Armes reiches Mädchen

Armes reiches Mädchen
Preis: 3,49 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Psychologin Andrea arbeitet erst seit kurzem für die Londoner Profiler, als die Polizei das Team bei der Entführung der 17jährigen Millionärstochter Trisha zu Rate zieht. Weil die Geldübergabe fehlschlägt, geben die Ermittler die Hoffnung auf, Trisha lebend zu finden. Ein Lebenszeichen Tage später stellt alles auf den Kopf. Zudem muß Andrea feststellen, daß ihre Entführung durch den Campus Rapist von Norwich tiefere Spuren hinterlassen hat, als sie wahrhaben will. Ihre Begegnung mit dem Serienmörder wirkt sich auch auf ihre Zukunft aus ...
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29. August, 7.50 Uhr

Genervt, aber nichtsdestotrotz schwungvoll ließ Trisha sich auf die Rückbank fallen und warf ihren Rucksack neben sich. Der strafende Blick des Fahrers im Rückspiegel entging ihr nicht.

„Was denn?“ fragte sie, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Sind wir heute Morgen etwa schlecht gelaunt?“

„Nur heute?“ Fragend runzelte Trisha die Stirn und setzte zu einer Ergänzung an, überlegte es sich dann jedoch anders und schwieg. Achselzuckend startete der Fahrer den Motor und lenkte die schwarze Mercedes-Limousine durch das elektrisch gesteuerte Tor vom Vorplatz der Villa. Trisha starrte betont trotzig aus dem Fenster.

„Deine Eltern meinen es doch nur gut.“

„Ach, Edmund.“ Sie seufzte, was halb gequält, halb mitleidig klang. „Meine Eltern verstehen überhaupt nichts.“

„Dasselbe dachte ich, als ich in deinem Alter war.“

„Das ist doch jetzt auch bloß so ein Spruch, oder?“

„Nein.“ Edmund blickte erneut in den Rückspiegel. „Im Übrigen bringe ich dich gern zur Schule.“

„Das ist dein Job!“ Trisha lachte unwillig.

„Wie lange arbeite ich nun schon für deine Familie? Zwölf Jahre? Ich mache es wirklich gern. Du mußt nicht mit der U-Bahn fahren.“

„Ich würde aber gern“, beharrte Trisha. „Außerdem geht es doch gar nicht darum.“

„Nein, ich weiß.“ Edmund beeilte sich, mit dem Wagen in eine Lücke zu huschen und fädelte sich in den Verkehr ein. „Sie machen sich in jeder Hinsicht nur Sorgen.“

„Ja, aber ich bin siebzehn! Du fährst mich immer noch zur Schule. Das ist eine Privatschule. Da sind nur …“ Trisha verkniff es sich, laut von verwöhnten Gören zu sprechen. Schließlich war sie selbst eins. „Für mich ist das Wichtigste Andrew. Durch ihn habe ich gelernt, daß es noch etwas anderes gibt als all das hier!“

„Aber verstehst du nicht, daß deine Eltern sich deshalb Sorgen machen? Du vernachlässigst die Schule wegen dem Jungen, du bist spät noch allein mit ihm unterwegs …“

„Nein, ehrlich gesagt verstehe ich das nicht“, sagte Trisha sofort. „Andrew führt ein normales Leben. Er wird nicht täglich daran erinnert, daß er doch bitte in Oxford zu studieren hat! Er kann tun und lassen, was er will.“

„Er ist auch schon volljährig“, hielt Edmund ihr vor Augen.

Das wäre Trisha auch gern gewesen. Volljährig und damit alt genug, selbst zu entscheiden. Aber so … Sie wurde immer noch bemuttert. Wahrscheinlich hörte das nie auf.

Angesichts des grau verhangenen Himmels runzelte sie mißmutig die Stirn. Vorn trommelte Edmund mit den Fingern auf dem Lenkrad herum, denn wie üblich war die Hauptstraße zur morgendlichen Rush Hour hoffnungslos verstopft. Trisha konnte die roten Ampeln und die Blechlawine vor dem Mercedes sehen.

Mit der U-Bahn wäre sie schneller gewesen, denn eigentlich lag keine große Entfernung zwischen der Villa ihrer Eltern in Notting Hill und ihrer Schule in der City of Westminster. Aber ihr Vater verbot ihr, mit der U-Bahn zu fahren. Nicht aus Standesdünkel, sondern aus Angst.

Seufzend kratzte Trisha sich am Kopf. Wenigstens war er nicht so weltfremd wie ihre Mutter, die einem Tobsuchtsanfall nah gewesen war, als sie herausgefunden hatte, daß Trisha nun die Pille nahm. Wegen Andrew. Und wegen dem, was man mit Andrew machen konnte.

Aber ihre Mutter hatte keine Ahnung. Alles, was ihre Mutter kannte, waren schicke Kleider und Golfplätze.

Leise fluchend bugsierte Edmund die Limousine an der nächsten Kreuzung in eine Seitenstraße, ohne darauf zu achten, daß ihm ein dunkler Lieferwagen folgte.

Im Kopf ging Trisha noch einmal die Französischvokabeln durch. Tests in der ersten Stunde zu schreiben gehörte eindeutig verboten. Gähnend schloß sie die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren.

„Spinner!“ brüllte Edmund plötzlich. Trisha riß die Augen auf, als der Fahrer eine Vollbremsung hinlegte – doch zu spät. Er prallte in die Seite eines uralten Kleinwagens und schob ihn noch einen halben Meter weit über die Straße. Mit klopfendem Herzen schaute Trisha sich um. Sie standen mitten auf einer Kreuzung; es sah so aus, als habe der Kleinwagen Edmund die Vorfahrt genommen.

„Auch das noch“, brummte Edmund und stieg aus. Trisha verzog seufzend das Gesicht. Also doch kein Französischtest.

Neugierig beobachtete sie durch die Windschutzscheibe, wie Edmund zur Fahrerseite des anderen Wagens ging. Dort hatte sich noch niemand gerührt. Außen vor dem Wagen neben sich wurde Trisha eines Schattens gewahr. Als sie den Blick hob und aus dem Fenster schaute, stieß sie einen spitzen Schrei aus. Vor ihr stand ein schwarz gekleideter, maskierter Mann. In der Hand hielt er eine Schußwaffe. Er beugte sich hinunter und öffnete die Tür.

Schreiend krabbelte Trisha rückwärts über den Sitz zur anderen Seite, um dort aus dem Wagen zu flüchten. Bevor sie es schaffte, die Tür zu öffnen, erwartete sie auch dort ein schwarz gekleideter Mann mit einer Maske.

„Trisha!“ brüllte Edmund über die Straße. Er hatte ihren Angstschrei gehört und die Brisanz der Situation sofort erfaßt.

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Seitenaufrufe: 47 mal Aufgerufen Am 12. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: England, Entführung, London, Profiler, Profiling, Psychothriller, Spannung
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