Autoren-Fragebogen von Julia L. Jordan

Mein Sachgebiet: Romantik, Erotik

Fragebogen:

1. Welche Romanfigur in der Literatur hättest Du selbst gerne erfunden?

Severus Snape. Die Tiefe dieser Figur ist beeindruckend und entfaltet sich dem Leser erst ganz am Ende. Rowling selbst sprach in einem Interview einst von einem „gift of a character“ und ich stimme ihr zu. Nicht nur, dass er zu einer tiefen, ehrlichen, ein Leben lang währenden Liebe fähig war, er hat zudem seinen eigenen Fehler und seine Schwächen erkannt und sich einem anderen Menschen anvertraut. Sein ganzes Leben bestand daraus, dass er eine einzige seiner Entscheidungen bedauert und gehasst hat und für immer daran gearbeitet hat, den Schaden halbwegs wieder gutzumachen. Obwohl es für ihn keinen Sinn im Leben gab außer dieser Wiedergutmachung hat er doch nie in Erwägung gezogen, sich selbst einfach umzubringen, sondern stets und unter Aufopferung von allem, was er hat, für das Gute zu kämpfen. Man konnte als Leser nicht anders als ihn zu hassen – zumindest in den ersten Bänden – und umso mehr hat man ihn später bedauert.

2. Deine Lieblingsautoren?

Ralf Isau, Andreas Eschbach, Umberto Eco, Jane Austen, Charles Dickens, Bram Stoker, Mary Shelley Wollstonecraft, Mary Wollstonecraft, Catharine Macaulay, Leo Tolstoi

3. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

The Night Manager – John Le Carre

4. Dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

Die Neschan-Trilogie von Ralf Isau

5. Welche Romanfigur wärst Du gerne und warum?

Ich wäre gerne Hermine Granger. Sie ist intelligent, diszipliniert und hat das Herz am rechten Fleck. Gleichzeitig ist sie bereit, für die gute Sache so ziemlich alles zu tun, ohne Skrupel und ohne mit der Wimper zu zucken. Sie weiß, was sie will, sie weiß, was Recht und Unrecht ist, und sie ist trotzdem zu tiefer Empathie und liebe fähig.

6. Welche drei Bücher würdest Du auf die einsame Insel mitnehmen?

Pride & Prejudice von Jane Austen, Frankenstein von Mary Shelley, Der Name der Rose von Umberto Eco.

7. Andere gehen morgens ins Büro oder in den Betrieb – Wie fängt bei Dir ein Arbeitstag an?

Kaffee. Jeder Tag fängt vor allem mit Kaffee an. Danach schaue mir die Statistiken meines Blogs und meiner Buchverkäufe an. Danach arbeite ich an einem neuen Blog-Artikel, den ich dann für den entsprechenden Tag einplane. Nach einer Mittagspause arbeite ich an einem neuen Kapitel oder überarbeite ein altes. Zwischendrin lese ich Blogs anderer Autoren und Buch-Blogger oder erledige den Haushalt.

8. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich schon in der Grundschule. Als ich dann Anfang der 90er Jahre einen eigenen PC bekam (der stand im Keller, wo es immer sehr kalt war), habe ich den „Editor“ als vorinstalliertes Programm gefunden. Ich entdeckte, wie viel schneller ich mit einer guten Tastatur schreiben konnte (unsere alte Schreibmaschine war für meine Kinder-Hände doch recht schwergängig) und von da an habe ich ständig geschrieben. Meine Realität war nicht so schön, da ich immer schon Schwierigkeiten hatte, mit anderen Menschen (auch Kindern) in Kontakt zu treten, also habe ich Magical-Girl-Geschichten und Agenten-Thriller mit mir als Hauptperson erfunden. Kurz darauf entdeckte ich das Internet und die Welt der Fanfictions. Seitdem habe ich immer geschrieben.

9. Hast Du beim Schreiben bestimmte Rituale?

Nein. Ich habe verschiedene Rituale ausprobiert, weil ich weiß, dass Alltagsrituale einem sehr helfen, doch noch hat nichts funktioniert. Sehr häufig koche ich mir vorher einen Tee oder Kaffee, je nach Art des Kapitels höre ich passende Musik, aber eigentlich schreibe ich immer anders-

10. Besitzt Du so etwas wie ein Maskottchen/Talisman, das/der Dich beim Schreiben „begleitet“?

Nein.

11. Sammelst Du Bücher zu bestimmten Themen? Wenn ja, zu welchen?

Politikwissenschaft und Philosophie. Ich habe Politikwissenschaft mit Schwerpunkt auf Theorie und Ideengeschichte studiert und noch immer gibt es so viel, was ich nicht weiß. Auch zu Weihnachten und Geburtstag wünsche ich mir wissenschaftliche Bücher, insbesondere alles, was mit Anthropologie, Ontologie und der Frage nach dem politischen Zusammenleben der Menschen zu tun hat.

12. Wie viele Bücher liest Du im Monat ungefähr?

Schwer zu sagen. Ich zähle nicht und lese viele Werke auf Wattpad, einer kostenlosen Schreib- und Leseplattform. Ich würde schätzen so um die fünf?

