Autoren-Fragebogen von Franck Sezelli

Mein Sachgebiet: Erotik, Fantasy

Fragebogen:

1. Welche Romanfigur in der Literatur hättest Du selbst gerne erfunden?

Winnetou, dann wäre mein Romanheld als auch ich weltweit bekannt.

2. Deine Lieblingsautoren?

Robert Merle
Charlotte Link

3. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

Michel Houellebecq, Die Unterwerfung – Der nicht unumstrittene Gegenwartsautor schildert sehr realistisch und deshalb umso beängstigender ausgehend von der gegenwärtigen politischen Situation die Umwandlung Frankreichs in eine islamische Republik innerhalb weniger Jahre. Er beleuchtet damit schlaglichtartig die gegenwärtige besondere Umbruchsituation in Europa und regt zum Analysieren und Nachdenken an. Es gibt Leute, die die sexuellen Eskapaden des Haupthelden als das Wesentliche des Buches ansehen, aber das ist weiter nichts als das bei Houellebecq übliche schmückende Beiwerk.

4. Dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

„Die Söhne der großen Bärin“ von Liselotte Welskopf-Henrich

5. Welche Romanfigur wärst Du gerne und warum?

Henri Quatre (von Heinrich Mann „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“). Mich fasziniert dieser große König Frankreichs, sein bewegtes Leben, das er trotz vieler Rückschläge immer wieder in den Dienst seines Volkes und des französischen Staates stellt. Natürlich bewundere ich auch seinen Ruf bei den Frauen, den er sicher nicht ohne Grund hatte.

6. Welche drei Bücher würdest Du auf die einsame Insel mitnehmen?

Zur abwechslungsreichen Eigenbeschäftigung würde ich mir keine Romane mitnehmen, sondern ein umfangreiches Brockhaus-Lexikon, einen großen Weltatlas und vielleicht die Bibel. Letztere habe ich bisher nicht gelesen, weiß aber, dass sie viele kleine Geschichten enthält in altertümlicher Sprache, über die man lange nachdenken kann.

7. Andere gehen morgens ins Büro oder in den Betrieb – Wie fängt bei Dir ein Arbeitstag an?

Arbeitstag? Das erinnert mich an eine ein paar Jahre zurückliegende Vergangenheit. Heute beginne ich den Tag normalerweise mit dem Gang zum Bäcker, um ein frisches Baguette zum späten Frühstück einzukaufen.

8. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Nun, Schreiben hat man bei uns früher in der Schule gelehrt – und so habe ich es auch gelernt. Aber ich glaube, die Frage bezieht sich auf das eher künstlerische Schreiben. Dazu muss ich sagen, dass ich überhaupt nicht aus der künstlerischen Ecke komme, sondern von Haus aus eher sachlich-nüchtern bin, eher wissenschaftlich orientiert. Ich habe Mathematik studiert und auf dem Gebiet der Mathematik und Informatik gearbeitet.
Mit dem Aufkommen des Internets habe ich zeitig begonnen, dessen Möglichkeiten zu nutzen und so sind beispielsweise aus unseren Frankreichreisen ausführliche und fundierte Reiseberichte entstanden, die einen breiten Leserkreis gefunden haben.
Nachdem meine Frau und ich nach Südfrankreich gezogen sind, hatte ich in einer schwülen Sommernacht einen erotischen Traum. Aus einer anregenden Szene, die ich aus einer Laune heraus niederschrieb, entstand ein Rahmen, in die sie passte. Die handelnden Gestalten verselbstständigten sich und so wurde aus einigen kurzen Szenen schließlich ein Buch. Erst bei der Suche nach Veröffentlichungsmöglichkeiten entdeckte ich ernsthaft die E-Book-Szene und habe mich dort umgesehen – und viel Schund entdeckt. Da habe ich mir gesagt, dass ich das besser als manch anderer kann und brachte meinen Erstling im August 2014 über neobooks heraus. In diesem Buch habe ich gewissermaßen ein absurdes Gesellschaftsmodell entworfen, das Königreich FEMINA, eine matriarchalische Gesellschaft, in der Männer nur geduldet sind, rein auf ihre biologische Funktion reduziert. In einer solchen Amazonen-Gesellschaft spielt auch „Im Venustal gefangen“, das ein Jahr später bei einem erotischen Kleinverlag veröffentlicht wurde. Auch ein paar Kurzgeschichten rund um dieses Thema und eine Fortsetzung meines ersten Buches sind bisher entstanden.

