Autoren-Fragebogen von Maria Braig

Mein Sachgebiet: gesellschaftskritische Romane, Jugendromane, Anthologien

Fragebogen:

1. Welche Romanfigur in der Literatur hättest Du selbst gerne erfunden?

Schon bei der ersten Frage muss ich passen. Ich freue mich über alle guten Romanfiguren, die mir begegnen, aber erfinden möchte ich nur meine eigenen.

2. Deine Lieblingsautoren?

Lieblingsautoren? Keine oder viele – das lässt sich schwer sagen. Ich lese dies und lese das und immer wieder treffe ich dabei auf Autoren und Autorinnen, die das Zeug zum Lieblingsautoren/zur Lieblingsautorin haben. Aber dann kommt da schon wieder die Nächste und dann der Übernächste …
Die Zeiten, als ich mein gesamtes Taschengeld in Karl May Bände umgesetzt habe, sind schon lange vorbei. Damals wäre die Antwort auf diese Frage einfacher gewesen.

Aber da gibt es Kurt Tucholsky, dessen Gesamtausgabe bei mir im Regal steht und zu dem ich immer mal wieder zurückkehre. Und dann warte ich auf ein neues Buch von Khaled Hosseini, dessen Roman „Tausend strahlende Sonnen“ mich sehr beeindruckt hat.

3. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

Ich bin gerade an einem Buch, das ich dem Titel nach nie gekauft hätte, das mir aber empfohlen wurde: Blasmusikpop von Vera Kaiser. Strange und sehr witzig. Ich frage mich die ganze Zeit beim Lesen, wie man sich so was nur ausdenken kann.

4. Dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

Vielleicht „Der Glückliche Löwe“, der mit seinem Freund Franz durch den Zoo spazieren ging. Jedenfalls fällt mir dieses Buch zuerst ein. Später die „Fünf Freunde“ Bücher von Enid Blyton

5. Welche Romanfigur wärst Du gerne und warum?

Keine Ahnung. Ich glaube, die muss erst noch geschrieben werden.

6. Welche drei Bücher würdest Du auf die einsame Insel mitnehmen?

Eine Anleitung zum Schiffe bauen, ein Pflanzenbestimmungsbuch, damit ich mich nicht vergifte, und ein Notizbuch, um aufzuschreiben, was mir dort so alles begegnet.
Sollte das allerdings eine Insel mit WLAN-Empfang sein, dann würde sogar ich mich zu einem eBook-Reader durchringen.

7. Andere gehen morgens ins Büro oder in den Betrieb – Wie fängt bei Dir ein Arbeitstag an?

Kommt drauf an. Ich habe zwei Berufe, wenn man so will.
Mein Geld verdiene ich als LKW-Fahrerin. Ich stehe, meist viel zu früh, auf, gehe auf den Betriebshof, steige in den LKW, belade ihn und verbringe den Rest des Tages damit, am Fenster zu sitzen und auf die Straße zu schauen.

Die Tage, an denen ich schreibe oder als Lektorin arbeite beginnen mit einer ersten Tasse Kaffee am Laptop. Im Sommer auf dem Balkon oder im Garten, im Winter am Küchentisch mit dem Blick in den Garten.

8. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Eher zufällig. Ich habe mit Lektoratsarbeiten angefangen, dadurch Kontakt zu meinem jetzigen Verlag, dem Verlag 3.0 Zsolt Majsai. bekommen, und irgendwie war dann da plötzlich die Idee, selbst mal ein Buch zu veröffentlichen.

9. Hast Du beim Schreiben bestimmte Rituale?

Nein. Am liebsten sitze ich am Nordseestrand und schreibe in mein Notizbuch, aber das geht leider nur in Urlaubszeiten.

10. Besitzt Du so etwas wie ein Maskottchen/Talisman, das/der Dich beim Schreiben „begleitet“?

Meist steht eine Tasse Kaffee neben mir. Aber Maskottchen würde ich das nun nicht direkt nennen.

11. Sammelst Du Bücher zu bestimmten Themen? Wenn ja, zu welchen?

Nein.

12. Wie viele Bücher liest Du im Monat ungefähr?

Während des Jahres leider nur sehr wenige. Zwei bis fünf. Im Urlaub kann es schon ein Buch pro zwei Tage sein.

