Autoren sterben einsam

Autoren sterben einsam
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Humor, Krimi & Thriller
Webseite: http://larsgunmann.wordpress.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Autoren sterben einsam - Hagen Neubauer ist verzweifelt: Frau und Job sind längst weg, alles was ihm geblieben ist, ist das Schreiben. Doch eine Absage jagt die nächste, weshalb sich Hagen auf Spurensuche begibt. Ist er wirklich nicht gut genug? Oder liegt es daran, dass der erfolgreiche Regionalkrimiautor Frank Wegener viel zu produktiv ist, als dass ein weiterer Hessenkrimi Platz in den Verlagsprogrammen finden würde? Als Hagen dann noch einem obskuren Dienstleisterverlag auf den Leim geht und seine Schulden immer weiter wachsen, sieht er keine andere Möglichkeit als Frank Wegener vorzeitig in den Ruhestand zu schicken... Autor, Gauner, Mörder, Spion? Begleiten Sie Hagen Neubauer auf eine wahnwitzige Reise durch Verlagswesen und Unterwelt, lernen Sie mit ihm Betrüger, Autoren, Agentinnen, heiße Frauen und einen Hessen im Unterhemd kennen.
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Leseprobe

»Hier haben wir den Vertrag.« Der Verlagsleiter nahm lächelnd ein Papier aus der Schublade und legte es auf seinen Schreibtisch. Mit gespreizten Fingern ließ er seine Hand auf dem Papier ruhen, schob es dann einige Zentimeter von sich weg. »Unterschreiben Sie, und Ihr erstes Buch ist schon so gut wie gedruckt, der Vorschuss so gut wie auf Ihrem Konto.«

Hagen zog beide Augenbrauen hoch. »Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke!«

»Danken Sie nicht mir.« Der Verlagsleiter lächelte Hagen an, zog den Vertrag wieder zu sich hin und nahm ein anderes Blatt aus der Schublade. »Da wären allerdings noch einige Kleinigkeiten, Sie verstehen sicher.«

»Kleinigkeiten?«

»Ja, klitzekleine Kleinigkeiten. Womit schreiben Sie?«

»Mit einem Laptop. Die freie Office-Software.«

»Aha.« Der Verlagsleiter nahm einen Stift zur Hand und setzte ihn über dem Blatt an, das ein Formular zu sein schien. »Woher haben Sie den Laptop?«

Hagen sah den Verleger schweigend an.

»Wenn ich fragen darf, natürlich.«

»Nun ja, aus dem Supermarkt. Ich verstehe nicht, ist das wichtig?«

»Oh ja, klar. Sehr wichtig.« Der Verleger nickte drei Mal.

»Verstehe. Nein, eigentlich nicht. Ich verstehe rein gar nichts.« Hagen erhob sich ein wenig aus seinem Sitz um einen besseren Blick auf sein Gegenüber zu bekommen. »Was streichen Sie denn da?«

»Oh, nichts. Keine Sorge, alles in Ordnung. Es gibt keine Komplikationen, nichts Ernstes.«

»Wieso betonen Sie das so?«

»Tja… Nun, warum füllen Sie den Rest nicht selbst aus?« Der Verlagsleiter schob das Formular über den Schreibtisch und legte den Stift auf das Blatt.

»Gerne.« Hagen nahm den Stift zur Hand, las das Formular und kreuzte hier und da etwas an. Ab und zu nickte der Verlagsleiter und lächelte dabei. Nach drei Minuten sah Hagen ihn an. »Warum soll ich aufschreiben, was ich zum Frühstück esse?«

»Nur eine Formalität, nichts weltbewegendes. Einfach weiter machen.«

»Und wieso wollen Sie meine Toilettenpapier-Marke wissen?«

»Auf dem stillen Örtchen kommen so manchem die besten Einfälle. Oder?«

»Was hat das denn mit dem Vertrag zu tun?«

»Wir wollen uns doch nur absichern.« Der Verlagsleiter winkte lächelnd ab. »Kreuzen und schreiben Sie bitte weiter.«

»Absichern? Wovor?«

»Vor Anspruchserhebungen und Klagen, das ist wie mit den Erdnussspuren bei den Schokoriegeln, also ein Fall, der letztendlich nie eintreten wird.«

»Ich habe keine Ahnung, was Sie mit Erdnussspuren meinen. Niemand ist gegen Bücher allergisch, oder?« Mit stechendem Blick sah Hagen den Verleger an, der ihm nun um einiges dicker vorkam.

»Sagte ich Erdnuss?«

»Ja, sagten Sie.«

»Ich meinte Kokosraspeln, manche mögen sie, manche nicht. Mögen Sie Kokosraspeln?«

»Bitte?«

»Nein, keine Kokosraspeln. Ich meinte, unsere Geschäftspartner. Mit denen handeln wir vorher schon Prozente aus. Daher muss alles im Vorfeld geklärt werden.«

»Welche Geschäftspartner?«

»Darf ich mal sehen?« Der Verlagsleiter nahm das Formular wieder an sich, es schien um einige Seiten gewachsen zu sein. »Haben Sie das mit dem Toilettenpapier…? Perfekt! Flauschi gehört zu unseren Partnern. Besser geht es gar nicht.« Der Verleger knallte den Blätterstapel auf den Schreibtisch, rieb sich daraufhin klatschend die Hände.

»Sie haben eine Partnerschaft mit einem Toilettenpapierhersteller? Ich habe ja schon mal davon gehört, ich dachte jedoch eher an ein klassisches Buch.«

»Nein, nein, nein.« Der Verlagsleiter lachte und schüttelte den Kopf. »Wir drucken keine T-Books.« Er beugte sich zu Hagen rüber und flüsterte. »Wäre das nicht völlig absurd?«

»Schon.«

»Also.« Der Verleger ließ sich in seinen Sitz plumpsen und strich sich die Krawatte glatt. »Sie benutzen Flauschi an einem Ort der Muße.«

»So habe ich das noch nie gesehen.«

»Sehen Sie.« Der Verlagsleiter spitzte die Lippen und nickte mit geschlossenen Augen. »Daher trägt der Markeninhaber also etwas zum Endprodukt bei, weswegen er Ansprüche stellen kann. Quasi eine Mitautorenschaft – prozentual gesehen recht klein, aber für heutige Marktverhältnisse essenziell. Genauso steht es um Ihre Frühstücksflocken, die Ihnen für die Geistesarbeit unerlässliche Kohlenhydrate liefern. Ohne die hätten Sie Ihren Roman gar nicht schreiben können. Im Zeitalter von Content und Rights Management stehen auch dem Energielieferanten Anteile des Gewinnes aus dem Endprodukt zu.«

»Das Endprodukt aus den Frühstücksflocken können die ruhig komplett haben – mit oder ohne Flauschi. Abholen müssen es die Herren allerdings selbst.«

Der Verlagsleiter lachte. »Sie sind mir einer.« Er räusperte sich. »Aber ernsthaft, mit so etwas sollte man nicht spaßen. Diese Herren können recht ungehalten werden. Ich muss Sie also bitten, dass diese Information den Raum hier nicht verlässt. Meinem Vorgänger ist da so ein Fauxpas unterlaufen, nein, das kann ich gar nicht erzählen.«

»Es ist also wirklich Ihr Ernst?«

»Selbstverständlich. Niemand scherzt in dieser Branche. Wir stehen am Rande des Abgrunds. Überall Piraten und Blutsauger!«

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Seitenaufrufe: 96 mal Aufgerufen Am 9. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Autoren, Betrug, DKZV, Gauner, Humor, Krimi, Krimikomödie
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