Berta und das schnurrende Schloss

Berta und das schnurrende Schloss
Preis: 6,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.bibi-rend.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783738614756
Toni flüchtet nach einem Streit mit seinem Vater in den Wald. Ein schweres Gewitter lässt ihn die Orientierung verlieren. Nach einem Blitzeinschlag wird er von einer alten Frau gefunden und die führt ihn in ihr Haus und verschwindet wieder. Toni erkundet das Haus und immer wieder hört er ein Schnurren. Am nächsten Tag erfährt er den Grund: Ein schnurrendes Schloss und ein Geist namens Berta. Ein Muss für jeden Katzenliebhaber. Berta und das schnurrende Schloss ist der erste Teil einer Trilogie.
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Leseprobe

D

er Junge blickte keuchend zum Himmel. »Verdammt, das gibt gleich etwas.«

Ein dunkles, gefährlich klingendes Grollen ertönte aus den anthrazitfarbenen Wolken, durch die sich rötliche Schleier zogen. Mit seinen sech-zehn Jahren war er in einem schwierigen Alter,   weder Kind noch Erwachsener, irgendetwas dazwischen, das von vielen Älteren ›Jugendlicher‹       genannt wurde. Genau das war der Grund, warum er hier spät abends durch das aufkommende     Gewitter seinen Weg ging. Der Jugendliche wurde Toni gerufen, das gefiel ihm besser wie Anton – sein richtiger Name.

Toni war von zu Hause abgehauen, nachdem er sich mit seinen Eltern gestritten hatte. Es ging mal wieder um seine Zukunft. Sein Vater bestand     darauf, dass er eine Ausbildung beginnen sollte, während er lieber weiter zur Schule gehen und seinen Abschluss machen wollte. Seine Mutter hatte, wie so oft bei solchen Streitigkeiten, weinend auf dem Sofa gesessen und ihre Lieblingsworte vor sich hin gemurmelt: »Was habe ich verbrochen, dass ich so bestraft werde?«

Seit einem Jahr gab es immer wieder diese Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn. Der Vater vertrat die Einstellung, dass man keinen    guten Schulabschluss bräuchte, es würde reichen, wenn man acht Jahre die Schulbank gedrückt hätte.

Toni war gut in der Schule, in seinem Zeugnis gab es nur eine Note und das für jedes einzelne Fach – eine Eins! Dabei brauchte er sich noch nicht einmal anstrengen, wenn er einen Text gele-sen hatte, prägte sich das gleich ein. Seine Lehrer hätten ihn am liebsten auf die höher führende Schule geschickt – auf das Gymnasium, aber sein Vater verweigerte die Unterschrift.

»Ich bin auf der Hauptschule glücklich geworden, dann wird es für meinen Herrn Sohn auch ausreichend sein. Hält sich für etwas Besseres, der Nachwuchs.« Solche Worte gehörten zu jedem  Essen, wie das Amen in die Kirche.

Heute hatte es Toni gereicht und er hatte seine Sachen gepackt. Seit Wochen beherrschte die Hitze das Land, nur heute – ausgerechnet heute musste es regnen!

Ein greller Blitz blendete Toni, als es auch schon knallte. Er warf sich zu Boden und hielt sich die Ohren zu, das Gesicht auf den Boden gepresst. Nachdem der Knall verhallt war, konnte man ein zischendes, knisterndes Geräusch hören, so als wenn Holz anfängt zu brennen. Toni hob vorsichtig den Kopf und blickte in die Richtung, aus der das Geräusch kam.

Eine stattliche Eiche stand ungefähr zehn Meter von ihm entfernt in Flammen. Fasziniert beobachtete er die kleinen züngelnden Lichtkegel, die von Blatt zu Blatt hüpften und die ganze Baumkrone einnahmen.

»Junge! Junge, ist dir etwas passiert? Steh doch auf!« Toni hörte eine dunkle, dröhnende Stimme, die immer näherkam. Mit seinen Blicken suchte er den Körper zu dieser dröhnenden Stimme, wagte es aber noch nicht aufzustehen.

Ein weiterer Blitz erhellte die Umgebung und schemenhaft konnte er eine Gestalt erkennen. Die Gestalt schob irgendwas vor sich her, vielleicht  einen Karren?

Toni konnte es noch nicht genau identifizieren und blieb weiterhin reglos liegen.

Die Gestalt kam schnell näher und Toni wunderte sich über die Geschwindigkeit, als er die Person erkannte.

Eine grauhaarige Frau, die sich auf einen Rollator stützte, stand neben ihm und sprach ihn an: »Junge, fehlt dir etwas? Steh doch auf.«

Die Angst war deutlich herauszuhören und Toni beschloss, sich langsam aufzurappeln. Mit angewinkelten Armen schob er langsam seinen Oberkörper hoch, bis er sich auf den Knien hocken konnte.

Sein Blick wanderte zu der alten Dame, als sie   erleichtert ausrief: »Dem Herrn sei Dank, dir ist nichts passiert. Ich hatte befürchtet, der Blitz hätte dich erschlagen. Komm, Junge, wir gehen zum Haus. Du bist ja komplett durchnässt.«

Bisher hatte Toni geschwiegen, aber nun musste er etwas sagen, er wollte die verängstigte Frau nicht länger im Ungewissen lassen.

»Danke, mir geht es gut. Ich habe mich nur      erschrocken, als es knallte, und habe mich auf den Boden geworfen. Wo kommen Sie denn her? Wer sind Sie?«

Die alte Frau winkte kurz ab.

»Das ist jetzt egal, wer ich bin und wo ich her-komme, wichtig ist nur, dass wir ins Trockene kommen. Die schöne, alte Eiche hätte mich einen ganzen Winter lang wärmen können, nun hat der Blitz sie geholt. Schade, echt schade.«

Bevor Toni etwas antworten konnte, drehte die Frau sich um und ging zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. Er musste sich beeilen, hinter ihr herzukommen und wunderte sich, wie schnell die alte Frau auf den Beinen war. Der     unebene Wald- und Wiesenboden schien sie nicht zu behindern. Mit einer unglaublichen Geschick-lichkeit schob sie den Rollator vor sich her.

Toni begann wieder zu keuchen, als er endlich ein Gebäude sichtete, aus dem spärlich Licht schien.

»Nur noch ein paar Meter, Junge, dann kannst du dich aufwärmen.«

Die Alte schrie ihm die Worte über die Schulter zu und lief unbeirrt weiter.

Er wollte gerade antworten, als es erneut neben ihm knallte. Die Erde bebte leicht.

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Seitenaufrufe: 50 mal Aufgerufen Am 14. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Berta, Bibi, Geist, Katze, Rend, Schloss, schnurren, Tiger
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