Bangkok Oneway

Bangkok Oneway
Preis: 15,90 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.andreas-tietjen.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783957770684
Am ersten Abend ihrer gemeinsamen Thailand-Rundreise verschwindet Dagmars Ehemann Heinz. Zusammen mit der pragmatischen Reiseleiterin Ute macht sie sich auf die Suche nach ihm. Träge ermittelnde Beamte, die Sorge über eine ungewisse Zukunft, die sich entwickelnde Freundschaft mit Ute sowie die Bekanntschaft mit der diebischen Hermine sind einige der Besonderheiten einer Reise, die so ganz anders als geplant verläuft. Eine übel zugerichtete Leiche und ein an der Grenze zu Malaysia festgenommener Deutscher machen den Kriminalbeamten zu schaffen. Wer ist wer und was war an diesem ersten Abend wirklich geschehen?
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Leseprobe

Die Abendsonne tauchte die weite Flussebene in goldgelbes Flimmerlicht. Die Tageshitze wich der umhüllenden Wärme der dunklen Hälfte des Tagesverlaufs. Geräusche und Gerüche nahmen an Intensität zu, Mensch und Tier bereiteten sich auf die erholsamen Nachtstunden vor, die kraftspendende Rast für alle tagaktiven Lebewesen.
Der kleine Thon, jüngster Sohn des armen Bauernpaares Aran und Sittichai aus dem Dorf Yang Than im Distrikt Krok Phra, machte sich, wie jeden Abend um diese Zeit, auf den Weg zum Flussufer. Er begleitete seinen Freund Tao zu seinem täglichen Bad im seichten Wasser der Sandbank, die sich in der Biegung des Chao Phraya Flusses gebildet hatte. Tao war ein Wasserbüffel. Er war nicht nur Thons Freund, sondern auch treuer Begleiter und eines der wichtigsten Mitglieder der Familie. Der zwölfjährige Junge war mit dem starken Arbeitstier aufgewachsen. So lange, bis er im Alter von fünf Jahren täglich zur Schule ging, hatte er die meiste Zeit des Tages in seiner Nähe verbracht. Die beiden ungleichen Freunde verstanden sich wortlos und einer konnte sich auf den anderen verlassen. Den kleinen Abhang der Uferböschung pflegte Tao im Laufschritt zu nehmen. Erstens freute er sich auf das erfrischende Wasser und zweitens zog ihn sein stattliches Gewicht voran. An diesem Tag jedoch stemmte sich Tao mit aller Kraft gegen den unter seinen Hufen rutschenden Sand. Unten am Ufer angekommen, sucht er nervös den Rückweg, der ihm jedoch von Thon abgeschnitten wurde. Der Junge war überrascht und verwundert über das Verhalten des Büffels.
»Tao pai loei!«, rief er, »lauf schon Tao!«
Doch das Tier reagierte ängstlich und unruhig, so als ob es eine Gefahr witterte.
»Was ist los, mein Grauer?«, fragte der Junge. »Wovor hast du Angst? Da ist doch gar nichts!«
Suchend ließ er seinen Blick über den Fluss schweifen.
»Siehst du? Gar nichts ist auf dem Wasser, nicht einmal eines dieser lärmenden Schnellboote.«
Tao drehte und wendete sich nervös, schließlich erklomm er die Uferböschung und lief fluchtartig in Richtung Zuhause.
»Dieser Sturkopf, was hat er nur?«, schimpfte Thon und blickte dem Dickhäuter hinterher. Er warf noch einen prüfenden Blick über den Fluss, bevor er sich aufmachte, dem Büffel zu folgen. Er schüttelte den Kopf – doch da, was war das? Zwischen dem Treibholz, welches am oberen Ende der Sandbank angeschwemmt worden war, tauchte ein heller Fleck auf und ab. Es war wie ein Zuwinken. Was immer es war, es war klein, aber es stach intensiv aus seiner Umgebung hervor. Der Junge fixierte es mit seinen Blicken und beobachtete es eine Weile. Er verfolgte sein periodisches Auf- und Abtauchen. Neugierig ging er hinunter zur Sandbank. Er durchwatete das seichte Wasser und stampfe durch den feuchten Sand. Je näher er dem unbekannten Etwas kam, desto weniger konnte er etwas mit den Konturen anfangen. War es ein Tongefäß? Eine Schachtel oder Dose? Nein, jetzt sah es aus wie ein Tier. Vielleicht ein Kanister? Thon erschrak. Einen Meter nur von ihm entfernt ragte ein Fuß aus dem lehmigen Wasser des großen Flusses. Durch die Wellen eines vorbeiziehenden Frachtschiffes aufgetrieben, folgte ein zweiter Fuß, dann die schwachen Konturen eines menschlichen Körpers. Auf und ab, da und wieder verborgen im dunklen Nass. Der Junge erschauderte. Er konnte sich kaum lösen von dem furchtbaren Anblick.
»Paw, Mae! – Vater, Mutter!«, schrie er und rannte auf kürzestem Wege nach Hause.
»Was ist los mit dir?«, rief eine Nachbarin. »Hast du den Verstand verloren?«
»Im Fluss, bei der Sandbank, Füße …«, stammelte Thon, als ihn seine Großmutter auffing.
»Im Fluss liegt ein Toter, ein Farang.«

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Seitenaufrufe: 2694 mal Aufgerufen Am 7. Juni 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Action, Bangkok, Fiction, Humor, Reise, Roman, Spannung, Thailand, Urlaubslektüre
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