefühl bekomme, das
mein linker Arm anfängt zu brennen. Es ist nicht wirklich ein echtes
Brennen. Es kommt mir vor, als hätte mich eine Biene gestochen
und an dieser Stelle wird es in dieser Sekunde heiß und kalt zugleich.
Schnell schaue ich auf meinen Arm. Eine kleine Fliege
krabbelt darauf herum. Ich verscheuche sie nicht. Mir ist bewusst,
selbst im Traum, dass sie nicht die Ursache für dieses warme
Gefühl ist. Amüsiert betrachte ich ihr munteres Treiben und lenke
meine Gedanken von diesem Schmerz fort. Lasse meinen Blick
aufmerksam über den Teich gleiten. Eine monströse Libelle fliegt
hektisch über dem Wasser, hin und her zwischen den Schilfgräsern
und immer wieder kurz die Oberfläche berührend. In Kreisen ziehen
sich dadurch wiederholt kleine Wellen über die Wasseroberfläche.
Mir wird kühl. Schnell schließe ich in meinem Traum die Augen und
öffne sie in der Wirklichkeit. Die Schwester hatte die Wolldecke ein
klein wenig zurückgeschlagen und streichelt mir über den Arm. Entspannt
lächel ich sie an. Vorsichtig entfernt sie die Infussionsnadel,
bittet mich danach mit einem Tupfer auf die Stelle zu drücken. Kurz
darauf kommt sie zurück und klebt mir ein braunes Pflaster auf diese
Stelle. Ein erdiger Plastikgeschmack dringt zu mir durch. Sie hilft
mir auf meine wackeligen Beine und setzt mich in einen Krankenhausrollstuhl.
Fährt mich hinüber in den Ruheraum, in dem ich
nochmals eine halbe Stunde verbringen darf.
Kapitel 2
Ich nehme schon gar nicht mehr war, dass Iris wie gewohnt die
weiche Decke über mich legt. Suche schnell den Weg, der mich wie
jedes Mal zu meinem Teich führt. In den letzten zwei Tagen war es
mir nicht gut gegangen. Die Kopfschmerzen, die daher rührten, dass
der Tumor auf eine Nervenbasis drückt, waren stark gewesen.
Wehrte er sich etwa gegen diese Behandlung, wollte er mich etwa
damit betrafen, indem er mich nächtelang nicht schlafen lies, indem
er mir Schmerzen bereitete?
Gemütlich und bedächtig schreite ich über den Kiesweg, hinüber
zur Holzbank, von der aus ich den gesamten Teich überblicken
kann. Heute ist etwas anders. Heute verspüre ich Lust, die Hand in
das Wasser zu tauchen. So oft bin ich schon hier gewesen und nicht
einmal auf die Idee gekommen zu testen, wie kalt das Wasser sein
könnte. …..

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Seitenaufrufe: 1785 mal Aufgerufen Am 28. Juni 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy, Kampf, Krankheit, Tragik, Tumor
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