Albträume der Wirklichkeit

Albträume der Wirklichkeit
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Horror & Mystery
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739689913
Wenn Yumeko einen Albtraum hat, wird dieser zur Wirklichkeit. Zum Glück hat sie seit Jahren nicht mehr schlecht geträumt. Wenn Tammo einen schlechten, bösen Gedanken denkt, wird dieser real. Zum Glück schafft er es, diese Gedanken einigermaßen im Zaum zu halten. Beide ziehen scheinbar zufällig in dieselbe Stadt, die ebenfalls alles andere als gewöhnlich zu sein scheint. Die merkwürdige, neue Umgebung sorgt schließlich dafür, dass sowohl Yumekos als auch Tammos Fähigkeiten zu neuem Leben erwachen. Als sie sich dann zum ersten Mal begegnen, hoffen sie sich gegenseitig Halt geben zu können. Doch alles scheint mehr und mehr außer Kontrolle zu geraten.
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Leseprobe

„Unter einer Straßenlaterne“

Nur mühsam fand Tammo zurück zu einer der schmalen Straßen. Das Licht einer Straßenlaterne leitete ihn dabei. Die Stadt wirkte wie ausgestorben, niemand zu sehen. Wirklich niemand. Auch nicht im matten Licht, das die Straßen beleuchtete. Selbst in der Innenstadt – nichts zu sehen.

Noch immer verstand Tammo nicht so recht, was da eigentlich passiert war, schaute zum Himmel, der immer noch in Dunkelheit gehüllt war. Keine Sonne zu sehen. War das eine Sonnenfinsternis? Aber warum war es dann so schnell gegangen? Hätte ich nicht davon hören müssen? Hätte man das nicht irgendwie mitbekommen?, dachte Tammo. Stieß wieder einen leisen Fluch aus.

Dann sah er das Mädchen.

Yumeko folgte den aufgeregten Stimmen, doch sah die Gesichter dazu nicht. Niemand. Zu dunkel war alles auf einmal.

Eine Straßenlaterne erlöste schließlich ihren Blindflug, sie näherte sich der Innenstadt, näherte sich ihrem neuen Zuhause. Mutter schiebt bestimmt schon wieder Panik. Hoffentlich ist sie noch arbeiten, dachte Yumeko.

Immer wieder sah sie kopfschüttelnd zum Himmel. So eine Sonnenfinsternis hatte sie noch nie erlebt. Das war doch nicht normal, dachte sie. Aber was war hier schon normal?

Am Rande der Fußgängerzone erreichte sie einen der vielen kleinen Parks, wo sie sich kurz auf eine Bank setzte. Keine bösen Augen unterwegs, gar niemand unterwegs. Doch woher waren dann diese Stimmen gekommen? Eine Laterne leuchtete schwach auf sie hinab. Die aufgeregten Stimmen waren leiser geworden, doch mussten sehr nahe sein.

Dann sah sie schließlich die Leute.

Tammo sah sofort, dass sie anders war, auch bei diesem schlechten Licht. Eine junge Asiatin, die einsam auf der Bank unter einer Straßenlaterne saß und wie er ab und zu verwirrt zum Himmel zu starren schien, dann aber sich plötzlich umdrehte und in den Park starrte. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen, ging dann auf sie zu. Dann hörte er Stimmen. Aufgeregtes Gemurmel.

Yumeko hörte ihn zunächst nicht kommen, ihr Blick war zu sehr auf die seltsame Versammlung gerichtet. Sechs Männer und Frauen in Kutten standen unter einer Straßenlaterne im Park, hielten sich an den Händen und murmelten irgendetwas Unverständliches. Diese Stadt war doch verrückt: Jetzt gab es auch noch eine Sekte. Passte doch super hier hin, dachte sie.

Dann fuhr sie erschrocken herum, als sie laute Schritte hinter sich hörte. Da stand er: Sie sah ihn kurz an, groß, ja riesig, muskulös, ein wahres Monstrum. Vor allem, da er seinem Gesicht nach zu urteilen, nicht viel älter als sie selbst sein konnte.

„Hallo“, brummte er. „Bist du auch neu hier?“

Das Mädchen starrte ihn mit diesem irren Blick an. Weite Pupillen im matten Licht der Laterne, trotz ihrer schmalen Augen, dann blickte sie zu Boden. Er sah genau ihre Angst im Gesicht. Also lächelte er, hielt etwas Abstand und fragte sie, ob sie denn auch neu in der Stadt sei.

„Du bist also auch neu?“, wisperte sie. Er hörte genau die Hoffnung, die im Klang ihrer leisen, ängstlichen Stimme lag. Was die wohl erlebt haben musste? War sie schon länger hier? Gedanken, die ihm in den Kopf schossen, obwohl er doch nichts denken wollte, nein, nichts denken durfte. Die Vergangenheit durfte sich nie wieder wiederholen.

„Ja. Ich bin gestern erst hier hergezogen. Wäre mir lieber gewesen wenn nicht. Hier spinnen doch alle!“

„Das kannst du laut sagen, aber sag’s lieber nicht“, flüsterte sie, zeigte wieder in den Park. Dann sah er diese Versammlung von Kuttenträgern – Vergleichbares hatte er zuvor nur in Gruselfilmen gesehen.

Sie saßen eine Weile stumm auf der lehnen-losen Bank, den Blick Richtung Park, Richtung dieser … Spinner.

Dann wurde es schlagartig hell, die Kuttenträger zogen ihre Kutten aus und strömten in alle Richtungen davon.

Einer dieser Sektenmitglieder kam ganz knapp an ihrer Bank vorbei. Yumeko konnte es einfach nicht begreifen, was da passiert war. Habe ich etwa gestern Nacht wieder etwas Verrücktes geträumt? Nein, da würde ich mich doch dran erinnern. Es war doch vorbei gewesen mit den Träumen. Es durfte einfach nicht sein, dass sie jetzt wieder kommen würden, dachte Yumeko.

Helles Sonnenlicht blendete sie. Immer wieder musste sie blinzeln, hatte aus Reflex nach der riesigen Pranke des Jungen gegriffen. Spürte, wie sie zitterte. Die Sonne war so plötzlich wieder da gewesen, wie sie verschwunden war. Die Straßenlaterne über ihnen war schlagartig erloschen und helles, heißes Licht vom Himmel hüllte die Stadt in dampfendes Tageslicht.

Sie ließ die Hand des Jungen los, stand vorsichtig auf. Sie musste einfach hier weg. Zu viel, alles zu viel.

Sie zitterte immer noch. „Ich heiße Yumeko, wohne in dem großen Haus da vorne“, brachte sie hervor, ihr Zeigefinger, der Richtung ihres neuen Zuhauses zeigte, zitterte. Schon trieben sie ihre Füße in aufkommender Panik davon.

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Seitenaufrufe: 20 mal Aufgerufen Am 14. Januar 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Albträume, Fähigkeiten, gedanken, mysteriös, spannend
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