Agoniten -Schicksal des heiligen Priesters

Agoniten -Schicksal des heiligen Priesters
Preis: 4,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Historisch
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781503178229
Aufgewachsen im Regenwald muss der junge Elyian gegen seinen Willen die Priesterschule in Pachacamo besuchen. Nach seiner Weihe zum Priester der Baukunst zieht er mit seinem Großvater, einem angesehenen Baumeister, nach Campopamac, um eine Arena für Wettkämpfe zu errichten. Immer wieder offenbaren sich ihm geheimnisvolle Visionen, die er als Quetzal, einem Paradiesvogel aus Guatemala, erlebt. Wie durch ein Wunder überlebt er eine Katastrophe und wird fortan als Heiliger angesehen. Nach dem Tod seines Großvaters verbringt er viele Monde an der Stätte seines Wirkens, um das gemeinsam begonnene Werk zu vollenden. Eines Tages muss er gegen einen geheimnisvollen Fremden zu einem Wettkampf der besonderen Art antreten und landet auf dem berüchtigten Opferstuhl der Agoniten.
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Leseprobe

Elyian hatte einen jungen Rehbock aufgespürt. Das wäre ein Festmahl für seinen Großvater. Damit würde er ihn beeindrucken können und ihm beweisen, wozu er fähig war. Lautlos pirschte er sich an das Tier heran, hob langsam seinen Bogen und legte ruhig einen Pfeil auf die Sehne. Während er den Bogen spannte, zielte er mit der Pfeilspitze auf die Brust des Tieres dicht hinter den Vorderläufen, um direkt ins Herz zu treffen. Doch noch bevor er die Sehne lösen konnte, stob der Bock davon, gleichzeitig flogen die Vögel kreischend aus den Baumwipfeln empor. Enttäuscht entspannte Elyian seinen Bogen und ließ ihn samt Pfeil sinken. Plötzlich knackte ein Stück hinter ihm ein Ast. Hastig fuhr er herum. Zwischen dem Buschwerk entdeckte er fremde Männer. Das sirrende Geräusch von mehreren losgelassenen Sehnen trieb ihn in die Flucht. Ohne nachzudenken, rannte Elyian nun in dieselbe Richtung wie kurz zuvor der Rehbock. Nur einen Augenblick später durchfuhr ein mächtiger Schmerz seine rechte Schulter. Jede Erschütterung seiner eiligen Schritte verstärkten seine Beschwerden. Er spürte, wie ihm etwas Warmes über die Brust herunterlief. Sein Blickfeld begann zu schrumpfen, der Wald schien sich um ihn herum zu drehen. Sein Atmen klang keuchend, sein Pulsschlag dröhnte in seinen Ohren. Seine Knie wurden weich und brachten ihn ins Torkeln; er stolperte und sank zu Boden.

*

»Warum bist du weggerannt? Hast du was angestellt?«, donnerte eine tiefe Männerstimme von oben auf ihn herab. »Wer bist du? Sprich!«

»Elyian«, hörte er sich leise antworten. Seine Schmerzen hatten sich durch den Sturz verschlimmert, zogen in den rechten Arm bis zu den Fingerspitzen und in seine Brust hinein.

»Wer sind deine Eltern?«

Langsam drehte Elyian den Kopf, was ihn viel Kraft kostete. Vor ihm baute sich ein groß gewachsener Krieger auf. »Esra … Mutter.« Lichtfunken rasten auf ihn zu. Der Krieger, seine Umgebung, alles um ihn herum verzerrte sich. Im Hintergrund glaubte er, fünf oder mehr Gestalten zu erkennen.

»Wer ist dein Vater?« Diese durchdringende Stimme hallte merkwürdig in seinen Ohren wider. Eine unbewusste Kopfbewegung rief augenblicklich Schwindel und Übelkeit hervor.

»Vermutlich nur ein Inhibit!«, drang die Aussage wie aus weiter Ferne zu ihm. »Tötet ihn!«

»Carsian«, Elyian wurde schwarz vor Augen. »Großvater.«

*

Schwerfällig begannen Elyians Gedanken sich in Gang zu setzten. War er tot? Nein. Er atmete, verspürte einen quälenden Durst und nahm seinen Körper sehr schmerzvoll wahr. Seine Handgelenke waren auf dem Rücken zusammengebunden, auch über seine Fußgelenke presste sich ein rauer Strick in seine Haut. Die Männer mussten ihn gefangen genommen haben. Aber warum? Was war geschehen? In seiner Schulter spürte er nur noch einen leichten Druck, die Schmerzen waren verblasst. Beim Versuch, die Augen zu öffnen, bemerkte er eine bedrückende Enge um seinen Kopf, die sich bis zur Nasenspitze hinzog. Ein merkwürdiges Kribbeln, begleitet von einem leichten Brennen, lag auf seinen Augenlidern, die sich nicht öffnen ließen. Sein Herzschlag pochte laut in seinen Ohren. Er erinnerte sich an die letzten Worte, die er vernommen hatte. Der Mann hatte ihn als ›Inhibit‹ bezeichnet.

Ihm fiel es wie Schuppen von den Augen. Ein Kind außerhalb der gesetzlichen Verbindung zwischen Mann und Frau aufzuziehen, dies wusste er aus Erzählungen aus dem Dorf, wurde nicht geduldet. Seine Mutter hatte ihn in der Einsamkeit versteckt, um sein Leben zu schützen. Bisher hatte es keinen Anlass gegeben, darüber nachzudenken, doch mit dem Erscheinen seines Großvaters, dem ständigen Ausweichen seiner Mutter, wenn es um seinen Vater ging, wurde ihm deutlich, dass er ein Inhibit war! Ein Geschöpf ohne Recht auf Leben.

Diese Erkenntnis schmerzte mächtig in seinem Inneren. Diese Krieger waren gewiss im Auftrag des Hohen Rates der Stadt Pachacamo unterwegs. Solange Elyian denken konnte, gab es hier in dieser Gegend keine Krieger, aber Carsian, sein Großvater, stand unter dem Schutz des Hohen Rates. Wie ein Schatten folgten sie dem Baumeister.

»Gebt ihm einen Schluck Wasser«, befahl vermutlich der Anführer. Unsanft fiel sein gefesselter Körper rückwärts auf den Boden. Ein dumpfer Schmerz durchdrang erneut seine Schulter und zog bis in seine Brust hinein. Ein sehr seltsames Gefühl. Wassertropfen benetzten seine Lippen. Gierig begann Elyian zu trinken. Endlich zeigte man Erbarmen.

»Das reicht!«, brummte jemand neben ihm.

Dürstend formte er seinen Mund, denn seine Kehle schmerzte noch immer.

In weiter Ferne hörte er seine Mutter nach ihm rufen. Plötzlich herrschte eine bedrückende Stille, offensichtlich lauschten die Männer ebenfalls.

Erneut hallte der Ruf nach ihm durch den Wald. Elyian überlegte, was er tun sollte. Die Krieger würden auch seine Mutter bestrafen. Sie war in Gefahr! Wie erstarrt lag er vor Angst um seine Mutter auf dem Boden, spürte nun genau den Pfeilschaft, der mittendurch seine Schulter ragte.

»Wir warten hier auf sie«, flüsterte eine Männerstimme.

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Seitenaufrufe: 22 mal Aufgerufen Am 5. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Begegnung, Maya, Mond, Mondsteine, Opfer, Pyramiden, Regenwald, Rituale, Schicksal
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