13. Welchen Autor möchtest Du ganz persönlich empfehlen?

Lutz van Dijk. Er schreibt sehr gute und wichtige Bücher. Jugendromane, die meist in Südafrika spielen und auf wahren Geschichten beruhen, die zum Teil „seine“ Kinder, die er dort in einem Heim für Aids-Waisen mit betreut, erlebt haben. Aber auch Erwachsenenliteratur zu queeren Themen gibt es von ihm und ein spannendes Buch über die Geschichte Afrikas, …. Schaut einfach mal in die Suchmaschine.

14. Kannst Du Bücher wegwerfen?

Das fällt mir extrem schwer. Es sei denn, es handelt sich um wirklichen „Schund“.

15. Welches Buch hat Dich besonders geprägt?

Da möchte ich mich lieber nicht festlegen.

16. Als E-Book oder in gedruckter Form?

Immer noch gedruckt. Ich mag gerne ein Buch in der Hand halten, zurückblättern, wenn ich was vergessen habe und es notfalls auch mal in die Badewanne fallen lassen können.
Würde ich noch wie früher mit dem Motorrad in Urlaub fahren, wären eBooks allerdings eine gute, weil platzsparende, Alternative.

17. Was tust Du am liebsten an einem freien Nachmittag?

Was ist ein freier Nachmittag? Frei von meinem Erwerbsberuf? Dann schreibe ich oder versuche mich am Marketing meiner Bücher.
Frei von allem? Dann liege ich gerne mit einem Buch im Garten, kaufe viel zu viele Blumen, die ich dann pflanze, bin mit meiner Frau gemeinsam mit dem Fahrrad unterwegs – und wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt, dann greife ich schon mal zum Staubsauger.

18. Welche magische Gabe würdest Du gerne besitzen?

Beamen würde ich gerne können. Mich an jeden Ort beamen können, an dem ich gerade sein möchte. Und vielleicht dabei noch jemand mitnehmen.

19. Was schätzen deine Freunde am meisten an Dir?

Das wissen meine Freunde am besten.

20. Deine Lieblingsmusik?

Dies und das und noch viel mehr. Keine Volksmusik und keine Schlager.

21. Dein Leibgericht? Dein Lieblingsgetränk?

Königsberger Klopse und Bohneneintopf. Caipi und Pralinchen.
Alles ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem wechselt das von Zeit zu Zeit.

22. Was wolltest Du als Kind „mal später werden“?

Zuerst Nonne, weil das die einzigen Frauen waren, die damals Ministrant sein durften. Später Kapitän zur See. Da war ich allerdings schon kein Kind mehr, scheiterte aber wieder mal an den Einschränkungen der damaligen Geschlechterordnung.

23. Dein Lebensmotto?

Es gibt zwei Arten von Herzen.
Die einen sind erfüllt von dem, was sie bekommen, so wenig es auch sein mag.
Und die andern können nie vergessen, was sie nicht haben können.

(J. Peery, Der Fluss jenseits der Welt)

24. Dein nächstes Ziel?

Ich habe keine bestimmten Ziele.

„Manso spürt, dass sie angekommen ist, aber sie weiß im selben Moment auch, dass Ankommen nicht bedeutet, dass der Weg zu Ende ist, dass das Ziel erreicht ist. Sie werden gemeinsam weitergehen, um vielleicht eines Tages gemeinsam irgendwo anzukommen. Und möglicherweise stehen sie dann wieder am Beginn eines anderen Weges? Vielleicht gibt es gar kein Ziel, sondern nur verschiedene und immer wieder neue Wege?“ (aus: Spanische Dörfer – Wege zur Freiheit)

25. Welchen Rat gibst Du den „jungen“ Autoren mit auf den Weg?

Ich bin zwar selbst nicht mehr jung, zähle aber wohl zu den jungen Autoren. So weit, Ratschläge zu geben, bin ich noch nicht. Vielleicht hat jemand einen Rat für mich?


Möchtest du mehr über Maria Braig erfahren?

Webseite: www.maria-braig.de

Facebook-Seite: https://www.facebook.com/MariaBraigOS/

Maria Braig beantwortete diesen Fragebogen am 21. August 2016.

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