9. Hast Du beim Schreiben bestimmte Rituale?

Eigentlich nicht. Ich lasse lange bevor ich eine Szene oder ein Kapitel niederschreibe, diesen Teil der Geschichte vor meinem inneren Auge lebendig werden, häufig beim Sonnen auf der Liege oder auch im Bett beim Aufwachen, und male mir die Handlung und die Figuren aus. Wenn ich dann irgendwann Zeit und Lust habe, setze ich mich an den PC und schreibe diese Handlungsfetzen auf. Erst viel später setze ich sie zu vollständigen Kapiteln oder dem Buchprojekt zusammen und ergänze noch fehlende Übergänge.

10. Besitzt Du so etwas wie ein Maskottchen/Talisman, das/der Dich beim Schreiben „begleitet“?

Nein, mir genügt meine Phantasie.

11. Sammelst Du Bücher zu bestimmten Themen? Wenn ja, zu welchen?

Nicht mehr. Seit dem Umzug nach Frankreich haben wir nicht mehr so viel Platz und mussten riesige Mengen von Büchern aufgeben. Früher habe ich schon vor allem Krimis und erotische Literatur gesammelt.

12. Wie viele Bücher liest Du im Monat ungefähr?

Seit ich selbst schreibe, komme ich weniger zum Lesen. Maximal werden es ein bis zwei Bücher im Monat – das hängt natürlich wesentlich vom Umfang der Bücher ab.

13. Welchen Autor möchtest Du ganz persönlich empfehlen?

Peter Mayle – der ehemalige britische Werbemanager und brillante Autor beschreibt in seinen Büchern mit großer Sachkenntnis und viel feinsinnigem Humor die französische Lebensart.

14. Kannst Du Bücher wegwerfen?

Auf gar keinen Fall. Als wir unseren Haushalt in Deutschland wegen des Wegzugs nach Südfrankreich aufgelöst haben, standen wir vor dem Problem: Wohin mit den Tausenden von Büchern? Einen Teil haben sich die Kinder herausgesucht, einen Teil Freunde. Wenige konnten wir der Stadtbibliothek schenken (leider nahmen sie fast nur Neuerscheinungen), ganz wenige antiquarisch verkaufen. Den großen Rest holte ein Bücherliebhaber aus der Nachbarstadt ab, der zu einem großen Bücherfreunde- und Leserzirkel gehört. Weggeworfen haben wir kein einziges Buch.

15. Welches Buch hat Dich besonders geprägt?

Mit etwa 5 Jahren ein Leporello aus der Spielzeugkiste meiner Oma. A – wie Affe, B – wie Bär, C – wie Cirkus (damals wirklich noch so geschrieben), D – wie Dackel usw. Mit diesem Druckwerk habe ich die Buchstaben und kurz darauf auch das Lesen gelernt. Wenn das kein das Leben prägendes Werk war!

16. Als E-Book oder in gedruckter Form?

Damals wusste niemand, was ein E-Book sein soll …

17. Was tust Du am liebsten an einem freien Nachmittag?

Auf der Liege auf der Terrasse oder am Strand ein gutes Buch lesen und zwischendurch ab und z ins Wasser gehen …

18. Welche magische Gabe würdest Du gerne besitzen?

Mich innerhalb von Sekunden an einen weit entfernten von mir gewünschten Ort beamen. Nach dem Mott: „Jetzt müsste es einen großen Knall geben und dann müssten wir in XXX sein.“

19. Was schätzen deine Freunde am meisten an Dir?

Ehrlichkeit, Gastfreundlichkeit und Humor

20. Deine Lieblingsmusik?

Französische Chansons der 60er und 70er Jahre

21. Dein Leibgericht? Dein Lieblingsgetränk?

Lieblingsgericht: Paniertes Schnitzel, Blumenkohl und Salzkartoffeln
Lieblingsgetränk: ein kühles Pilsner Bier oder ein gutes Glas trockenen Rotwein

22. Was wolltest Du als Kind „mal später werden“?

erst Jäger, dann Tierforscher

23. Dein Lebensmotto?

„Vivre et laisser vivre“ – Leben und leben lassen.

24. Dein nächstes Ziel?

Fertigstellung des dritten Teils der FEMINA-Reihe als E-Book und Print.

25. Welchen Rat gibst Du den „jungen“ Autoren mit auf den Weg?

Vor der Erstveröffentlichung in der Szene der sogenannten Independent-Autoren informieren. Und dann bitte nichts veröffentlichen, was von Rechtschreib- und Grammatikfehlern wimmelt


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Webseite: http://franck-sezelli.jimdo.com/

Facebook: https://www.facebook.com/FranckSezelli/

Franck Sezelli beantwortete diesen Fragebogen am 6. September 2016.

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