ALBINO DEVIL

ALBINO DEVIL
Preis: 0,99 €
Autor:
Genre: Horror & Mystery
Webseite: http://texteandstories.blogspot.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Eine unberührte Naturlandschaft. Eine fast vergessene Legende. Die Brut der Hölle, die einen harmlosen Abenteuerurlaub in ein blutiges Schreckensszenario verwandelt. Larissa bricht mit drei Freunden zu einem Camping-Trip in den rumänischen Karpaten auf. Phantastische Naturimpressionen, Lagerfeuerromantik und tanzende Hormone sorgen schnell für eine ausgelassene Stimmung, die auch nicht von der Legende des Albino Teufels getrübt wird, von der Medizin-Student Marc erzählt. Schnell jedoch hält der Trip in die Berge mehr Abenteuer für die Gruppe bereit, als ihnen lieb ist. Zudem bemerkt Larissa, dass Marc ein Geheimnis vor den anderen verbirgt. Bald schon entwickelt sich der Ausflug zu einem blutigen Albtraum – und einem Kampf um das nackte Überleben. Abenteuer, Sex und Horror! Der neue, spannende Roman von André Wegmann.
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Leseprobe

„Auf uns und einen weiterhin schönen Camping-Trip“, sagte Marc als Marie wieder am Feuer saß und prostete allen zu. Sie nippte an dem Becher und musste ein Husten unterdrücken, so scharf brannte der Alkohol in ihrer Kehle. Aber er schmeckte auch fruchtig nach Pflaumen und erzeugte eine wohltuende innere Wärme. Marie nahm einen weiteren kleinen Schluck, um sich für Marcs Geschichte zu wappnen. Dem entschuldigenden Blick nach, den er ihr bei der Ankündigung der Erzählung zugeworfen hatte, würde nun wahrscheinlich irgendetwas sehr Erschreckendes folgen. Ihre kleine Story hatte sie eigentlich eh nur aus Spaß erzählt, obwohl sie als Teenager von solchen kitschigen, harmlosen Vampirgeschichten nicht genug kriegen konnte.

„Der tut gut. Ich kann noch einen vertragen“, sagte Frank und ließ sich von Larissa die Flasche reichen.

Marie warf einen Blick auf den Himmel und das Meer aus unzähligen, funkelnden Sternen. Der Mond leuchtete als perfekte Kugel auf sie hinab und tauchte die Landschaft ringsum in ein silbriges Licht.

Es ist wirklich traumhaft schön hier, dachte Marie als ein hohes, durchdringendes Heulen die dezente, nächtliche Geräuschkulisse unterbrach. „Was war das?“ Die Worte schossen ängstlich aus ihr heraus und sie schaute Marc an.

„Wahrscheinlich ein Wolf. Keine Angst, Schatz, die halten sich schon von uns fern.“

Na hoffentlich, dachte Marie und trank ihren Becher leer. Der Alkohol entspannte sie und sie musste über sich selbst grinsen.

Marc räusperte sich und erhob das Wort: „Kann ich anfangen?“

Alle schauten ihn gespannt an. Bartstoppeln sprossen rund um seine vollen Lippen und seine braunen Augen blickten konzentriert in das prasselnde Feuer. Was für einen gutaussehenden Freund ich habe, dachte Marie nicht zum ersten Mal.

„Also … die Geschichte hat sich angeblich im 18. Jahrhundert in irgendeinem kleinen Dorf hier im Poiana-Rusca-Gebirge ereignet. Dort lebte zu jener Zeit eine Frau – Molevic glaube ich hieß sie – die bereits acht Kinder zur Welt gebracht hatte. Sie galt als Sonderling und wurde von den Einheimischen gemieden, die über sie tuschelten und sie der Hurerei bezichtigten. Wahrscheinlich hatten die Leute damit gar nicht so Unrecht, denn über den Vater, oder die Väter der Kinder war nichts bekannt. Die Frau stand jedoch unter dem Schutz des örtlichen Pastors, der die Meinung vertrat, dass alle Lämmchen vor Gott gleich sind und seiner Güte bedürfen. Eines Tages in einer kalten Winternacht, die alte Molevic hatte die 40 längst überschritten, gebar sie unter starken Schmerzen ihr neuntes Kind. Trotz der Kälte in ihrer baufälligen Hütte, die nur durch ein kleines Feuerchen gewärmt wurde, badete sie bei der Geburt in ihrem eigenen Schweiß.“

Ein Lächeln umspielte Marcs Lippen. „Ihre grauen Strähnen klebten in ihrem Gesicht und ihre Schreie hallten durch die Nacht, während sie sich auf ihrem Strohbett hin und her wälzte. Als das Baby endlich da war, befand sie sich kurz vor der Ohnmacht und krächzte: Das war das letzte Mal. Sollte ich noch ein Kind auf die Welt bringen, so soll es der Teufel sein! Anschließend fiel sie in einen langen Schlaf, wie die Hebamme berichtete.“

Marc machte eine Pause, schenkte sich einen Schluck Tuica nach und trank ihn in einem Zug aus. „Noch jemand?“

„Ja, ich“, sagte Marie und nahm die Flasche entgegen. Sie goss Schnaps in ihren Becher und schaute zum Mond, in dessen Schein einige vorbeischwebende Wolkenfetzen weiß leuchteten. Es kam Marie vor wie ein Menetekel.

„Erzähl weiter“, drängte Frank.

„Zwei Jahre später, in einer ungemütlichen Herbstnacht, stand die Geburt ihres zehnten Kindes bevor. Der Wind heulte um ihre Hütte und der Regen prasselte auf das Dach und erzeugte Geräusche, die an Trommelschläge erinnerten. Der Bauch der alten Molevic war außergewöhnlich aufgebläht, wie es die Hebamme nie zuvor gesehen hatte. Die Alte war schon bei ihrer letzten Geburt sehr laut gewesen, aber diesmal steigerten sich ihre Schreie und ihr Gekreisch in ein Konzert des Wahnsinns. Wie von Sinnen wälzte sie sich auf dem Bett herum und die Hebamme musste all ihre Kraft einsetzen um zu verhindern, dass die Frau aus dem Bett fiel. Dabei spritzte ihr heißer Schweiß von den herumwirbelnden Haaren der Alten ins Gesicht. Das Baby drückte gegen den Bauch, sodass der sich noch mehr aufblähte und die Hebamme Angst bekam, er würde platzen und das Kind mitsamt jeder Menge Blut in das Leben knallen. Die Molevic presste und presste unter wildem Geschrei und die Hebamme kämpfte wie ein Angler mit einem riesigen Fisch, um das Baby endlich entgegenzunehmen. Ein Windstoß drang in die Hütte, die von zahlreichen Kerzen erhellt war, und löschte die meisten davon aus. Dann hielt die Hebamme schließlich das Baby in den Händen. Die Schreie der Molevic ebbten ab, dafür entfuhr der Hebamme ein erstickter Aufschrei und ein gellendes, durchdringendes Kreischen erfüllte die Hütte.“

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Seitenaufrufe: 35 mal Aufgerufen Am 29. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Grusel, Horror, Roman, Sex, Spannung, Thriller
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