13. Welchen Autor möchtest Du ganz persönlich empfehlen?

Leo Tolstoi. Er hat nicht einfach nur Unterhaltungsliteratur geschrieben, sondern immer auch den Anspruch gehabt, dem Leser einen neuen Blickwinkel auf Fragen der Moral zu ermöglichen. Seiner Philosophie nach war Literatur nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Bildung gedacht, und dem stimme ich absolut zu. Auch wenn ich leichte Liebes- und Erotikromane schreibe, ist es doch immer mein Anliegen, die menschliche Psyche und verschiedene Handlungsmotive in einer Weise zu präsentieren, die den Leser auch über das Buch hinaus zu denken geben.

14. Kannst Du Bücher wegwerfen?

Nein. Niemals. Ich habe einst sogar ein Buch aus einem Mülleimer gerettet, nachdem eine Freundin es frustriert entsorgt hatte. Wenn Bücher wirklich gar nicht meinem Geschmack entsprechen (was vorkommt, wenn Nicht-Buchmenschen mir Bücher schenken), dann gebe ich sie lieber an den städtischen Verein der „Freunde der Stadtbibliothek“, die Bücher annehmen und sehr günstig weiterverkaufen, um mit dem Erlös die Stadtbibliothek zu unterstützen.

15. Welches Buch hat Dich besonders geprägt?

Es gibt insgesamt drei Bücher bzw. Buchreihen, die einen merklichen Einfluss auf mich hatten, und sie alle stammen von Ralf Isau. Durch die Neschan-Trilogie habe ich mich entschlossen, mich nicht konfirmieren zu lassen, sondern stattdessen meinen Glauben an Gott so zu leben, wie ich es für richtig halte. Durch die vierbändige Reihe „Der Kreis der Dämmerung“ ist mein Interesse an Geschichte und an Japan geweckt worden, was dazu führte, dass ich in der Schule Geschichte als Leistungskurs und im Studium später Japanologie als Nebenfach gewählt habe. Und durch das Buch „Im Netz der Schattenspiele“ habe ich mich sehr frühzeitig für das Internet interessiert, Chatrooms besucht und Foren erkundet. Es gibt seit dem Jahr 2003 keinen Tag mehr, an dem ich nicht im Internet unterwegs war.

16. Als E-Book oder in gedruckter Form?

Obwohl ich selbst eBooks verkaufe, bin ich doch Fan der gedruckten Form. Ich brauche einfach das Buch in der Hand, die Seiten zum Umblättern, das Gefühl, etwas zu besitzen.

17. Was tust Du am liebsten an einem freien Nachmittag?

YouTube-Videos schauen, PC-Spiele spielen, Bücher lesen oder schreiben. In der Reihenfolge, meiner Faulheit geschuldet.

18. Welche magische Gabe würdest Du gerne besitzen?

Ich glaube, ich würde gerne mit der Zeit spielen können.

19. Was schätzen deine Freunde am meisten an Dir?

Ich bin „die unzickigste Frau“, die sie kennen. In fast allen Situationen habe ich einen Filter der Rationalität vorgeschaltet, der dafür sorgt, dass ich Situationen auf einer emotionalen und einer rationalen Ebene untersuchen kann. Dadurch bin ich in der Lage, empathisch zu sein und trotzdem nie unangemessen wütend zu reagieren. Es gibt mir einen klaren Blick auf mich selbst und verleiht mir die Fähigkeit, Handlungsmotive verschiedener Personen schnell zu erfassen und vermittelnd einzugreifen.

20. Deine Lieblingsmusik?

Mittelalterlicher Rock, Metal, Gothic, gerne auch Oldies jeglicher Art.

21. Dein Leibgericht? Dein Lieblingsgetränk?

Steak, am besten eher blutig. Kaffee.

22. Was wolltest Du als Kind „mal später werden“?

Schriftstellerin. Und nachdem ich mir dachte, dass ich das eh nie schaffe: Journalistin.

23. Dein Lebensmotto?

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.“ – Wittgenstein. Mit anderen Worten: Höre niemals auf, deinen Wortschatz zu erweitern, sonst bist du nicht in der Lage, all die Ideen in deinem Kopf auszudrücken – oder sie überhaupt zu denken.

24. Dein nächstes Ziel?

Mein nächstes Buch schreiben.

25. Welchen Rat gibst Du den „jungen“ Autoren mit auf den Weg?

Ich bin selbst „junger“ Autor, von daher kann ich noch nicht aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen. Aber eines ist gewiss: Das erste Jahr, vielleicht auch die ersten mehreren Jahre bleibt man unentdeckt und kaum gelesen, es sei denn, man ist eine Ausnahme und landet den Jackpot. Doch wenn man beharrlich ist und immer mehr publiziert, immer auf Qualität bedacht, wird man sich irgendwann eine Stammleserschaft erarbeiten, die einem zu größeren Erfolgen verhelfen kann.


Möchtest du mehr über Julia L. Jordan erfahren?

Webseite: www.jljordan.net

Facebook-Seite: https://facebook.com/thoronris

Julia L. Jordan beantwortete diesen Fragebogen am 19. September 2016.

Veröffentlicht in .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.